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Allerheiligen und Allersselen

 

Allerheiligen (lateinisch Festum Omnium Sanctorum) ist ein christliches Fest, an dem aller Heiligen gedacht wird, der „verherrlichten Glieder der Kirche, die schon zur Vollendung gelangt sind“, der bekannten wie der unbekannten. Das Fest wird in der Westkirche am 1. November begangen, in den orthodoxen Kirchen am ersten Sonntag nach Pfingsten.

 

Am Tag nach Allerheiligen, dem 2. November, begeht die römisch-katholische Kirche den Allerseelentag, an dem der Armen Seelen im Fegefeuer gedacht wird. Vielerorts wird die damit verbundene Gräbersegnung bereits am Nachmittag von Allerheiligen, dem arbeitsfreien staatlichen Feiertag, vorgenommen. Damit verbunden ist der Brauch, die Gräber vor allem mit Lichtern besonders zu schmücken. Auf den Mainzer Friedhöfen wird die traditionelle Mainzer Kerze, der Newweling, entzündet.

 

Nicht alle hier gezeigten Bilder und Gedichte haben einen unmittelbaren Bezug zu Allerheiligen/Allerseelen - auf Allerheilgen als Fest (s.o.) beziehen sich nur wenige Bilder und Gedichte - aber alle kreisen um den Themenbereich Friedhof, Tod und Trauer

 

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Vincent van Gogh, Country churchyard old church tower, 1885
Vincent Willem van Gogh (1853-1890) war ein niederländischer Maler und Zeichner; er gilt als einer der Begründer der modernen Malerei.

Andreas Gryphius 1616-1664

Auff de Tag Allerheiligen

 

Matth. 5, Die Bergpredigt

 

O Selig wer recht arm auff Christum einig trauet!

Sein ist der Himmel reich! O selig dessen Muth

Vol sanffter Geister ligt! sein ist der Erden Gutt.

O selig dem hier stets vor schweren Straffen grauet/

Der nichts als klagen kan! Gott der sein Elend schauet/

Wischt endlich von ihm ab die herbe Thränen Fluth!

O selig den nur dürst in allem was er thut

Nach recht vnd heilig-seyn/ der nur auff Tugend bauet!

Sein Wuntsch wird reichlich voll/ O selig wehm die Noth

Deß Nechsten bricht durchs Hertz! fürwar es jammert Gott/

Gott/ den ein reiner Geist' von Angesicht wird kennen/

Der den so Frieden liebt sein Kind heist vnd sein Haus/

Dem auffschleust den man hier jagt vmb die Wahrheit auß/

Der die man alhier schlegt/ vnd schmäht/ wird selig nennen.

 

 

Wassily Kandinsky, Allerheiligen, aus: Klänge, 1913
Wassily Kandinsky (1866-1944) war ein russischer Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker, der auch in Deutschland und Frankreich lebte und wirkte.

Franz Reinhold Fuchs 1858-1938

Allerseelen

 

Welch traumhaft stilles Schreiten

Den fahlen Hain entlang!

Rings müder Blätter Gleiten,

Und über Stoppelbreiten

Verlorner Glockenklang.

 

Was je dein Herz besessen

An Hoffnung, Glück und Leid,

Was unter Gruftzypressen

Geschlummert, halbvergessen,

Gibt klagend dir Geleit.

 

Gestalten, längst entschwunden,

Brechen des Grabes Bann:

Neu bluten alte Wunden,

Und tote Wonnestunden

Lächeln dich schmerzlich an.

 

Herz, heiß die Sehnsucht schweigen,

Die um Vergangnes wirbt! –

Die ew’gen Sterne steigen,

Die Heimat dir zu zeigen,

Wo jede Klage stirbt!

 

Adriaan Joseph Heymans, Le repos des âmes, Ixelles, Musée des Beaux Arts
Adriaan Joseph Heymans (1839-1921) war ein belgischer impressionistischer Landschaftsmaler.

Hermann Lingg 1820-1905

Allerseelen

 

Wie groß die Herbstnacht niederblickt,

Aus sternlos schwarzem Himmelsrahmen,

Ein Trauervorhang, eingestickt

Mit Heimgegangner Bild und Namen.

 

Mit Namen, die noch immerfort

Uns lieb sind aus vergangnen Tagen:

Wir möchten, ach, so manches Wort

Den teuren Hingeschiednen sagen.

 

Und allen, deren geistig Licht

Noch in viel hundert dunklen Nächten

Uns leuchten wird und Sieg verspricht

Im Kampfe mit den finstren Mächten.

