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Geschichte des Kartoffelanbaus

 

Robert Müller, Kartoffelernte Friedrich II - der König überall
Robert Müller (später: Warthmüller, 1859-1895) war ein deutscher Maler.

Friedrich der Große war bekannt für seine unangekündigten Inspektionsreisen durch sein Land. Anlässlich seiner Einführung der Kartoffel als Grundnahrungsmittel per Anordnung 1756 kontrollierte der Große König auch die Bauern in den Dörfern. Eine solche Szene hat Robert Müller (gen. Warthmüller, 1712-1786) in seinem Gemälde "Die Kartoffelernte" festgehalten.

 

 

Kartoffelbefehl, auch Kartoffelerlass, ist eine Bezeichnung für Anordnungen, Rundschreiben und Verordnungen Friedrichs II. von Preußen an die Beamten seiner Provinzen, in denen er sich bemühte, den Anbau der Kartoffel in den preußischen Provinzen durchzusetzen. Es sind 15 solcher „Kartoffelbefehle“ bekannt; der erste wurde 1746 anlässlich einer Hungersnot in Pommern erlassen. hier weiterlesen (Wikipedia

 

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Robert Müller, Kartoffelernte Friedrich II - der König überall 2

Das brandenburgische Kurfürstenpaar bei der Kartoffelernte 1659 in Oranienburg, Künstler nicht bekannt

Verteilung von Kartoffelland, aus Die Gartenlaube, 1891

 

Anonym, Porträt von Antoine Augustin Parmentier (1737-1813) mit einer Kartoffelblüte

 

Antoine Augustin Parmentier (1737-1813) war ein französischer Pharmazeut und Agronom.

 

Parmentier erlernte in Montdidier und in Paris die Pharmazie und arbeitete seit 1757 bei den Hospitälern der in Hannover operierenden Armee und seit 1766 am königlichen Invalidenhaus.

 

Als bei der Hungersnot 1769 die Académie française in Paris einen Preis auf die beste Abhandlung über diejenigen Gemüse aussetzte, welche das Brot ersetzen könnten, erwarb sich Parmentier diesen Preis durch seine Schrift über den Kartoffelanbau, zu dessen Verbreitung in Frankreich er in der Folge wesentlich mit beitrug.

hier weiterlesen (Wikipedia)

 

 

Louis XVI (1754-1793) besucht das erste Kartoffelfeld in der Ebene der Sablons. Antoine Augustin Parmentier (1737-1813) überreicht ihm Kartoffelblüten, um 1785. Gravur in „La Nature

 

Bauern stehlen die Kartoffeln, die von Antoine Augustin Parmentier, dem französischen Agronomen (1773-1813), angebaut wurden.

Die Kartoffel in der Geschichte

 

Daniel MacDonald, The Discovery of the Irish Potato Blight - Die Entdeckung der irischen Kartoffelfäule, 1847, National Folklore Collection, University College Dublin
Daniel MacDonald (1821-1853) war ein irischer Künstler.

Große Hungersnot in Irland 1845-1849

 

Die als Große Hungersnot (irisch An Gorta Mór; englisch Great Famine oder Irish potato famine) in die Geschichte eingegangene Hungersnot zwischen 1845 und 1849 war die Folge mehrerer durch die damals neuartige Kartoffelfäule ausgelöster Missernten, durch die das damalige Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung Irlands, die Kartoffel, vernichtet wurde. Die Folgen der Missernten wurden durch die Laissez-faire-Ideologie und die wirtschaftsliberale Politik der Whig-Regierung unter Lord John Russell noch erheblich verschärft.

Infolge der Hungersnot starben eine Million Menschen, etwa zwölf Prozent der irischen Bevölkerung. Weitere zwei Millionen wanderten aus. hier weiterlesen, Wikipedia

 

 

 

Searching for Potatoes in a Stubble Field, Illustrated London News

 

Ludwig Eichrodt 1827-1892

Schülerbubens Wanderlied

 

....

 

Nach dem grünen Land der Iren

Möcht‘ ich, Alter, mich verlieren

Wo die armen Teufel sind

Wo sich die Mylords, die reichen

Freuen der Kartoffelseuchen

Und der Mensch mit O‘ beginnt –

Dahin, Alter, laß mich ziehn

 

....

