BuchKult
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Der Mai

 

Dieser Monat ist ein Kuß,

den der Himmel gibt der Erde,

Daß sie jetzund seine Braut,

künftig eine Mutter werde.

 

Friedrich von Logau 1604-1655

 

Adalbert Holzer, Der Mai ist gekom... - aus Guckkasten 09-1911
Adalbert Holzer (1881-1966) war ein deutscher Maler.

Emanuel Geibel 1815-1884

Der Mai ist gekommen

 

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus.
Da bleibe wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus.
Wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die Weite, weite Welt.

 

Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt'!
Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht.
Es gibt so manche Straße, da nimmer ich marschiert;
es gibt so manchen Wein, den nimmer ich probiert.

 

Frisch auf drum, frisch auf im hellen Sonnenstrahl,
wohl über die Berge, wohl durch das tiefe Tal!
Die Quellen erklingen, die Bäume rauschen all-
mein Herz ist wie 'ne Lerche und stimmet ein mit Schall.

 

Und abends im Städtchen, da kehr' ich durstig ein:
Herr Wirt, mein Herr Wirt, eine Kanne blanken Wein!
Ergreife die Fiedel, du lustiger Spielmann du,
von meinem Schatz das Liedel, das sing' ich dazu.

 

Und find ich keine Herberg', so lieg' ich zur Nacht
wohl unter blauem Himmel, die Sterne halten Wacht.
Im Winde, die Linde, die rauscht mich ein gemach,
es küsset in der Früh' das Morgenrot mich wach.

 

O Wandern, o wandern, du freie Burschenlust!
Da wehet Gottes Odem so frisch in der Brust;
da singet und jauchzet das Herz zum Himmelszelt:
Wie bist du doch so schön, o du weite, weite Welt!

 

 

 

 

Hans Thoma, Mai
Hans Thoma (1839-1924) war ein deutscher Maler und Grafiker.

 

Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Mailied

 

Wie herrlich leuchtet

Mir die Natur!

Wie glänzt die Sonne!

Wie lacht die Flur!

Es dringen Blüten

Aus jedem Zweig

Und tausend Stimmen

Aus dem Gesträuch.

 

Und Freud' und Wonne

Aus jeder Brust.

O Erd', o Sonne!

O Glück, o Lust!

 

O Lieb', o Liebe!

So golden schön,

Wie Morgenwolken

Auf jenen Höhn!

 

Du segnest herrlich

Das frische Feld,

Im Blütendampfe

Die volle Welt.

 

O Mädchen, Mädchen,

Wie lieb' ich dich!

Wie blickt dein Auge!

Wie liebst du mich!

 

So liebt die Lerche

Gesang und Luft,

Und Morgenblumen

Den Himmelsduft,

 

Wie ich dich liebe

Mit warmem Blut,

Die du mir Jugend

Und Freud' und Mut

 

Zu neuen Liedern

Und Tänzen gibst.

Sei ewig glücklich,

Wie du mich liebst!

 

 

 

Francesco Bassano, Mai
Francesco Bassano der Jüngere (1549-1592), eigentlich Francesco Giambattista da Ponte, war ein italienischer Maler.

Adam von Kamp 1761-1867

Alles neu macht der Mai

 

Alles neu macht der Mai,

macht die Seele frisch und frei.

Laßt das Haus, kommt hinaus!

Windet einen Strauß!

Rings erglänzet Sonnenschein,

duftend prangen Flur und Hain:

Vogelsang, Hörnerklang

tönt den Wald entlang.

 

Wir durchziehen Saaten grün,

Haine, die ergötzend blüh'n,

Waldespracht, neu gemacht

nach des Winters Nacht.

Dort im Schatten an dem Quell

rieselnd munter silberhell

Klein und Groß ruht im Moos,

wie im weichen Schoß.

 

Hier und dort, fort und fort,

wo wir ziehen, Ort für Ort,

alles freut sich der Zeit,

die verschönt erneut.

Widerschein der Schöpfung blüht

uns erneuend im Gemüt.

Alles neu, frisch und frei

macht der holde Mai.

 

 

 

Abel Grimmer, May from set of months of the year, 1609
Abel Grimmer (um 1570–1620) war ein flämischer Maler der Spätrenaissance, hauptsächlich von Landschaften und in geringerem Maße von Architekturmalereien .

Friedrich von Hagedorn

Der Mai

 

Der Nachtigall reizende Lieder

Ertönen und locken schon wieder

Die fröhlichsten Stunden ins Jahr.

Nun singet die steigende Lerche,

Nun klappern die reisenden Störche,

Nun schwatzet der gaukelnde Star.

 

Wie munter sind Schäfer und Herde!

Wie lieblich beblümt sich die Erde!

Wie lebhaft ist itzo die Welt!

Die Tauben verdoppeln die Küsse,

Der Entrich besuchet die Flüsse,

Der lustige Sperling sein Feld.

 

Wie gleichet doch Zephyr der Floren!

Sie haben sich weislich erkoren,

Sie wählen den Wechsel zur Pflicht.

