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Nikolai Dubowski, Es ist still geworden. Vor dem Sturm, 1890, Russisches Museum
Nikolai Nikanorowitsch Dubowskoj (1859-1918) war ein russischer Landschaftsmaler.

Hans Thoma, Stille vor dem Sturm 
Hans Thoma (1839-1924) war ein deutscher Maler und Grafiker.

 

 

Toni von Stadler,  Aufziehende Wolken im Alpenvorland
Anton Hermann Stadler, seit 1915 Ritter von Stadler, genannt Toni von Stadler, (1850-1917) war ein österreichisch-deutscher Maler. 

 

Alfons Petzold 1882-1923

Herannahendes Gewitter

 

Wie heute war noch nie das Licht so grell.

Was sonst sich zeigt den Blicken klar und hell,

Schwimmt jetzt in einem glasig starren Duft.

Das Tal ist kleiner worden, eingeengt

Ist jedes Wesen, und die Sonne hängt

Wie eine tote Ampel in der Luft.

 

Ein schwarzer Rauchqualm überm trägen Fluß

Greift riesenarmig in den grauen Guß

Der Himmelswölbung, so als wolle er

Herunterreißen jene Wolkenbank,

Die ob dem Strom in ruhigem Geschwank

Herabdroht auf die Erde, ernst und schwer.

 

 

 

Unbekannter amerikanischer Maler, Thunderstorm

Jan van Goyen, The Thunderstorm, 1641
Jan Josephszoon van Goyen (1596-1656) war ein niederländischer Landschaftsmaler.

Christian Morgenstern, Aufkommendes Gewitter über dem Starnberger See
Christian Ernst Bernhard Morgenstern (1805-1867) war ein deutscher Landschaftsmaler.

Karl Henckell 1864-1929

Gewitter

 

Es wetterleuchtet durch die Nacht,

Die Donner, sie rollen von ferne,

Die Wolken stürmen zur wilden Schlacht,

Und ängstlich verlöschen die Sterne.

Es jagt und wettert und kracht und braust,

Wie wenn in Lüften der Böse haust –

Was schmiegst du dich an mich mit Zittern?

He, holla! Mich freut das Gewittern.

 

Kennst du das Leben, mein liebes Kind?

Ach nein, du tändelst in Träumen.

Oft stürmt durch das Leben der Wirbelwind

Und reißt an den knorrigsten Bäumen.

Unter Donner und Blitzen, in stürmischer Nacht

Schlägt der Mensch mit dem Schicksal die lustige Schlacht.

Was schmiegst du dich an mich mit Zittern?

He, holla! Mich freut das Gewittern.

 

Wie brannte die Sonne so heiß und so dumpf!

Die Bäume, sie rangen nach Odem;

Nun flutet es feucht, und der dürrste Stumpf

Saugt ein den köstlichen Brodem.

Wenn träge die Sonne das Leben verbrennt,

Willkommen dann, schlagendes Element!

Lass ab von Zagen und Zittern,

He, holla! Mich freut das Gewittern.

 

Albert Bierstadt Aufziehendes Gewitter im Tal
Albert Bierstadt (1830-1902) war ein amerikanischer Maler deutscher Herkunft.

Albert Bierstadt, Bayerische Landschaft
Albert Bierstadt (1830-1902) war ein amerikanischer Maler deutscher Herkunft.

Martin Johnson Heade, Approaching Thunder Storm, 1859
Martin Johnson Heade (1819-1904) war ein US-amerikanischer Maler.

 

Martin Johnson Heade, Newburyport Meadows, MET
Martin Johnson Heade (1819-1904) war ein US-amerikanischer Maler.

 

Martin Johnson Heade, Thunder Storm on Narragansett Bay
Martin Johnson Heade (1819-1904) war ein US-amerikanischer Maler.

Hedwig Lachmann 1865-1918

Schwermut

 

Mir ist, wie wenn in einer Sommernacht

Die Menschen schweigsam in den Lauben sitzen.

Die Luft ist schwer. Ein Wolkenhimmel dacht

Sich über ihnen. Und die Fernen blitzen.

 

Sie fragen in die Höh: Kommt wohl ein Sturm?

Und legen spät sich und bekümmert schlafen.

Und lauschen oft gepresst, ob nicht vom Turm

Ihr Ohr im Halbschlaf Glockenklänge trafen.

 

 

 

Julius von Leypold, Landschaft mit aufziehendem Gewitter, Karlsruhe, Kunsthalle 
Carl Julius von Leypold (1806-1874) war ein deutscher Landschaftsmaler der Romantik.