 

Hungernde Iren plündern ein staatliches Kartoffellager; Zeichnung aus den Illustrated London News, Juni 1842

Henry Edward Doyl, Emigrants Leave Ireland,  1868
Henry Edward Doyle (1827-1893) war ein irischer Maler und Zeichner und 23 Jahre lang Direktor der National Gallery of Ireland. 

 

The Famine in Ireland, Funeral at Skibbereen

 

 

Aufstände und Revolution

Vinzenz Katzler, Kartoffelrevolution 1847
Vinzenz Katzler (1823-1882) war ein österreichischer Maler und Grafiker.

Kartoffelrevolution

 

Als „Kartoffelrevolution“ wird die Hungerrevolte bezeichnet, die sich zwischen dem 21. April und 22./23. April 1847 in der preußischen Hauptstadt Berlin ereignete.

 

Kartoffelrevolution - Wikipedia

 

Kartoffelrevolution - Dewiki

 

Kartoffelrevolution - Preussenchronik

 

Kartoffelrevolution - Geschichtsmaterialien

 

 

 

Kartoffelaufstand in Russland, Künstler nicht bekannt

 

Kartoffelaufstand in Russland

Fritz Gumbel

Korn verkommt in vollen Speichern

 

Korn verkommt in vollen Speichern

viele Zentner ungezählt

daß die Reichen sich bereichern

während uns der Hunger quält

Kämpft, Proleten, schließt die Reihen

setzt euch kühn zur Wehr

Fordre, Arbeitslosenheer:

Brot, Kartoffeln, Kohle her!

 

Berge von Kartoffelhaufen

lagern und verfaulen schon.

Der Prolet kann nichts mehr kaufen

von der Stütze und dem Lohn!

Kämpft, Proleten, schließt die Reihen

setzt euch kühn zur Wehr

Fordre, Arbeitslosenheer:

Brot, Kartoffeln, Kohle her!

 

Auf den Halden lagert Kohl,

doch wir friem bei Hungerskost!

Drum folgt alle der Parole:

Kampf dem Hunger, Kampf dem Frost!

Kämpft, Proleten, schließt die Reihen

setzt euch kühn zur Wehr

Fordre, Arbeitslosenheer:

Brot, Kartoffeln, Kohle her!

 

Darbt das Volk bei voll. Scheunen,

friert bei Kohlenüberfluß,

muß der Kampf uns alle einen,

macht mit diesem Irrsinn Schluß

Kämpft, Proleten, schließt die Reihen

setzt euch kühn zur Wehr

Fordre, Arbeitslosenheer:

Brot, Kartoffeln, Kohle her!

 

Die Kartoffel in der Kriegspropaganda

 

Die Mobilmachung der Kartoffel – Wir halten durch

Hans Fallada 1893-1947

Durchhalten!

 

Droh'n uns're Feinde auch noch so viel

uns mit der Hungersnot Graus.

Wir machen die letzte Kartoffel mobil.

Wir Deutsche, wir halten es aus.

 

 

 

 

Durchhalten, Postkarte, 1915, Deutsches Historisches Museum

 

Anonym

 

Heil dir im Siegerkranz,

Kartoffeln und Heringsschwanz.

Heil Kaiser dir!

 

 

 

 

Die Kriegsgebote des Kartoffelbauers, Deutschland, 1.Weltkrieg

Kurt Tucholsky 1890-1935

Die Kartoffeln

 

Ich las eines dieser patriotischen Bücher, die das deutsche Heer einer genauen Betrachtung unterziehen. Da stand auch eine historische Erinnerung, die es wert ist, daß wir sie uns aus der Nähe ansehn.

Bei der Belagerung von Paris im Jahre 1870, erzählt der Autor, haben sich die feindlichen Vorposten ganz gut gestanden. Man schoß durchaus nicht immer aufeinander, o nein! Es kam zum Beispiel vor, daß man sich mit Kartoffeln aushalf. Meistens werden es ja die Deutschen gewesen sein, die den Retter in der Not gemacht haben. Aber einmal näherte sich ein französischer Trupp von ein paar Mann, die Deutschen nahmen die Gewehre hoch, da sagte jemand auf deutsch: »Nicht schießen! Wir schießen auch nicht!« und man begann sich wegen auszutau-schender Getränke zu verständigen.