 

 

Édouard Vallet, Auf dem Kirchhof von Hérémence
Édouard Vallet (1876-1929) war ein Schweizer Maler und Grafiker.

Albert Chmielowski, Italian Cemetery at Dusk
Albert Chmielowski (Geburtsname: Adam Hilarius Chmielowski; 1845-1916) war ein Maler und polnischer Ordensgründer. Er ist ein Heiliger der römisch-katholischen Kirche.

Georg Heym 1887-1912

Allerseelen

 

Geht ein Tag ferne aus, kommt ein Abend.

Brennt ein Stern in der Höhe zur Nacht.

Wehet das Gras. Und die Wege alle

Werden in Dämmrung zusammengebracht.

 

Viele sind über die Steige gegangen.

Ihre Schatten sind ferne zu sehn,

Und sie tragen an schwankenden Stangen

Ihre Fackeln, die wandern und wehn.

 

Mauern sind viele, und Gräber, und wenige Bäume.

Manche Tore darin, wo der Lorbeer trauert.

Viele sitzen in Haufen über den Kreuzen,

Ihre Lichter behütend, wenn der Regen schauert.

 

Und ein Rot steckt im Walde, dürr wie ein Finger,

Wo der Abend hänget in wolkiger Zeit

Mit dem wenigen Licht. Und geringer

Rings ist das Nahe, und die Weite so weit.

 

Doch ewig ist der Wind, der nimmer schweiget

In dunklem Lande, herbstlich schon erbraunet,

Der dunkle Bilder viel vorüber zeiget

Und dunkle Worte flüchtig trübe raunet.

 

 

 

Carl Fredrik Hill, Kyrkogården
Carl Fredrik Hill (1849-1911) war ein schwedischer Maler und besonders durch seine Zeichnungen bekannt. Er wird der Epoche des Impressionismus zugeordnet.
 

George Edmund Butler, A roadside cemetery near Neuve Eglise
George Edmund Butler (1872-1936) war ein englischer Künstler.

Isabelle Kaiser 1866-1925

Mein Allerseelen

 

In einer alten Truhe

Im stillen Kämmerlein,

Da liegt in heil'ger Ruhe,

Tief im Reliquienschrein

 

Seit endlos langen Tagen

Ein längst verblaßtes Kleid,

So schlicht, wie sie's getragen,

So dunkel wie mein Leid.

 

Kein Kirchhof ist hienieden

An Gram und Weh so reich,

So arm an Glück und Frieden

Wie dieses stille Reich.

 

Und was sie mir erzählen

Im grauen Abendschein,

Das ist mein Allerseelen,

Mein totes Schwesterlein!

 

 

Jules Bastien-Lepage, Le jour des morts - Allerseelen
Jules Bastien-Lepage (1848-1884) war ein französischer Maler. Sein Werk ist dem Naturalismus zuzuordnen.

Otto Baisch 1840-1892

November

 

Allerseelen, welch ein Leben

In dem stillen Totenreich!

Kerzen, die von Leid erbeben.

Droben hehrer Gottesfrieden,

Tiefs Sehnsuchtsweh hienieden.

 

Heulend fegt der Wind

Über öde Fluren,

Drauf des Lebens Spuren

Längst vergangen sind.

Wie ein Totenfeld

Läge rings die Welt,

Wenn nicht in der Tiefe

Längst das Saatkorn schliefe,

Draus im Frühlingslicht

Neues Leben bricht.

 

Wenn kein Blümchen draußen sprosst,

Rau uns schütteln Sturm und Frost

Will der Himmel ernst uns lehren,

In uns selber einzukehren.

 

In stiller Nacht

Im engen Zimmer

Wird viel gedacht

Beim Lampenschimmer

Was, wenn es endlich

Zu Tag gebracht,

Durch seine Größe

Uns staunen macht.

 

Witold Wojtkiewicz, Zaduszki
Witold Wojtkiewicz (1879-1909) war ein polnischer Maler, Zeichner und Grafiker.

Ludwig Bauer 1832-1910

Ich stand gelehnt am Leichenstein

 

Ich stand gelehnt am Leichenstein

Am Allerseelentag

Von hundert Kerzen lichter Schein

Auf all den stummen Gräbern lag.

 

Ich dachte, wie viel Glück und Schmerz

Hier tief begraben liegt,

Wie manches sturmbewegte Herz

Auf ewig ward zur Ruh gewiegt.