Narcisso Virgilio Díaz de la Peña, Approaching Thunderstorm
Narcisso Virgilio Díaz de la Peña (1807-1876) war ein französischer Maler.

Karl Harald Alfred Broge, Coming Storm, 1927
Karl Harald Alfred Broge (1870-1955) war dänischer Maler.

Georg Heym 1887-1912

Die nahen Donner schallten...

 

Die nahen Donner schallten von dem Fluß.

Der Wind ergriff der Inselpappel Laub,

Und warf's dem Ufer zu als Herbstes Gruß.

Die Straße lang erhob sich grauer Staub.

 

Die Vögel flohen ihrer Nistung Schutz

Unsicher flatternd über dunkler Flur.

Ein Falke nur bot drohndem Sturme Trutz

Und zog gelassen seine runde Spur.

 

 

 

Jens Juel, A Storm brewing behind a Farmhouse in Zealand, 1795
Jens Jørgensen Juel (1745-1802) war ein dänischer Maler.

Gustave Courbet, The Approaching Storm, The Gust of Wind 
Jean Désiré Gustave Courbet (1819-1877) war ein französischer Maler des Realismus.

Georg Heym 1887-1912

 

Der Himmel wird so schwarz, als würd es Nacht.

Der bleiche Schein der fernen Blitze loht.

Wie Todes Aug aus gelber Maske droht.

Das Wetter zieht herauf in dunkler Pracht.

 

Der erste Windstoß preßt die Kiefern rauh.

Die Raben wirbeln auf wie schwarzes Laub.

Vom weißen Strande wälzt sich hoch der Staub.

Und zieht zur See hinaus wie Wolken grau.

 

Die Möwen ziehn am Wasser ihren Kreis.

Ihr Fittich ist wie Frauenschultern rein.

Des Ufers Villen stehen in dem Schein

Des wetterdunklen Himmels seltsam weiß.

 

Der Regen rauscht in Abends Dunkelheit.

Fern in den Wolken noch der Donner hallt.

Im Wind und Regen friert der Uferwald

Wie in Novemberabends Traurigkeit.

 

 

 

Walter Withers, The Storm
Walter Herbert Withers (1854-1914) war ein australischer Landschaftskünstler und ein Mitglied der Heidelberger Schule, der australischen Impressionisten.

Paul Huet, Le retour du Grognard
Paul Huet (1803-1869) war ein französischer Maler, Zeichner und Radierer. 

Alexandre Calame, Mountain Torrent before a Storm 
Alexandre Calame (1810-1864) war ein Schweizer Maler.

Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Sommer

 

Der Sommer folgt. Es wachsen Tag und Hitze,

und von den Auen dränget uns die Glut;

doch dort am Wasserfall, am Felsensitze

erquickt ein Trunk, erfrischt ein Wort das Blut.

 

Der Donner rollt, schon kreuzen sich die Blitze,

die Höhle wölbt sich auf zur sichern Hut,

dem Tosen nach kracht schnell ein knatternd Schmettern;

doch Liebe lächelt unter Sturm und Wettern.

 

 

 

Bruce Crane, Impending Storm
Robert Bruce Crane (1857-1937) war ein US-amerikanischer Maler.

Henry Dawson, The Coming Storm 
Henry Dawson (1811–1878) war ein britischer Landschaftsmaler.

Pyotr Suchodolski, Approaching Storm, Sheep on a River Bank
Pyotr Alexandrovitch Suchodolski (1835–1903) war ein russischer Maler.

Paula Dehmel (1862 - 1918)

Ich bin der Juli

 

Grüß Gott! Erlaubt mir, dass ich sitze.

Ich bin der Juli, spürt ihr die Hitze?

 

Kaum weiß ich, was ich noch schaffen soll,

die Ähren sind zum Bersten voll;

 

reif sind die Beeren, die blauen und roten,

saftig sind Rüben und Bohnen und Schoten.

 

So habe ich ziemlich wenig zu tun,

darf nun ein bisschen im Schatten ruhn.

 

Duftender Lindenbaum,

rausche den Sommertraum!

 

Seht ihr die Wolke? Fühlt ihr die Schwüle?

Bald bringt Gewitter Regen und Kühle.

 

Johann Wilhelm Schirmer, Heranziehendes Gewitter in der römischen Campagna, Karlsruhe Kunsthalle 
Johann Wilhelm Schirmer (1807-1863) war ein deutscher Landschaftsmaler und Grafiker der Düsseldorfer Schule. 

 

Gustav Klimt, Aufziehendes Gewitter, Wien, Leopold Museum 
Gustav Klimt (1862-1918) war ein bedeutender österreichischer Maler, einer der bekanntesten Vertreter des Wiener Jugendstils und Gründungspräsident der Wiener Secession.