Man könnte da von »Landesverrat« sprechen, und tatsächlich untersagte nachher ein Armeebefehl diese Annäherungen aufs schärfste. Aber was ging hier Wichtigeres vor sich?

Doch offenbar eine Diskreditierung des Krieges. Denn es ist nicht anzunehmen, daß Pflichtvergessene beider Parteien hier böse Dinge inszenierten. Es waren sicher Familienväter, Arbeiter, Landleute, die man in einen farbigen Rock gesteckt hatte, mit der Weisung, auf andersfarbige zu schießen.

Warum schossen sie nicht? Offenbar waren doch der Nationalhaß, der Zorn, der angeblich das ganze deutsche Volk auf die Beine rief, nicht mehr so groß, wie damals Unter den Linden, als es noch nicht galt, auf seine Mitmenschen zu schießen. Damals hatte mancher mitgebrüllt, weil alle brüllten, und das verpflichtete zu nichts. Aber hier waren Leute, die einen Sommer und einen Winter lang an den eigenen Leibern erfahren hatten, was das heißt: Töten, und was das heißt: Hungern. Und da verschwand der ›tief eingewurzelte Haß‹, und man aß gemeinsam Kartoffeln . . . Dieselben Kartoffeln; dieselben Kapitalisten. Aber andere Röcke. Das ist der Krieg.

 

 

 

 

Baut mehr Kartoffeln Propagandaplakat, 1917, Repro Stadtarchiv Herne

 

Georges Hautot, Semez des patates - Pflanzt Kartoffeln 
Georges Hautot (1887-1963) war ein französischer Karikaturist.

 

Economisons le pain en mangeant des pommes de terre, 1916 - Sparen wir Brot, indem wir Kartoffeln essen, 1916

 

 

Esst Pellkartoffeln - keine Datierung, aber ich schätze mal dass es aus der Zeit des 2. Weltkriegs stammt.

 

Anonym

 

Morgenrot, Morgenrot,

En Elberfeil es Ärpelsnot

Use Väder leien em Schützengrawen

Wir arme Blagen kriegen nix en den Magen

Äs die fulen Ädkohlraben

 

Ärpel = Erdäpfel, Kartoffeln

 

 

 

 

 

The seeds of victory insure the fruits of peace - Die Saat des Sieges sichert die Früchte des Friedens, 1919, Library of Congress 

 

 

...So You Think Your Job is Monotonous - Du glaubst also, dein Job sei eintönig?


 

Dieses Bild ist ein historisches US-amerikanisches Kriegsproduktionsplakat mit dem Titel „So You Think Your Job is Monotonous!“. Es wurde etwa 1942 vom United States Office for Emergency Management veröffentlicht. Das Plakat soll Arbeiter dazu motivieren, auch bei monotoner Arbeit durchzuhalten, indem es die Wichtigkeit ihrer Aufgaben für die Kriegsanstrengungen betont.

 

 

 

Kartoffelkäfer

 

 

Leptinotarsa decemlineata Leuckart

The Gardeners' chronicle - a weekly illustrated journal of horticulture and allied subjects, 1913

Achtet auf den Kartoffelkäfer II

 

Der Kartoffelkäfer, Merkblatt des Kartoffelkäfer-Abwehrdienstes des Reichsnährstands

 

Der schädliche Kartoffelkäfer 1

 

 

Der schädliche Kartoffelkäfer 2

 

Suchdienst zur Abwehr des Kartoffelkäfers

Karl Kahlfraß und sein Lieschen, Bilderbuch für große und kleine Kinder, Herausgegeben vom Ministerium für Land- und Forstwirtschaft der DDR, 1952

 

Halt Amikäfer, Propagandaplakat DDR, 1950

 

Die Kartoffelwucherer

 

 

Kartoffelwucherer, aus Der Wahre Jakob, Nr.902, 1921

 

Moritz von Schwind, Das Echo - Der Teufel und der Kartoffelwucherer, Holzschnitt, Fliegende Blätter, 1847
Moritz Ludwig von Schwind (1804-1871) war ein österreichischer Maler und Zeichner der Spätromantik.