Er flattert um Sprossen und Garben,

Sie liebet unzählige Farben,

Und Eifersucht trennet sie nicht.

 

Nun heben sich Binsen und Keime,

Nun kleiden die Blätter die Bäume,

Nun schwindet des Winters Gestalt;

Nun rauschen lebendige Quellen

Und tränken mit spielenden Wellen

Die Triften, den Anger, den Wald.

 

Wie buhlerisch, wie so gelinde

Erwärmen die westlichen Winde

Das Ufer, den Hügel, die Gruft!

Die jugendlich scherzende Liebe

Empfindet die Reizung der Triebe,

Empfindet die schmeichelnde Luft.

 

Nun stellt sich die Dorfschaft in Reihen,

Nun rufen euch muntre Schalmeien,

Ihr stampfenden Tänzer, hervor!

Ihr springet auf grünender Wiese,

Der Bauernknecht hebet die Liese

In hurtiger Wendung empor.

 

Nicht fröhlicher, weidlicher, kühner

Schwang vormals der braune Sabiner

Mit männlicher Freiheit den Hut.

O reizet die Städte zum Neide,

Ihr Dörfer voll hüpfender Freude!

Was gleichet dem Landvolk an Mut?

 

 

 

Hendrick Goltzius, Naar ontwerp van Gillis Mostaert, Mei Maivs, De twaalf maanden
Hendrick Goltzius (1558-1616 oder 1617) war ein niederländischer Maler und Kupferstecher. Sein Werk ist dem Manierismus zuzuordnen.

Heinrich Seidel 1842-1906

Frühkonzert im Mai

 

Die Lerche steigt am Morgen

Noch vor der Sonne auf -

In Dämmerschein verborgen

Schwebt singend sie hinauf.

Sie badet ihr Gefieder

Im ersten Morgenstrahl

Und stürzt sich jauchzend nieder

Ins grüne Wiesenthal.

 

Was hat der Fink zu schlagen

Auf seinem grünen Ast?

Er hat nicht viel zu sagen,

Doch sagt er’s ohne Rast

Die Schwalbe gar im Fluge

Singt hell ihr krauses Lied.

Dieweil der Staar, der kluge,

Die Silbertöne zieht.

 

Die Nachtigall im Flieder

Sang schon die ganze Nacht,

Nun jauchzet sie schon wieder,

Da kaum der Tag erwacht.

Wie drängt in Frühlingstagen

Sich Liebe, Lust und Leid -

Es ist nicht auszusagen

In dieser kurzen Zeit!

 

In jungen Blüthenzweigen

Da rieseln fröhlich hin

Wie Pfeifen und wie Geigen

Grasmücken-Melodien.

Es tönt vom Erlenhage

Mit weichem Flötenklang

Wie eine sanfte Frage

Des Fitis holder Sang.

 

Es jauchzt von allen Ästen,

Aus jedem Busch hervor -

Klingt manches nicht zum besten,

Es macht sich doch im Chor.

Denn horch nur - welch ein Schwätzen

Im Schilfrohr, welch Geknarr -

Halb klingt’s wie Sichelwetzen

Und halb wie Froschgequarr!

 

Es brüllt im Sumpf die Dommel

Von Frühlingslust erfasst,

Der Specht rührt seine Trommel

Auf einem dürren Ast.

Der Storch im Wiesengrunde

Will auch nicht müssig sein,

Als dritter nun im Bunde

Fällt er mit Klappern ein.

 

Dem frühlingstrunknen Ohre

Erscheint auch dieses schön -

Zu einem frohen Chore

Schwillt all dies Lustgetön,

Und seine Klänge schweben

Empor zum Himmelszelt!

"Wie herrlich ist das Leben

Auf dieser schönen Welt!"

 

Dem frühlingstrunknen Ohre

Erscheint auch dieses schön -

Zu einem frohen Chore

Schwillt all dies Lustgetön,

Und seine Klänge schweben

Empor zum Himmelszelt!

"Wie herrlich ist das Leben

Auf dieser schönen Welt!"

 

 

 

Giuseppe Mitelli, Maggio, 1691
Giuseppe Maria Mitelli (1634–1718) war ein italienischer Kupferstecher und Maler des Barock.

 

Joseph Victor von Scheffel 1826-1886

 

Mai ist's jetzo. Für den Denker,

Der die Gründe der Erscheinung

Kennt, ist dieses nicht befremdlich.

In dem Mittelpunkt der Dinge

Stehn zwei alte weiße Katzen,

Diese drehn der Erde Achse,

Dieser Drehung Folge ist dann

Das System der Jahreszeiten.

 

Doch warum im Monat Maie

Ist das Aug' mir so beweglich,

Ist das Herz mir so erreglich?

Und warum wie festgenagelt

Muß im Tag ich sechzehn Stunden

Zum Balkon hinüberschielen,

Nach der blonden Mullimulli,

Nach der schwarzen Stibizzina?