 

Da gingst du still vorbei an mir,

Ich sah dir ins Gesicht,

Und eine Thräne blitzte dir

Im Aug', bestrahlt vom Kerzenlicht.

 

Im tiefsten Herzen hat sich da

Ein Grab mir aufgethan,

Und die gestorb'ne Jugend sah

Aus deinem Aug' mich lebend an!

 

 

 

Teodor Axentowic, All Souls Day
Teodor Axentowicz (1859-1938) war ein polnischer Maler, Zeichner und Grafiker armenischer Herkunft.
 

 

William Bouguereau, Le Jour des morts, 1859
William Adolphe Bouguereau (1825-1905) war ein französischer Maler.

Anton Wildgans 1881 – 1932

Allerseelen

 

Das waren grausam-schöne Sommertage

Und Abende von sanftem Perlenglanz,

Die Wälder rauschten leis, besonnte Schlage

Summten verwirrt von wilder Bienen Tanz.

Hell stand die Flur in goldenem Ertrage,

Und Märkte, Dörfer des geliebten Lands,

Wie hingestreute silberne Geschmeide,

Ruhten an Hügeln, glühten in der Heide.

 

Und manchmal war der Garten so versonnen

In seiner Bete blühendem Arom,

Im weiten Tal, vom blassem Dunst besponnen,

Umglommen Dächer einen greisen Dom,

Und dann, zu abendlichem Gold geronnen,

Verklärte sich so sehr der heilige Strom,

Daß alle Sinne, die den Frieden schauten,

Beklommen seiner Wirklichkeit mißtrauten.

 

Und jetzt ist Herbst. Ein Bachanal für Farben

Feiern die Wälder vor dem großen Frost.

Die Speicher sind gefüllt mit üppigen Garben,

Und in den Keltern gärt schon junger Most.

Über der Stoppelfelder Sensennarben

Geht schon der Winterpflug. O süßer Trost,

Daß unterm Schnee, der bald die Welt bebreitet,

Die Erde neues Fruchten vorbereitet.

 

Und doch ist rings Unsägliches geworden.

Die große Babel auf dem Scharlachtier

Zerstampft die Acker, stachelt ihre Horden

Zu Blutrunst wider uns und Neid und Gier.

Ein allgemeines fürchterliches Morden

Macht Meer und Land zum Menschenjagdrevier,

Und stündlich zur leibhaftigen Erfahrung

Werden die Schrecknisse der Offengarung.

 

Ein Traum, ein wirrer Traum! Und wir? Wir leben,

Schlendern durch Straßen, wandern über Moos

Und sehen müde Blätter niederschweben.

Und nehmen unser Kinder auf den Schoß,

Dürfen einander liebe Worte geben,

Und kein Tag ist so arm und freudelos,

Daß wir ihn nicht mit kleinem Dank beschließen.

Wir leben ja und dürfen fast genießen.

 

Nur weil in jeder Stunde, die uns eignet,

Und uns mit dieses Herbstes Glut umwirbt,

Für uns ein tapferer sich selbst verleugnet

Und fremdes Menschenglück für uns verdirbt.

Und weil sich tausendfacher Tod ereignet

Und jeden Augenblick ein Leben stirbt,

Ein blühendes, damit die Heimaterde,

Vor aller Angst und Not behütet werde.

 

Gedenkt der Toten! Dieser Tag der Schmerzen

War ihnen niemals noch so tief geweiht.

Ein funkelnd Meer von Millionen Kerzen

Entzünde sich an unsrer Dankbarkeit

Und grüße all die ewig stummen Herzen

Von unsrer Liebe und von unsrem Leid.

Wir können ihnen keine Blumen bringen,

So laßt uns sie beweinen und besingen.

 

 

José Gallegos, All souls day in Rome
José Gallegos y Arnosa (1859-1917) war ein spanischer Genremaler, Bildhauer und Architekt.

All Saints Day in New Orleans - Decorating the Tombs, Harper’s Weekly, 1885

Rudolf Herzog 1869-1943

Heimkehr zu Allerseelen

 

Im Totenhaus, im dumpfen Raum,

Sitzt still ein müder Mann;

So starr und still, als trät' ein Traum

An seinen Geist heran.

Es steht von langer Lebensfahrt

Manch Zeichen im Gesicht;

Die Hände halten, eng gepaart,

Ein kleines Opferlicht.

 

„Wohl kenn' ich dich, du leichtes Glück,"

Tönt leis es jetzt hervor,

„Und oft in schnellem Wagestück

Sprengt' ich der Liebe Tor.