 

Kartoffel-Wucherer "Ueber und über schwarz, das ist eine Freude für Unsereins."
Echo - Beelzebub "Ueber und über schwarz, das ist eine Freude für Unsereins."

 

Der Kartoffelwucherer in der Hölle,

aus: Der Wahre Jakob,

Nr.752, 14.Mai 1915

 

Kartoffelwucherer, aus: Der Wahre Jakob, Nr.924, 1921

Kartoffelwucher, aus Der Wahre Jakob, Nr.945, 1922

Vermischtes

 

 

"Rin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln!"

ruft man aus, wenn die bisher gültige Arbeitsanweisung durch eine genau zuwiderlaufende ersetzt wird.

Urheber dieser Redensart war Friedrich Wülfing, der 1881 in den 'Fliegenden Blättern', Nr. 1885 eine Karikatur mit dem Text veröffentlichte, worin im Manöver vom Kommandeur befohlen wird, dass ein Trupp Soldaten in einen Kartoffelacker einzurücken hat, während bald darauf der Befehl kommt, dass der Acker zur Vermeidung von Flurschäden wieder zu räumen sei.

 

 

Wilhelm Busch, Kartoffelidyll
Heinrich Christian Wilhelm Busch (1832-1908) war einer der einflussreichsten humoristischen Dichter und Zeichner Deutschlands.
 

 

Charles Lewis Bartholomew,

All the Comforts Of Home
Charles Lewis Bartholomew (1869-1949) war ein amerikanischer Karikaturist-

 

 

Maggie Murphy hoax,

Das Bild zeigt die berühmte „Maggie Murphy“-Kartoffel-Fotografie aus dem Jahr 1895

 

Potatoes grow big in Iowa - Kartoffeln werden groß in Iowa, William H. Martin, 1908

Potato, The Kind We Raise in Maine - Kartoffel, die Sorte, die wir in Maine anbauen

Josef (Joe) Zawinul* 1932-2007

Erdäpfee Blues

 

I brauch Erdäpfeen, jo de brauch i

I steh auf Erdäpfeen, jo de moog i

Broodane Erdäpfeen, grösste Erdäpfeen

Erdäpfeen mit Butta oder an Liptauer

 

I bin mit Erdäpfeen aufgwochsen

Groos und schtoak wum

Mia haum fü Erdäpfeen gessn

Wia da Fata und de Mama no do woan

Owa jetzt sans gsturm und leida

 

Miaß ma ohne eana weida duan

Weida - Erdäpfeen essn

 

I brauch Erdäpfeen, jo de brauch i

I steh auf Erdäpfeen, jo de moog i

Julipeerle, Kipflaa san olle guad

Eibreende Erdäpfeen, oan Erdäpfee Schmoan

A Erdäpfee Suppn, had ma no nie in Magn faduam

Erdäpfeen, Erdäpfeen

 

I schau aus wira Erdäpfee

Von Kopf zu Fuaß

Des is o.k.

Solang I ma need de Erdäpfeen

Von unt anschaun muaß.

 

 

 

Josef Erich „Joe“ Zawinul (* 7. Juli 1932 in Wien; † 11. September 2007 ebenda) war ein österreichischer Musiker und einer der einflussreichsten Jazz-Musiker des 20. Jahrhunderts. 


 

Das gefährlichste

Möbelstück ist die

›Lange Bank‹,
das gefährlichste

Instrument die

›Alte Leier‹.
Abraham a Sancta Clara

Wer Trinken, Rauchen und Sex aufgibt,

lebt auch nicht länger.

Es kommt ihm nur so vor.
Sigmund Freud

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Was wir brauchen,

sind ein paar verrückte Leute;

seht euch an,

wohin uns die Normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw

Der Kluge lernt aus allem
und von jedem,
der Normale aus
seinen Erfahrungen und
der Dumme
weiß alles besser.
Sokrates
Es ist schon alles gesagt,
nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Um ernst zu sein,

genügt Dummheit,

während zur Heiterkeit

ein großer Verstand unerläßlich ist.
William Shakespeare

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Blüte edelsten Gemütes
ist die Rücksicht;
doch zuzeiten
sind erfrischend

wie Gewitter
goldne Rücksichtslosigkeiten.

Theodor Storm

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Franz Dewes

fjdewes@buchkult-dewes.de

 

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