 

 

 

Jacques Callot, Mai
Jacques Callot (1592-1635) war ein lothringischer Zeichner, Kupferstecher und Radierer.

Richard von Schaukal 1874-1942

Mai

 

Bist du endlich gekommen,

rosenfingriger Mai!

Töne deiner Schalmei

sind in den Lüften geschwommen.

 

Leise sind an den Bäumen

in einer seligen Nacht

aus ihren zagenden Träumen

weiße Blüten erwacht.

 

Hoch vom Himmel hernieder

spannt sich leuchtendes Blau,

und im glänzenden Tau

funkeln die Gräser wieder.

 

Unter den Küssen der Winde

schauernd gleitet der Bach,

stärker schon rauschen der Linde

Wimpel über dem Dach.

 

 

 

Jean Poyer, May - Picking branches
Jean Poyer (1445-1503) war ein französischer Miniaturmaler und Manuskript-Illuminator des späten 15. Jahrhunderts.

Julius Rodenberg 1831-1914

 

Wie sich die Bäume wiegen

im hellen Sonnenschein,

wie hoch die Vögel fliegen,

ich möchte hinterdrein,

möcht jubeln über Tal und Höhn.

O Welt, du bist so wunderschön

im Mai’n.

 

 

 

Jasper Broers, The Month of May
Jasper Broers (1682-1716) war ein flämischer Maler.

Kristan Von Hamle, Mitte 13. Jahrhundert

Der Frauen Preis

 

Da kommt der Mai mit Schalle!

Die Vögel singen alle;

In farbenreichem Kleide

Strahlt zauberisch die Haide.

Doch scheint ihr Glanz verblichen,

O Frau'n, mit euch verglichen.

Ihr sed so himmlisch gut,

So frei von falschem Muth,

Ihr süßen Minniglichen;

Ein Kuß von eurem Munde

Labt in des Herzens Grunde,

Mehr noch von Armen, schön und blank,

Ein williger Umfang.

 

Wer Tugend liebt und Ehre,

Der merke sich die Lehre,

"Er soll zu allen Zeiten

Der Frauen Lob verbreiten." -

Manch wonniglicher Segen

Beginnt wohl sein zu pflegen,

Wenn er sie fröhlich grüßt

Und fein die Rede süßt,

Nie kalt und nie verwegen.

Wenn rothe Lippen lachen

Muß alle Trauer schwachen;

Des holden Augenspieles Fund

Macht Herzen lieblich wund.

 

O Jubel, euch zu dienen!

Zwei Lippen wie Rubinen,

Zwei zarte Rosenwängel

Und Blicke wie die Engel

Muß jeder gerne schauen

Und eurer Huld vertrauen. -

Vor alle, was da lebt,

Und höchsten Ruhm erstrebt,

Ziemt euch der Rang, o Frauen!

Mit hunderttausend Munden

Kann Niemand würdig kunden

Und singen, was mein Lieb erhob:

Der Frauen Werth und Lob.

 

 

Follower of Cornelis Troost, Monatsbild Mai
Cornelis Troost (1696-1750) war ein Schauspieler und Maler aus dem 18. Jahrhundert aus Amsterdam.

Rudolf Presber 1868-1935

Erziehung zum Seelenfrieden

 

Ich sucht' ein heilsam Kräutchen

Mir jüngst für Herzensweh.

Da sah ich zwei Liebesleutchen

In einer Pappelallee.

 

Sie schritten so weltvergeßlich,

Treu Hand von Hand geführt,

Und waren beide so häßlich

Und beide so gerührt.

 

Sie waren von ihrem Lose

Beglückt und voll Vertraun –

Er trug 'ne karrierte Hose,

Just wie ein Zirkusclown.

 

Ihr Blick war voller Süße,

Der Abend war hell und schwül.

Sie hatte platte Füße

Und einen Ridikül.

 

Das war ein Gliedergezappel,

Die Herzen zwickte der Mai –

Sie hielten mich für 'ne Pappel

Und gingen selig vorbei.

 

Ich stand am Straßengraben

Und schaute, wie das ging;

Sich gar so lieb zu haben

Ist doch ein schönes Ding!

 

Und was die Dichter schwappeln

Von Hollerbusch und so,

Es wird auch unter Pappeln

Noch mancher herzensfroh.

 

Und wer nicht grad' nach großen

Und seltnen Freuden strebt,

Hat in karrierten Hosen

Bescheidnes Glück erlebt.

 

 

 

 

 

Mila von Luttich,

Im Maien
Mila von Luttich (1872-1929) war eine österreichische Malerin. 

 

Ioannis Kondylakis 1862-1920

 

Ein weicher Wind von Mai und Duft getragen,

Sinkt übers müde Land.

Mein offnes Fenster fängt ein Finkenschlagen,

Ein Sehnsuchtsruf, ein fernes Glockenfragen, –

Am Abendhimmel noch ein zartes Band.

 

Wie ist die Erde heut so lilienmilde,

Voll Güte unerschöpflich tief.