Doch war mein Herz ein unstet Ding,

Es riß mich weiter rauh,

Und nie an meiner Wange hing

Der Abschiedsträne Tau.

 

„Ich hab' das Leben heiß geliebt,

Das brandend aufwärts steigt,

Vergessenheit im Strudel gibt,

Wenn es sich Jählings neigt.

— Da kam ich heim. — Weit, weit umher

Lag schweigend Feld und Hag,

Auf Gräbern wogt' ein Lichtermeer

Am Allerseelentag.

 

„Ich war gestürmt in steter Hast,

Mich mied, ich floh die Ruh'.

Nun sehnt die Seele sich nach Rast,

O Herr der Himmel du!

Ich zünde dir dies Kerzlein an

Als kleine Opfergab',

Schenk du dem wegemüden Mann

Ein heimatliches Grab - - -."

 

Er hob das Haupt. Ein Blick — ein Strahl,

Zum Herzen fuhr die Hand —!

Ein Glöcklein läutete im Tal

Das „Ave" in das Land.

Und bei den Tönen, mild und hehr,

Der Opferkerze Schein,

Fand sich ein Herz, das friedeleer,

Zur ew'gen Ruhe ein ...

 

 

Caspar David Friedrich, Das Friedhofstor, 1822, Karlsruhe
Caspar David Friedrich (1774-1840) war ein deutscher Maler, Grafiker und Zeichner. Er gilt heute als der bedeutendste Künstler der deutschen Frühromantik.
 

Wilhelm Scheuchzer , Der alte Südfriedhof in München
Wilhelm Scheuchzer (1803-1866) war ein Schweizer Landschaftsmaler.

Fridolin Hofer 1861-1940

Um Allerseelen

 

Nun flicht der Herbst zum Strauß den braunen Halm

Um Martinsrosen und um Asternblüten,

Derweil im weißen Mams vom Firn zur Alm

Des Winters Wachen stiegen, die verfrühten.

 

Noch flimmern hier und dort im Sonnenduft

Ein Fels und eines Buchwalds Totenkerzen

Und geht ein Stammeln durch den Strom der Luft;

Das klingt wie Trennungsweh verhärmter Herzen.

 

Der Teuern denk' ich wieder heiß wie nie,

Die von mir gingen und mir lange fehlen,

Und händefaltend sink' ich in die Knie:

Tröst' Gott die ärmsten aller Seelen!

 

Julius von Leypold, Nebel über einem russischen Friedhof, ca. 1830
Carl Julius von Leypold (1806-1874) war ein deutscher Landschaftsmaler der Romantik.

 

Julius Klever, Vergessener Friedhof, 1890
Yuliy Yulevich (Julius) Klever (1850-1924) war ein russischer Landschaftsmaler mit baltendeutschen Eltern.
 

Albrecht von Wickenburg 1838-1911

Zu Allerseelen

 

Auf allen Gräbern blüht’s

In bleichen Sternen,

Auf allen Gräbern glüht’s

Von Grablaternen;

Auch auf dem ärmsten mag

Ein Wachslicht schwehlen –

Das ist der Feiertag

Der armen Seelen.

 

Auch dem, der allezeit

Nur Dorn gefunden,

Hat man die Rosen heut‘

Zum Kranz gewunden.

Und war ein Menschensein

Nur eitel Quälen,

Stellt sich der Lorbeer ein

Zu Allerseelen.

 

Ach, besser, nie an Lust

Und Glück sich laben,

Als einst mit wunder Brust,

Sein Glück begraben,

Als von zerpflückten Kranz

Die Blüthen zählen

Im Grablaternenglanz

Von Allerseelen!

 

 

Franz Skarbina, Allerseelentag, Hedwigs-kirchhof, 1896
Franz Skarbina (1849-1910) war ein Maler des deutschen Impressionismus, Zeichner, Radierer und Illustrator.
 

Otto Baisch 1840-1892

Allerseelen

 

Müde, das Lebensboot

Weiter zu steuern,

Gingt ihr von Leid und Not

Rasten, ihr Teuern.

 

Ihnen, die euch geweiht

Inniges Lieben,

Ihnen ist Not und Leid

Einzig geblieben.

 

Blicke voll Tränenflor,

Lippen voll Klagen

Senden zu Gott empor

Schmerzliche Fragen.

 

Leise wie Geisterwehn

Rauscht's im Gezweige

Denk an ein Wiedersehn,

Dulde und schweige!