Hermann Rüdisühli, Aufziehendes Gewitter
Traugott Hermann Rüdisühli (1864-1944) war ein Schweizer Maler

Joachim Winterfeld von Damerow 1873-1934

Heraufziehendes Gewitter

 

Erd' und Himmel, grell besonnt,

sind bedrängt von dumpfem Glühen.

Tief am flimmernden Horizont

wächst ein bleiches Blühen.

 

Brünstiger Atem wiegt und wellt

raschelnde Ähren, die reifensmatten.

Über dem jäh erblassenden Feld

ziehende Wolkenschatten.

 

Zögernd schwindet der Sonnenglast,

reglos stehen die Roggenschläge.

Unter der finsteren Wolkenlast

bleichen die Weiden am Wege.

 

Weiß in die grollende Wetternacht

flatternde Schmetterlinge,

wie Gebetlein angstentfacht,

so kleinlaut und geringe.

 

 

 

Barend Cornelis Koekkoek, A Coming Storm, 1855, Museums Sheffield
Barend Cornelis Koekkoek (1803-1862) war ein niederländischer Landshaftsmaler.

George Inness, Coming Storm ca.1879
George Inness (1825-1894) war ein amerikanischer tonalistischer Maler.

 

George Inness, The Lonely Farm, Nantucket, Art Institute of Chicago
George Inness (1825-1894) war ein amerikanischer tonalistischer Maler.

Carl Busse 1872-1918

Vor dem Gewitter

 

Schwül drückte die Luft und der Tag versank,

Und die Lande lagen in Träumen,

Wie pochende Reue flüsterte bang

Der Thauwind in den Bäumen.

 

Kein Licht am Himmel, der Vollmond schlief

In dunklen Wolkengezelten,

Ein Vogel schwirrte, und geisterhaft rief

Sein Schrei durch die ängstlichen Welten.

 

Sonst hörtest du nichts; nur hier und da

Schwergehend ein Atemholen -

Wie Frauenhaarduft, betäubend und nah -

Von Rosen und Nachtviolen.

 

Zwei Fledermäuse flatterten grau,

Und hinter den thauwindgescheuchten,

Fliehenden Wolken, schweflig und blau,

Glühte ein Wetterleuchten.

 

 

 

Isaak Lewitan, Before the storm, 1890
Isaak Iljitsch Lewitan (1860-1900) war einer der bedeutendsten russischen Maler des Realismus.

 

Isaak Lewitan, In the Vicinity of the Savvino-Storozhevsky Monastery
Isaak Iljitsch Lewitan (1860-1900) war einer der bedeutendsten russischen Maler des Realismus.

Rex Cole, The Coming Storm, On Holmbury Hill
Reginald ("Rex") George Vicat Cole (1870–1940) war ein englischer Landschaftsmaler.

Georg Britting 1891-1964

Vor dem Gewitter

 

Der Nußbaum glänzt mit allen tausend Blättern.

Es fällt ein Blatt herab mir in den Wein.

Die Luft ist dumpf. Es riecht nach Blitz und Wettern.

Das Blatt fährt wie ein Schifflein auf dem Wein.

Ein zartes Donnern. Drüben. Überm Fluß.

Das grüne Blatt, ich hol es aus dem Wein.

Der schmeckt ein wenig bitter nun nach Nuß.

Ein wenig Bittres darf in allem sein,

Im Wort des Freundes, und im Liebeskuß -

Warum nicht auch im Wein?

 

 

 

Homer Watson, A Coming Storm in the Adirondacks, 1879, Musée des beaux-arts de Montréal 
Homer Watson (1855-1936) war ein kanadischer Maler.

Fanny Maria Churberg, Felsenhügel - Landscape from Uusimaa
Fanny Maria Churberg (1845-1892 in Helsinki) war eine finnische Landschaftsmalerin.

Jean-François Millet, Approaching Storm
Jean-François Millet (1814-1875) war ein französischer Maler des Realismus.

Hans Jakob Breiter 1845-1893

Das Gewitter

 

Mir schien, als ich gen Himmel sah,

Ein Ungewitter drohend nah’.

 

Die Luft war schwül und finster, schwer

Hing über mir ein Wolkenmeer.

 

Schon sah ich bang’ der Blitze Sprüh’n,

Der Wolken schwarze Nacht durchzieh’n.

 

Schon hört’ ich, wie des Donners Groll

Von Ost nach Westen dröhnend scholl.

 

Und bange schaut’ ich rings umher,

Ob nirgends eine Zuflucht wär’.

 

Da hauchte sanft ein Windchen drein,

Und blies den Himmel wieder rein.