Ich steh vor ihrem wundersamen Bilde,

Vor dem Madonnenbild verzückt, der Wilde

Der Träumer, den sie zum Erstaunen rief.

 

Ioannis Kondylakis war ein griechischer Schriftsteller.

 

 

 

The Bostonian, May

 

Nikolaus Lenau 1802-1850

Der Postillion

 

Lieblich war die Maiennacht,

Silberwölklein flogen,

Ob der holden Frühlingspracht

Freudig hingezogen.

 

Schlummernd lagen Wies´ und Hain,

Jeder Pfad verlassen;

Niemand als der Mondenschein

Wachte auf der Straßen.

 

Leise nur das Lüftchen sprach,

Und es zog gelinder

Durch das stille Schlafgemach

All der Frühlingskinder,

 

Heimlich nur das Bächlein schlich,

Denn der Blüten Träume

Dufteten gar wonniglich

Durch die stillen Räume.

 

Rauher war mein Postillion,

Ließ die Geißel knallen,

Über Berg und Tal davon

Frisch sein Horn erschallen.

 

Und von flinken Rossen vier

Scholl der Hufe Schlagen,

Die durchs blühende Revier

Trabten mit Behagen.

 

Wald und Flur im schnellen Zug

Kaum gegrüßt - gemieden;

Und vorbei, wie Traumesflug,

Schwand der Dörfer Frieden.

 

Mitten in dem Maienglück

Lag ein Kirchhof innen,

Der den raschen Wanderblick

Hielt zu ernstem Sinnen.

 

Hingelehnt an Bergesrand

War die bleiche Mauer,

Und das Kreuzbild Gottes stand

Hoch, in stummer Trauer.

 

Schwager ritt auf seiner Bahn

Stiller jetzt und trüber;

Und die Rosse hielt er an,

Sah zum Kreuz hinüber:

 

"Halten muß hier Roß und Rad,

Mags euch nicht gefährden;

Drüben liegt mein Kamerad

In der kühlen Erden!

 

Ein gar herzlieber Gesell!

Herr, ´s ist ewig schade!

Keiner blies das Horn so hell

Wie mein Kamerade!

 

Hier ich immer halten muß,

Dem dort unterm Rasen

Zum getreuen Brudergruß

Sein Leiblied zu blasen!"

 

Und dem Kirchhof sandt´ er zu

Frohe Wandersänge,

Daß es in die Grabesruh

Seinem Bruder dränge.

 

Und des Hornes heller Ton

Klang vom Berge wieder,

Ob der tote Postillion

Stimmt´ in seine Lieder.

 

Weiter ging´s durch Feld und Hag

Mit verhängtem Zügel;

Lang mir noch im Ohre lag

Jener Klang vom Hügel.

 

 

 

Lippincott's Monthly, May, Magazine Les Maîtres de l'Affiche

 

Clara Müller-Jahnke 1860-1905

Das Lied vom Mai

 

O du glühende blühende Maienzeit!

Der Himmel so blau und das Herz so weit,

vergessen die Schmerzen und Sorgen -

und was im Finstern begraben lag,

das hebt die Augen und grüßt den Tag

und lacht in den strahlenden Morgen!

 

Und aus den Toren der Städte zieht

eine festliche Schar, und ein jubelndes Lied

steigt hoch in die schimmernde Wolke,

ein Lied von der Zeiten wechselnder Flucht,

von den Tagen der Blüte, den Monden der Frucht,

einem freien glücklichen Volke.

 

Das Lied der Zukunft! Es tönt und klingt;

auf silberschimmernden Flügeln schwingt

es sich in die dunkelste Kammer

und strömt wie liebliche Maienluft

und haucht wie schwellender Rosen Duft

in des Elends erstickenden Jammer.

 

Das Lied der Zukunft! Es rauscht und braust;

auf feuermähnigem Rosse saust

es wie die Walküre der Sage

durch die zitternde Schwüle, die dräuenden Reihn -

und der Kampf ist sein, und der Sieg ist sein,

und es jauchzt dem vernichtenden Schlage!

 

Das Lied der Zukunft, das Lied vom Mai -

aus den Banden des Alltags macht es euch frei:

heut seid ihr des Frühlings Gäste.

Und mit euch segnen auf weitem Rund

die Völker der Erde den heiligen Bund

und feiern das Fest der Feste!

 

Francisco Barrera, Alegória mesiaca máj, Slovak National Gallery
Francisco Barrera (1632-1657) war ein spanischer Maler.

Justinus Kerner 1786-1862

Rat im Mai

 

Wo Saaten sich erheben,

Wo froh die Vögel schweben

Mit Singen himmelwärts,

In linden Maientagen,

Kannst du nicht ruhig schlagen,

Du krankes, krankes Herz?

 

Geh aus auf grüner Heide,

Wo's Blümlein blüht voll Freude,

In Duft, Gesang und Strahl;

Leg' dich zu ihm darnieder,

Duft, Himmelsglanz und Lieder,

Die heilen deine Qual.

 

Laß ganz der Menschen Streben,

Sei wieder freigegeben

Der alten Einsamkeit!

