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Schneemann, Farb-Lithografie aus dem 19. Jahrhundert (um 1870)

Cornelis Kimmel, Snowballing
Cornelis Kimmel (1804-1877) war ein niederländischer Maler.

Fedot Sychkov, Building a Snowman
Fedot Vasilievich Sychkov (1870-1958) war ein russischer Maler.

Robert Reinick 1805-1852

Der Schneemann

 

Steh, Schneemann, steh!

Und bist du auch von Schnee,

So bist du doch ein ganzer Mann,

Hast Kopf und Leib und Arme dran,

Und hast ein Kleid, so weiß und rein,

Kein Seidenzeug kann weißer sein:

Du stehst so stolz und fest und breit

Als wär' es für die Ewigkeit. -

Steh, Schneemann, steh! -

Wenn ich dich recht beseh':

So fehlt dir nichts auf weiter Welt

Du hungerst nicht, sorgst nicht um Geld.

Ich glaub' auch, daß dich gar nichts rührt,

Und wenn es Stein und Beine friert;

Der Frost, der andre klappern läßt,

Der macht dich erst recht hart und fest -

 

Steh, Schneemann, steh!

Die Sonne kommt, Juchhe!

Jetzt wirst du erst recht lustig sein! - -

Was ist denn das? Was fällt dir ein?

Du leckst und triefst ohn' Unterlaß,

o Schneemann, Schneemann, was ist das?

Das schöne warme Sonnenlicht,

Der Menschen Lust erträgst du nicht?

 

Weh, Schneemann, weh!

Du bist doch nichts als Schnee!

Dein Kopf war dick, doch nichts darin,

Dein Leib war groß, kein Herz darin,

Und das, was andre fröhlich macht,

Hat dir, du Wicht, nur Leid gebracht.

Ich glaub', ich glaub', manch Menschenkind

Ist grade so wie du gesinnt:

Schnee, nichts als Schnee!

 

 

 

 

 

Ludwik Stasiak, Children's Games
Ludwik Józef Stasiak (1858-1924) war ein polnischer Maler, Karikaturist, Journalist, Kunsthistoriker und Verleger.
 

Edward Charles Barnes, Der Schneemann
Edward Charles Barnes (1830-1882) war ein englischer Maler.

 

Bernhard Fröhlich,

Ein Schneemann
Bernhard Fröhlich (1823-1885) war ein deutscher Maler, Illustrator und Fotograf.

 

Friedrich Güll 1812-1879

Der Mann von Schnee

 

Schneemann dort am Gartenzaune

Hat gar eine üble Laune.

Steht er da voll Trutz und Groll,

Weiß nicht, was er reden soll.

Und die Sonne blinkt und blitzt,

Daß er wie ein Kranker schwitzt.

Weil der Himmel ist so blau,

Ärgert er sich braun und grau;

Weil die Wiesen werden grün,

Ärgert er sich schmal und dünn.

 

Schneemann ist in großer Not,

Denn es winkt ihm schon der Tod.

Noch ein Schnapper, noch ein Schnauf

Und er steht nicht wieder auf.

Kommen dann die schwarzen Raben,

Seine Leiche zu begraben.

Und Schneeglöcklein will vor Freuden,

Ihm die Sterbeglocke läuten.

Und die Lerch' vor allen Dingen

Ihm ein Schlummerliedchen singen.

 

Aber wo ist er zu finden?

Vornen nicht, und auch nicht hinten.

Freilich, weil ihm ganz zerbrochen

An der Sonne seine Knochen,

Weil zu Wasser er zerronnen

An dem Glanz der goldnen Sonnen.

Kommt der Storch dazu geflogen,

Und die Schwalbe hergezogen,

Fragen nach dem toten Mann,

Niemand von ihm sagen kann.

 

Wälzt der Storch mit seinem Bein

An den Zaun hin einen Stein;

Und die Schwalbe mit dem Schnabel

Schreibt darauf die ganze Fabel:

Hier liegt Einer, der im Leben,

Weiter keinen Taug gegeben;

Der sich faul und sehr verstockt,

Lebenslang daher gehockt;

Und damit er doch nicht länger

Bleiben soll ein Müßiggänger,

Und ein Griesgram und ein Hasser,

Schmolz der Frühling ihn zu Wasser;

Und damit will er begießen

All' die Blumen auf den Wiesen,

Dass sie weiß und gelb und grün

Euch zur Lust und Freude blüh'n.

 

 

 

 

Jurij Šubic, Zimsko veselje - Winterfreude
Jurij Šubic (1855-1890) war ein slowenischer Maler, Zeichner und Illustrator.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1798-1874

Der Schneemann

 

Seht, da steht er, unser Schneemann!

Das ist ein Geselle!

Stehet fest und unverzagt,

Weicht nicht von der Stelle.

 

Schaut ihm in die schwarzen Augen!

Wird euch denn nicht bange?

In der linken Hand da hat er

Eine lange Stange.

 

Einen großen Säbel hält er

Fest in seiner Rechten.

Kommt heran! Er wird sich wehren,

Wird mit Allen fechten.

 

Über ihn kann nur der Frühling

Einen Sieg gewinnen:

Blickt ihn der nur an von ferne,

Wird er gleich zerrinnen.

 

Aber halt dich tapfer, Schneemann!

Lass dir offenbaren:

Stehst du morgen noch,

so wollen Wir dich Schlitten fahren.

 

 

 

 

Jan Walraven, The Snowman
Jan Walraven (1827-1863) war ein niederländischer Maler.

Alexei Stepanov, Faire un bonhomme de neige
Alexei Stepanovich Stepanov (1858-1923) war ein russischer Genremaler, Illustrator und Kunstlehrer. 

Wilhelm Alexander Meyerheim, Le bonhomme de neige dans le village
Wilhelm Alexander Meyerheim (1815–1882) war ein deutscher Maler von Genrebildern, Pferdestücken und Manöverszenen.

Das gefährlichste

Möbelstück ist die

›Lange Bank‹,
das gefährlichste

Instrument die

›Alte Leier‹.
Abraham a Sancta Clara

Wer Trinken, Rauchen und Sex aufgibt,

lebt auch nicht länger.

Es kommt ihm nur so vor.
Sigmund Freud

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Was wir brauchen,

sind ein paar verrückte Leute;

seht euch an,

wohin uns die Normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw

Der Kluge lernt aus allem
und von jedem,
der Normale aus
seinen Erfahrungen und
der Dumme
weiß alles besser.
Sokrates
Es ist schon alles gesagt,
nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Um ernst zu sein,

genügt Dummheit,

während zur Heiterkeit

ein großer Verstand unerläßlich ist.
William Shakespeare

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Blüte edelsten Gemütes
ist die Rücksicht;
doch zuzeiten
sind erfrischend

wie Gewitter
goldne Rücksichtslosigkeiten.

Theodor Storm

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Franz Dewes

fjdewes@buchkult-dewes.de

 

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