 

Und strahlend zog am Himmels Plan,

Die Sonne wieder ihre Bahn.

 

Verbirgt sich einst dein Sonnenlicht,

Dann, armes Herz, verzage nicht.

 

Wenn dir ein Ungewitter droht,

So schwarz es sei, vertraue Gott.

 

Schnell ist, haucht Seine Liebe drein,

Dein Lebenshimmel wieder rein.

 

 

 

Iwan Choultse, The Approaching Storm 
Iwan Fedorowitsch Choultsé (1874-1939) war ein Maler des russischen Realismus.

 

Iwan Choultsé, A storm on the horizon
Iwan Fedorowitsch Choultsé (1874-1939) war ein Maler des russischen Realismus.

Iwan Schischkin, Before the Storm, 1884, The Russian State Museum
Iwan Iwanowitsch Schischkin (1832-1898) war ein russischer Maler und Grafiker.

Georg Trakl 1887-1914

Sommer

 

Am Abend schweigt die Klage

des Kuckucks im Wald.

Tiefer neigt sich das Korn,

der rote Mohn.

 

Schwarzes Gewitter droht

über dem Hügel.

Das alte Lied der Grille

erstirbt im Feld.

 

Nimmer regt sich das Laub

der Kastanie.

Auf der Wendeltreppe

rauscht dein Kleid.

 

Stille leuchtet die Kerze

im dunklen Zimmer;

eine silberne Hand

löschte sie aus;

 

windstille, sternlose Nacht.

 

 

 

 

Pawel Merwart, Refuge Before a Storm, 1880
Pawel Merwart (1855-1902) war ein französischer Maler und Illustrator polnischer Abstammung.

 

 

Jean-François Millet, Retreat from the Storm, MET
Jean-François Millet (1814-1875) war ein französischer Maler des Realismus.

 

 

Karl Friedrich Gottlob Wetzel 1779-1819

Ungewitter

 

Horch und sieh! Die Blitze dröhnen

Und die dumpfen Täler stöhnen,

Die Natur im Fiebertraum

Wälzt Gewitter durch den Raum.

Wenn mich das Gewirr umschauert,

In der Luft der Zufall kauert,

Mahnt ein Götterbote mich:

"Daß du Mensch bist, freue dich!

Sollen all' die Graungewalten

Zur Bedeutung sich gestalten,

Müssen sie, dir untertan,

Deiner Macht sich schmiegen an.

Du nur schaffst durch dein Beraten

Dieses Wurfspiel um zu Taten,

Hauchst in den verworrnen Drang

Sprache, Geist und Seelenklang!"

 

 

 

 

Konstantin Egorovich Makowsky,

Kinder, die vor einem Gewitter fliehen
Konstantin Egorovich Makowsky (1839-1915) war ein russischer Maler und Mitglied der Gruppe der Wanderaussteller.Sein Bruder war der Maler Wladimir Makowski.

 

Reinhard Sebastian Zimmermann, Das nahende Gewitter, 1864.
Reinhard Sebastian Zimmermann (1815-1893) war ein deutscher Maler.

Emil Rittershaus 1834-1897

 

Über dem Haupt dir

Segeln die Wolken,

Tragen den schnellen

Tötenden Blitz.

 

Über dem Haupt dir

Strahlen die Sterne,

Winken dir traut

In trauriger Nacht.

 

Nieder zu dir hin

Fahren die Blitze,

Doch zu den Sternen

Streben mußt du!

 

 

 

Giuseppe De Nittis, The Approach of the Storm
Giuseppe Gaetano De Nittis (1846-1884) war ein italienischer Maler des Impressionismus.

Das gefährlichste

Möbelstück ist die

›Lange Bank‹,
das gefährlichste

Instrument die

›Alte Leier‹.
Abraham a Sancta Clara

Wer Trinken, Rauchen und Sex aufgibt,

lebt auch nicht länger.

Es kommt ihm nur so vor.
Sigmund Freud

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Was wir brauchen,

sind ein paar verrückte Leute;

seht euch an,

wohin uns die Normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw

Der Kluge lernt aus allem
und von jedem,
der Normale aus
seinen Erfahrungen und
der Dumme
weiß alles besser.
Sokrates
Es ist schon alles gesagt,
nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Um ernst zu sein,

genügt Dummheit,

während zur Heiterkeit

ein großer Verstand unerläßlich ist.
William Shakespeare

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Blüte edelsten Gemütes
ist die Rücksicht;
doch zuzeiten
sind erfrischend

wie Gewitter
goldne Rücksichtslosigkeiten.

Theodor Storm

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Franz Dewes

fjdewes@buchkult-dewes.de

 

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