Wie Vogel singt in Lüften,

Ausströmt die Blum' in Düften,

Strömt aus, o Herz! dein Leid.

 

Dann kehre sonder Trauern

In armer Städte Mauern:

Es kehret ohne Weh

Die Blum' ins Erdreich wieder,

Träumt Sonnenschein und Lieder

Tief unter Eis und Schnee.

 

Jörg Breu, Augsburg Labours of the Months, Summer, Detail May, Deutsches Historisches Museum, Berlin.
Jörg Breu (der Ältere) (um 1475/1480-1537) war ein Maler und Zeichner für Glasmalerei und Holzschnitt sowie Illuminator.

Martin Greif 1839-1911

Maienglück

 

Wieder streust du deine Düfte,

Blütenvolle Maienzeit,

Und im Atem deiner Lüfte

Ahn' ich deine Göttlichkeit.

 

In dir kehrt, die längst vergangen,

Kehrt die Jugend mir zurück,

Und in deinem Wunderprangen

Webt als Traum der Liebe Glück.

 

 

Laura Knight, May Day
Dame Laura Knight (1877-1970) war eine britische impressionistische Malerin.

Max Kalbeck (1850-1921)

Am Wege

 

Hinaus zum grünen Walde gingen zwei,

Es war zur Morgenzeit im Monat Mai.

 

Vor ihren Augen lag die Welt so schön:

Im Duft die Täler und im Glanz die Höh'n.

 

Und wo ihr leichter Schritt die Wiese trat,

Da sproßten Blumen unter ihrem Pfad.

 

Und wo ihr Blick ins Weite suchend ging,

Da flog empor ein bunter Schmetterling.

 

Und Drosselschlag und Sang der Nachtigall

War ihrer jungen Herzen Widerhall. –

 

An einem Busch, der licht in Rosen stand,

Da faßten sie einander Hand bei Hand.

 

Und wo der Wald entstieg dem weichen Grund,

Da ruhten sie beisammen Mund an Mund.

 

Sie haben nicht den alten Mann geschaut,

Ihm waren Bart und Haare tief ergraut;

 

Der saß am Wege lächelnd still und brach

Zwei Rosen sich und sah den beiden nach.

 

 

George Clausen, An orchard in May, 1885
George Clausen (1852-1944) war ein britischer Künstler, der mit Öl und Aquarell, Radierung, Mezzotinta, Trockenpunkt und gelegentlich Lithografien arbeitete.

 

Mia Holm 1845-1912

Die Liebe

 

Die Liebe willst du finden?

So suche sie im Mai,

Da sitzt auf Blütenbäumen

Die wunderholde Fei.

 

Da flattert allerwegen

Ihr weiches, grünes Haar,

Aus jeder Blume lächelt

Ihr Schelmenaugenpaar.

 

Doch soll ich gut dir raten,

So bleib ihr lieber fern,

Denn Necken und Betrügen,

Das hat sie gar zu gern.

 

Sie kost mit dir ein Weilchen

Und lässt dich dann allein,

Sie giebt für kurze Wonne

Dir lange, bange Pein.

 

 

 

 

Vlaho Bukovac, In May
Vlaho Bukovac (1855-1922) war ein aus Dalmatien stammender Maler, der lange Zeit in Prag gelebt hat. Er gilt als herausragender Vertreter des kroatischen Jugendstils.

 

Hugo von Hofmannsthal 1874-1929

Der Nachtigall Antwort

 

Nachtigall, wie sangst du so schön

Vor allen Vögelein!

Nachtigall, wie drang doch dein Lied

In jedes Herz hinein!

Wenn du sangest, rief die ganze Welt:

Jetzt muß es Frühling sein.

Nachtigall, wie drang doch dein Lied

In jedes Herz hinein!

 

Nachtigall, was schweigest du nun?

Du sangst so kurze Zeit.

Warum willst du singen nicht mehr?

Das thut mir gar zu leid.

Wenn du sangest, war mein Herz so voll

Von Lust und Fröhlichkeit.

Warum willst du singen nicht mehr?

Das thut mir gar zu leid.

 

»Wenn der Mai, wenn der liebliche Mai

Mit seinen Blumen flieht,

Ist es mir so eigen ums Herz,

Weiß nicht, wie mir geschieht.

Wollt' ich singen auch, ich könnt' es nicht,

Mir gelingt kein einzig Lied.

Ja es ist mir so eigen ums Herz,

Weiß nicht, wie mir geschieht.«

 

 

 

Thomas Falcon Marshall,

May Day Garlands
Thomas Falcon Marshall (1818–1878) war ein englischer Künstler, der als Öl- und Aquarellmaler bekannt ist.

 

Maikönigin &

Whitsun Pride (Pfingstbraut)

Pieter Bruegel der Jüngere, The Whitsun Bride
Pieter Bruegel der Jüngere (1564-1638), genannt de Helse Brueghel oder Höllenbrueghel, war ein brabantischer Genremaler.