 

Albert Anker, At the cemetery, 1872
Albert Samuel Anker (1831-1910) war ein Schweizer Maler, Grafiker und Genremaler des schweizerischen Volkslebens.

Émile Friant, Toussaint, 1888
Émile Friant (1863-1932) war ein französischer Maler.

Georg Trakl 1887-1914

Allerseelen

 

An Karl Hauer

 

Die Männlein, Weiblein, traurige Gesellen,

Sie streuen heute Blumen blau und rot

Auf ihre Grüfte, die sich zag erhellen.

Sie tun wie arme Puppen vor dem Tod.

 

O! wie sie hier voll Angst und Demut scheinen,

Wie Schatten hinter schwarzen Büschen stehn.

Im Herbstwind klagt der Ungebornen Weinen,

Auch sieht man Lichter in der Irre gehn.

 

Das Seufzen Liebender haucht in Gezweigen

Und dort verwest die Mutter mit dem Kind.

Unwirklich scheinet der Lebendigen Reigen

Und wunderlich zerstreut im Abendwind.

 

Ihr Leben ist so wirr, voll trüber Plagen.

Erbarm' dich Gott der Frauen Höll' und Qual,

Und dieser hoffnungslosen Todesklagen.

Einsame wandeln still im Sternensaal.

 

Jan Václav Mrkvička, Zaduszki, 1890
Jan Václav Mrkvicka, (1856-1938) auch Iwan Markwitschka, war ein tschechisch-bulgarischer Maler.

Joža Uprka, All Souls' Day
Joža Uprka war ein tschechischer Maler und Grafiker, dessen Werk Elemente der Romantik und des Jugendstils kombiniert, um das Volksleben Südmährens zu dokumentieren.

Johannes Brassel 1848–1916

Allerseelen

 

Milder Herbstessonne Strahlen

Leuchten durch das bunte Laubwerk,

Spielen mit dem toten Blatte,

Das der Wind vom Zweig gebrochen.

Schüchtern schauen, weil verspätet,

Primeln noch, am Hag ein Röslein

Auf zur lieben Gottessonne

Und erwecken statt der Wehmut

Stille, ferne Frühlingsahnung.

Und zum bunten Strauße pflück' ich

Alle blüh'nden Sonnenkinder,

Um sie stillen Angedenkens

Lieben auf das Grab zu legen,

Deren Geist zum ewigen Urquell

Alles Lebens eingegangen.

 

Und da kommt mein greiser Vater

Mit dem milden Aug voll Ruhe,

Mit dem sonnigen Gemüte.

Setzen uns am Hügelrande,

Der hinausschaut weithin übers

Stille, sterbende Gelände,

Und er hebt mit weisem Munde,

Mir ins ernste Antlitz schauend,

Also an: „Bald ist vollendet

Meine kurze Pilgerreise,

Und ich werde bei den Vätern

Drunten ruhen in der Erde.

Wie Gott will! Doch wisse, Sohn,

Dieses Leben, ob ein Punkt nur

In der ew'gen Weltenzeit,

Ist kein Traum, ob schnell es schwinde;

Arbeit ist es, Pflichterfüllung.

Zwar der Leib vergeht, wie diese

Blumen, die Du Lieben brachest,

Und wie alles, was geworden.

Ehre, Reichtum. Pracht, Gewalt,

Aeußern Lebens Lust und Fülle,

Alles bricht am Grab zusammen

Und verläßt Dich in der Not

Wie ein ungetreuer Freund.

Wehe, wenn Du nichts geschaffen,

Das Bestand hat überm Grabe!

Dein verstörter Blick schweift rückwärts,

Hülfesuchend rückwärts auf Dein

Leben, das nun leer und öde

Wie die Wüste vor Dir liegt;

Weil Du keinen Quell gegraben

Andre Pilger zu erquicken;

Weil du keine schatt'gen Bäume

Pflanztest, drin auch andre

Arme Wandrer Kühlung fänden,

Weil Du keine Blumen sätest,

Daß nach Deinem Tode noch

Kinderhändchen sich nach ihnen

Reckten und dich segneten.

 

Drum, mein Sohn, wie dort die Gräber

Deiner Freunde, schmück' das Leben

Deiner Lieben, die noch wandeln

Durch die Auen dieser Erde,

Mit den Gaben ew'ger Güte,

Mit der Quelle reiner Liebe,

Mit den Blumen reiner Freude!