Seit dem Mittelalter zählen Maikönigin bzw. Pfingstbrau zum europäischen Maibrauchtum. Im deutschen Kulturraum war es verbreitet, das schönste Mädchen einer Gegend zur Maikönigin bzw Pfinngstbraut zu küren ... hier weiterlesen (Wikipedia)

 

David Vinckboons, The Whitsun Bride
David Vinckboons (1576-1632) war ein niederländischer Maler.

Ludwig Heinrich Christoph Hölty 1748-1776

Mailied

 

Der Schnee zerrinnt,

Der Mai beginnt,

Die Blüten keimen

Auf Gartenbäumen,

Und Vogelschall

Tönt überall.

 

Pflückt einen Kranz,

Und haltet Tanz

Auf grünen Auen,

Ihr schönen Frauen,

Wo junge Main

Uns Kühlung streun.

 

Wer weiß, wie bald

Die Glocke schallt,

Da wir des Maien

Uns nicht mehr freuen:

Wer weiß, wie bald

Sie, leider, schallt.

 

Drum werdet froh,

Gott will es so,

Der uns dies Leben

Zur Lust gegeben!

Genießt der Zeit,

Die Gott verleiht!

 

 

 

David Rijckaert, The Whitsun bride
David Ryckaert – auch David Ryck(h)aert III oder Rijckaert – (1612-1661) war ein flämischer Maler. 

 

Jan Steen, The Whitsun Bride
Jan Havickszoon Steen (1626-1679) war ein niederländischer Maler, ein Meister des holländischen Genrebildes im Goldenen Zeitalter der Niederlande.
 

 

Robert Reinick 1805-1852

Mai

 

Frühling, Frühling überall,

Blüten allenthalben;

Horch, wie rauscht der Bach im Tal

Sieh', schon Störch' und Schwalben!

Lämmer springen auf den Weiden,

Kinder singen voller Freuden,

Kuckuck ruft und Nachtigall:

»Frühling, Frühling überall!«

 

 

 

Richard Brakenburgh, May Queen Festival
Richard Brakenburgh oder Brakenburg (1650-1702) war ein niederländischer Maler des Goldenen Zeitalters.

Hubert Salentin, Die Maikönigin
Hubert Salentin (1822-1910) war ein deutscher Genremaler der Düsseldorfer Schule.

 

Heinrich Heine 1797-1856

 

Im wunderschönen Monat Mai,

Als alle Knospen sprangen,

Da ist in meinem Herzen

Die Liebe aufgegangen.

 

Im wunderschönen Monat Mai,

Als alle Vögel sangen,

Da hab ich ihr gestanden

Mein Sehnen und Verlangen.

 

 

 

Herbert Wilson Foster, The Procession of the May Queen
Herbert Wilson Foster (1846–1929) war ein britischer Maler.

 

John Collier, Queen Guinevere's Maying, 1900
John Collier (1850-1934) war ein britischer Schriftsteller und Maler im Stil der Präraffaeliten.
 

Demetrius Schrutz (1856-1938)

Der blühende Mai

 

Es blühen die Auen, es blühen die Bäume,

Ich träume so süße, so wonnige Träume,

Es schwellt mir die Brust und es schwellt mein Gemüts

Da sproßt auch im Herzen manch duftige Blüte;

Und wißt ihr, wer schuld wohl an alledem sei?

Kein anderer sonst als der blühende Mai!

 

Es blühen die Auen, die Blumen, sie blühen,

Mild leuchten die einen, die anderen glühen,

Wie viele der Kelche sich auch schon erschlossen,

Es kommen stets neue und neue zum Sprossen;

Und wißt ihr, wer schuld wohl an alledem sei?

Kein anderer sonst als der blühende Mai!

 

Es blühen die Blumen, die Bäume, die Auen,

Es blühen als schönste der Blumen die Frauen,

Doch schöner als alles mein Mädchen erblühet,

Von Liebe und Luft wie die Rose sie glühet;

Und küß ich die Schlanke, gesteh’ ich es frei:

Sie wäre noch schöner als blühender Mai!

 

 

John Ritchie,

The May Queen
John Ritchie (1846?-1875) war ein britischer Maler.
 

 

Herbert Gustave Schmalz, Queen of the May
Herbert Gustave Schmalz, ab 1918 Herbert Carmichael (1856-1935) war ein britischer Maler, der den Präraffaeliten zugerechnet wird.
 

Ludwig Thoma 1867-1921

Im Maien

 

Ach! Im Maien

Im Frühlingsüberschwange

Fühlt ein jedes Hundeherz

Sich getrieben von dem Drange,

Ohne Ruh

A-hu! A-hu!

Von der Liebe süßem Schmerz.

 

Milder werden ihre Sitten;

Es ergreift Melancholie

Alle, die vergeblich bitten.

Darum du

A-hu! A-hu!

Hundedame, höre sie!

 

Fühlst du keine jener Schwächen,

Die das Herrenvolk verehrt?

O! das muß sich einmal rächen!

Nur so zu!

A-hu! A-hu!

Auch der Mops hat seinen Wert.

 

Eh du's meinst, vergeht die Jugend;

Und mit der du so gegeizt,

Gerne gäbst du deine Tugend,

Alte Kuh!

A-hu! A-hu!

Die dann keinen Pinscher reizt.

 

Mädchen! sieh an diesen Hunden,

Was auch unsere Wünsche sind!

Hast du wen im Mai gefunden,

O so tu!

A-h ! A-hu!

Alles, was er will, mein Kind!

 

William Holman Hunt, May Morning on Magdalen College, Oxford, Ancient Annual Ceremony
William Holman Hunt (1827-1910) war ein britischer Maler und einer der Gründer der Gruppe der Präraffaeliten.

Otto Julius Bierbaum 1865-1910

Mai

 

Nun aber hebt zu singen an

Der Mai mit seinen Winden.

Wohl dem, der suchen gehen kann

Und bunte Blumen finden!

 

Die Schönheit steigt millionenfach

Empor aus schwarzer Erden;

Manch eingekümmert Weh und Ach

Mag nun vergessen werden.

 

Denn dazu ist der Mai gemacht,

Daß er uns lachen lehre.

Die Herzen hoch! Und fortgelacht

Des Grames Miserere!

 

Elizabeth Adela Forbes, Here we are gathering nuts in May
Elizabeth Adela Forbes (1859-1912) war eine kanadische Malerin des Spätimpressionismus und wichtige Vertreterin der Newlyn School, einer Künstlerkolonie des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Théophile-Louis Deyrolle, May song
Théophile-Louis Deyrolle (1844-1923) war ein französischer Maler, Illustrator und Keramiker.

Achim von Arnim 1781-1831 &

Clemens Brentano 1778-1842

Mailied

 

Im Maien im Maien ists lieblich und schön,

Da finden sich viel Kurzweil und Wonn';

Frau Nachtigall singet,

Die Lerche sich schwinget

Über Berg und über Thal.

 

Die Pforten der Erde, die schließen sich auf,

Und lassen so manches Blümlein herauf,

Als Lilien und Rosen,

Violen, Zeitlosen,

Cypressen und auch Nägelein.

 

In solchen wohlriechenden Blümlein zart,

Spazieret eine Jungfrau von edeler Art;

Sie windet und bindet,

Gar zierlich und fein,

Ihrem Herzallerliebsten ein Kränzelein.

 

Da herzt man, da scherzt man, da freuet man sich,

Da singt man, da springt man, da ist man fröhlich;

Da klaget ein Liebchen

Dem andern sein' Noth,

Da küßt man so manches Mündlein roth.

 

Ach Scheiden, ach Scheiden, du schneidendes Schwerdt,

Du hast mir mein junges frisch Herzlein verkehrt.

Wiederkommen macht,

Daß man Scheiden nicht acht't;

Ade, zu tausend guter Nacht.

 

Im Maien, im Maien, da freuet man sich,

Da singt man, da springt man, da ist man fröhlich,

Da kommet so manches

Liebchen zusammen;

Ade, in tausend Gottes Namen.

 

(aus: Des Knaben Wunderhorn)

 

 

 

The New Yorker,

May 2, 1942

 

William Glackens, May Day, Central Park, ca.1904
William James Glackens (1870-1938) war ein amerikanischer Maler und Illustrator.

Theodor Storm 1817-1888

Mai

 

Die Kinder schreien »Vivat hoch!«

In die blaue Luft hinein;

Den Frühling setzen sie auf den Thron,

Der soll ihr König sein.

 

Die Kinder haben die Veilchen gepflückt,

All, all, die da blühten am Mühlengraben.

Der Lenz ist da; sie wollen ihn fest

In ihren kleinen Fäusten haben.

 

George Bellows, May Day in Central Park, 1905
George Wesley Bellows (1882-1925) war ein amerikanischer Maler, Zeichner und Lithograf.

Maurice Brazil Prendergast, May Day Central Park, 1901
Maurice Brazil Prendergast (1858-1924) war ein US-amerikanischer Aquarellist des Post-Impressionismus.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1798–1874

Zum Reigen herbei

 

Zum Reigen herbei

Im fröhlichen Mai!

Mit Blüten und Zweigen

Bekränzt euch zum Reigen!

Im fröhlichen Mai

Zum Reigen herbei!

 

Zum Reigen herbei!

Mit Jubelgeschrei

Die Vögel sich schwingen,

Sie rufen und singen

Mit Jubelgeschrei:

Zum Reigen herbei!

 

 

Maurice Brazil Prendergast, Maypole, c.1903
Maurice Brazil Prendergast (1858-1924) war ein US-amerikanischer Aquarellist des Post-Impressionismus.
 

Maurice Brazil Prendergast, May Day, 1903
Maurice Brazil Prendergast (1858-1924) war ein US-amerikanischer Aquarellist des Post-Impressionismus.

Max Dauthendey 1867-1918

Erster Mai

 

Erster Mai.