Schmück' ihr Leben! Nach dem Tode

Ists zu spät, und bittre Reue

Aendert nicht, was Du versäumt hast.

Ehr' die Toten, ihre Werke!

Ihre Tugenden erlerne,

Lern an ihren stillen Gräbern,

Daß das Leben dann nur Wert hat,

Wenn ihm Inhalt wird gegeben,

Wenn Dein Geist in guten Taten

Ewig wirkend fort kann leben.

 

 

Dante Paolocci, Il giorno dei morti nel cimitero di Campo Varano a Roma
Dante Paolocci (1849-1926) war ein italienischer Illustrator und Fotograf.

 

Der Gang zu des Vaters Grab,

Die Gartenlaube 1865
 

Allerseelen,

Nach einem Gemälde von Heinrich Lindenau,

aus: Die Gartenlaube, 1897

David Herbert Lawrence 1885-1930

Allerseelen

 

Geht mit dem Tod alsdann behutsam um und sacht.

Denn Sterben ist nicht leicht,

schwer ist es, diese Pforte zu durchschreiten,

selbst wenn sie sich uns auftut.

 

Wo gehen diese armen Toten hin,

wenn sie die Stadt

des nun unrettbaren Leibs verlassen haben,

die Stadt, ummauert, silberhell?

Wo gehn sie hin?

 

Sie weilen dann im Schatten dieser Welt.

In ihrem langen Schattenkegel drängen sich die Seelen,

die nicht hinüber finden über jenes Meer, das alles wandelt.

 

Seid euren Sterbenden ein Freund:

Ermutigt sie, den Todesnachen selbst zu bauen,

tritt ihre Seele doch die lange, lange Reise an

ins heit’re Reich ohne Erinnerung.

Wir alle brauchen einen Nachen, den Nachen

und gehörig Proviant für diese längste Reise.

Gebt euren Toten stets aufs Neu etwas

aus eurem Herzen mit, und rüstet liebend sie

vor ihrer Reise übers Meer.

 

aus dem Englischen: © Bertram Kottmann

 

 

Walter MacEwen, The Absent One On All Soul’s Day
Walter MacEwen (1860-1943) war ein amerikanischer Maler.

Ferdinand Georg Waldmüller, Am Allerseelentag
Ferdinand Georg Waldmüller (1793-1865) war einer der bedeutendsten österreichischen Maler in der Biedermeierzeit.

Dr. Owlglaß* 1873-1945

Um Allerseelen

 

I.

 

So kam nun der November her...

Die armen Seelen tun sich schwer.

Es werden ihrer mehr und mehr.

 

Kein Fleckchen auf dem Erdenraum,

kein Grab, kein Kreuz, kein Lebensbaum,

wo sie nicht träumen ihren Traum.

 

Den Traum vom letzten Glockenschlag,

bei dem sich alles lösen mag,

den dumpfen Traum vom jüngsten Tag.

 

Den dumpfen Traum vom Weltgericht,

das Zeit und Raum zu Nichts zerbricht.

Sie sehnen’s her, sie fürchten’s nicht.

 

II.

 

Gewesen, ach, gewesen!...

Wo bist du, leuchtende Welt?

Drei Pappeln starren wie Besen

kahl ins graue Gezelt.

 

Im Nebel ist versunken

die sommergrüne Au,

im Wolkenmeer ertrunken

das liebe Himmelsblau.

 

Die Augen suchen und spähen

nach einem Bröslein Trost —

Krähen, Krähen und Krähen

rudern von West nach Ost.

 

Ich fang’ wohl an zu zählen

und zähle wie gebannt...

Seid ihr die armen Seelen

derer, die ich gekannt?

 

Bin ich allein verblieben

an diesem trüben Tag?

...Stumm gedenken und lieben

ist alles, was ich vermag.

 

Fortsetzung unten

 

 

Carl Gustav Carus, Friedhof auf dem Oybin,

ca. 1828,

Leipzig, Museum der bildenden Künste
Carl Gustav Carus, auch Karl Gustav Carus (1789-1869) war ein deutscher Arzt, Maler und Naturphilosoph sowie Psychologe.
 

 

Caspar David Friedrich,

Friedhof unter Schnee,

Museum der bildenden Künste
Caspar David Friedrich (1774-1840) war ein deutscher Maler, Grafiker und Zeichner. Er gilt heute als der bedeutendste Künstler der deutschen Frühromantik.
 

Fortsetzung: Dr. Owlglass, Um Allerseelen

 

III.