Alle Wiesen keimen,

Alle Vögel reimen,

Kleine Blumen scheinen,

Mädchen in lachendem Schwarm,

Tausend Sonnen warm.

 

Mai, du machst mich arm,

Ich muß niederknien,

In meine Hände weinen.

 

 

 

Maikäfer, Die Gartenlaube, 1879

Maikäfer, frz. hannetons

Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Maikäfer nicht nur als Hühnerfutter genutzt, sondern fanden auch in der Küche Verwendung. In Frankreich und Teilen Deutschlands wurden sie geröstet und zu Maikäfersuppe verarbeitet. In Konditoreien waren sie verzuckert oder kandiert als Nachtisch zu haben. Wikipedia

 

 

Paul Gavarni, Le Marchand de Hannetons
Gavarni, genannt Paul Gavarni (Hippolyte Sulpice Guillaume Chevalier) (1804-1866) war ein französischer Zeichner, Grafiker und Karikaturist. 

 

Clemens Brentano 1778-1842

 

Wie sich auch die Zeit will wenden, enden

Will sich nimmer doch die Ferne,

Freude mag der Mai mir spenden, senden

Möcht' Dir alles gerne, weil ich Freude mir erlerne,

Wenn Du mit gefaltnen Händen

Freudig hebst der Augen Sterne.

 

Alle Blumen mich nicht grüßen, süßen

Gruß nehm' ich von Deinem Munde.

Was nicht blühet Dir zu Füßen, büßen

Muß es bald zur Stunde, eher ich auch nicht gesunde,

Bis Du mir mit frohen Küssen

Bringest meines Frühlings Kunde.

 

Wenn die Abendlüfte wehen, sehen

Mich die lieben Vöglein kleine

Traurig an der Linde stehen, spähen

Wen ich wohl so ernstlich meine, daß ich helle Tränen weine,

Wollen auch nicht schlafen gehen,

Denn sonst wär' ich ganz alleine.

 

Vöglein euch mag's nicht gelingen, klingen

Darf es nur von ihrem Sange,

Wie des Maies Wonneschlingen, singen

Alles ein in neuem Zwange; aber daß ich Dein verlange

Und Du mein, mußt Du auch singen,

Ach das ist schon ewig lange.

 

 

Charles Vernet, Marchand de hannetons
Antoine Charles Horace Vernet, gelegentl. Carle Vernet, (1758-1836) war ein französischer Maler, Zeichner und Lithograf. 

 

Heinrich Leuthold 1827-1879

Lebewohl

 

Noch einmal laß, du holde Fei,

In meinem Arm dich wiegen!

Das war ein wundersamer Mai,

So süß und so verschwiegen.

 

Ich kann es nicht; doch könnt' ich's auch,

Ich möchte dich nicht halten,

Da sich im ersten Frühlingshauch

Die Schwingen dir entfalten.

 

Du weißt es wohl, die tiefste Kluft

Liegt zwischen unsern Pfaden;

Es ist dein Loos, in Glanz und Duft

Des Glückes dich zu baden.

 

Leb' wohl, leb' wohl! Das Band zerriß,

Gewoben aus eitel Wonne...

Mein Leben liegt in Finsterniß,

Du bist ein Kind der Sonne.

 

 

Christian Tunica, Maikäferhändler, Vorstudie ca.1834
Johann Christian Ludwig Tunica (1795-1868) war ein deutscher Maler und Daguerreotypist. 

 

 

Jules Breton, Jeune paysanne jouant avec des hannetons.
Jules Adolphe Aimé Louis Breton (1827-1906) war ein französischer Maler.

 

Emil Claar 1842-1930

Der letzte Mai

 

Heut ist der allerletzte Mai

Und der schöne Frühling vorbei.

Wie gut, daß der Mensch nicht weiß, nicht sieht,

An welchem Tag sein Frühling entflieht!

 

 

 

Cedric Morris, May Flowering Irises No. 2, 1935
Sir Cedric Lockwood Morris (1889-1982) war ein britischer Maler, Kunstlehrer und Botaniker. 

 

Das gefährlichste

Möbelstück ist die

›Lange Bank‹,
das gefährlichste

Instrument die

›Alte Leier‹.
Abraham a Sancta Clara

Wer Trinken, Rauchen und Sex aufgibt,

lebt auch nicht länger.

Es kommt ihm nur so vor.
Sigmund Freud

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Was wir brauchen,

sind ein paar verrückte Leute;

seht euch an,

wohin uns die Normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw

Der Kluge lernt aus allem
und von jedem,
der Normale aus
seinen Erfahrungen und
der Dumme
weiß alles besser.
Sokrates
Es ist schon alles gesagt,
nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Um ernst zu sein,

genügt Dummheit,

während zur Heiterkeit

ein großer Verstand unerläßlich ist.
William Shakespeare

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Blüte edelsten Gemütes
ist die Rücksicht;
doch zuzeiten
sind erfrischend

wie Gewitter
goldne Rücksichtslosigkeiten.

Theodor Storm

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Franz Dewes

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