 

Der Wind singt einsam um das Haus.

Einsam? Nein.

Ich höre vertraute Stimmen heraus

aus einem entschwundenen Sein.

 

Die ganze Nacht geht das so fort -

ein Schwellen, ein Schwinden.

Sie klingen nur, sie sagen kein Wort.

Kann sie nicht fassen und binden.

 

Sie sagen nichts und verklagen nichts,

was einst geschah.

 

Sie plagen mich nicht und fragen nichts,

klingen nur und sind da.

 

Sind da wohl durch die ganze Nacht.

Ich liege und sinne

und bin getrost ihrer treuen Wacht

und ihrer wortlosen Minne.

 

IV.

 

Nun sich in schwarzen Gräben

die nackten Bäume spiegeln

und Dunst und Nebelweben

rundum die Welt verriegeln —

lass dich nicht niederzwingen.

Die dunklen Wasser singen:

Das Leben lebt. Wo ist dein Stachel, Tod?

 

Der Ring kann nicht zerschellen,

stumm kreist er und verborgen.

Aus jedem Heute quellen

unfassbar neue Morgen.

Es raunt in kahlen Rüstern,

die braunen Furchen flüstern:

Das Leben lebt. Wo ist dein Stachel, Tod?

 

*Dr. Owlglass (dt. Eulenspiegel), eigentlich Hans Erich Blaich

 

Valdemar Irminger, An Old Roman Cemetery
Valdemar Heinrich Nicolaus Irminger (1850-1938) war ein dänischer Maler.

Alexei Sawrassow, Rural cemetery in moonlight, 1887
Alexei Kondratjewitsch Sawrassow (1830-1897) war ein russischer Landschaftsmaler.

Hermann von Gilm zu Rosenegg 1812-1864

Allerseelen

 

Stell' auf den Tisch die duftenden Reseden,

Die letzten rothen Astern trag' herbei

Und laß uns wieder von der Liebe reden

Wie einst im Mai.

 

Gieb mir die Hand, daß ich sie heimlich drücke,

Und wenn man's sieht, mir ist es einerlei;

Gieb mir nur einen deiner süßen Blicke

Wie einst im Mai.

 

Es blüht und funkelt heut' auf jedem Grabe,

Ein Tag im Jahre ist den Todten frei;

Komm' an mein Herz, daß ich dich wieder habe,

Wie einst im Mai.

 

 

Édouard Vallet, Autour d'une tombe
Édouard Vallet (1876-1929) war ein Schweizer Maler und Grafiker.

Christian Wagner 1835-1918

Allerseelen 1900

 

Heut Allerseelentag, welch milde Lüfte,

Bei solchem Sonnenschein thun sich auf die Grüfte.

 

Gott, mutet an mich wie von fernen Zonen,

Der Falter hier in Farbe der Citronen!

 

An letzter Blume sich noch festzusaugen,

der andre dort im Kleid der Pfauenaugen.

 

Von welchen Küsten doch, von welchen Reichen,

Sie hergesegelt mit dem Wunderzeichen!

 

Welch milder Tagesschein! Welch silbrig Weben!-

Ja, so mags sein dereinst als Geist zu schweben!-

 

Jakub Schikaneder, All Souls' Day
Jakub Schikaneder (1855-1924) war ein böhmischer Maler.

Georg Heym 1887-1912

Allerseelen

 

Wie der Wind an eurem Kleide reißt

Daß er die roten Blätter entführ.

Wie ihr frierend duldet die Ungebühr.

Kahl seid ihr bald, und bald verwaist.

 

Ein Lichtlein in euer Laub sich schmiegt.

Eins erst. Bald sind es ihrer viel.

Flackert hin, flackert her. Der Winde Spiel,

Wie der Sterbenden geifernder Atem fliegt.

 

O du Toter, nun grüßen sie dich

Zum letzten Mal. Bald hinab

Mußt du nun wieder in Winters Grab.

Warte noch, bleib, bis der Tag verwich.

 

Streife du noch in Novemberluft.

Wenn Schnee erst fällt, deckt er zu

Deinen Schlaf zu bitterer Winterrute.

Winters Stürme gehen dann über die Gruft.

 

Hinter den Bäumen steht ihr.

Ihr wärmt eure Hände.

Rot fällt der Schein auf die weiße Lende.

Bald gehn wir nun. Und einsam bleibt ihr.

 

Warum lächelt ihr? Euer Lächeln gleicht

Einem Rätsel voll Bosheit und Dunkelheit,

Wie wenn am Mittag in trüber Zeit

Der Wind über Teiche im Moore streicht.

 

Wie ein Kind an die Ohren sich schlägt,

Den Schall wiederholend, so tönt euer Laut,

Wie das Sausen, wenn dunkel der Abend graut

Und der Wind die zitternden Halme regt.

 

Ihr, die ihr nun aus Hierseins Schlafe erweckt,

Die ihr nun eins seid mit Busch und Gras,

Die den Tieren ihr gleicht, und dem, der genas

Vom Lebenswahn, in Irrsinns-Stuben versteckt,

 

Ihr, sagt mir eins, warum schleicht ihr euch her.

Ist es nicht besser, tot sein? Was steigt ihr herauf?

Drängt an die Betten der Schläfer zuhauf,

Mit Gerippen füllend der Träume Meer?

 

Ach, es muß einsam sein in des Todes Haus.

Wenn die Erde friert bis zum Grunde hart.

Und da kommt ihr nun, hohläugig starrt

Ihr nach uns. Ihr unser, wir euer Graus.

 

Pencho Georgiev, All Souls' Day
Pencho Georgiev (1900-1940) war ein bulgarischer Maler.

Josef Weinheber 1892-1945

Allerseelen

 

Düster im Friedhof flüstert der Herbst des Menschen Gedicht,

immer dieselbe Weisheit, und wir verstehen sie nicht.

 

Traurige Männer und Frauen gehen im Laubfall einher.

Auf den Steinen die Sprüche sprechen von Wiederkehr.

 

Blumen über die Hügel! Kerzen und Lichter darein!

Bis mit dem frühmüden Flügel fällt der Abend ein.

 

Ach, ihr Männer und Frauen, laßt! Es gibt keinen Trost.

Nichts für den elenden Menschen, den hier der Frost umkost -

 

Nichts für den elenden Menschen, der drüben in Ewigkeit ruht.

Alles dies ist vergeblich, rauscht es ahnend im Blut.

 

Aber nicht daß wir sterben und daß wir Schatten sind,

nicht daß wir schwanken am Abgrund, der vor dem Fuß beginnt - :

 

Das wir nicht lesen wollen in der Heimsuchung Buch,

daß wir nicht gut sein können, ist unser bittrer Fluch.

 

Eh wir nicht leidend schauen unsre gemeinsame Schuld,

dämmert keine Erlösung, gibt es nicht Hoffnung und Huld.

 

Immer dieselbe Weisheit, und wir hören sie nicht.

Düster im Friedhof flüstert der Herbst des Menschen Gedicht.

 

Samuel Hirszenberg, Jewish Cemetary, Lodz, 1892, Musée d'art et d'histoire du Judaïsme
Samuel Hirszenberg, verdeutscht Hirschenberg (1865-1908) war ein polnischer Maler.

Ferdinand Avenarius 1856-1923

November

 

Leichensteine kalt und stumm

Im grauen Novemberwetter,

Greisenhaft um die Kreuze herum

Schwatzen gefallener Blätter.

 

Was lallst du kindisch vor dich hin,

Was malst du mit deinem Stabe,

Was hast du Heimliches im Sinn,

Du Alter dort auf dem Grabe?

 

Was soll dein Kichern und Grinsen, Mann,

Und dein vertrauliches Nicken?

Was sengest du meine Seele an

Mit deinen glimmenden Blicken?

 

Im Herzen drängt die arme Flut,

Und ängstlich fühl ich’s klopfen –

Ich fühl’s, du schlürfst aus mir das Blut

Tropfen gemach nach Tropfen,

 

Ich fühl’s, mein Leben blutet dir

In mattem Sickern zu,

Ich fühl es, langsam wirst aus mir,

Du müder Alter, du.

 

Wieczór Zaduszek na cmentarzu Powązkowskim - Allerseelenabend auf dem Powązki-Friedhof, Tygodnik Ilustrowany 1864, Nr. 268.

Jan Konopacki, W dzień zaduszny - Allerseelen, Tygodniku Ilustrowany
Jan Zdzislaw Konopacki (1856-1894) war ein polnischer Maler.

Jakob Haringer 1898-1948

Allerseelen

 

So frisch rasiert im schönen Herbst zu wandern -

Zwar hat ein Brief mich wieder mal enttäuscht,

Ist wurscht, ich schmeiß ihn zu den alten Andern

Und morgen kommt ein junges Glück vielleicht.

Dann süße Rast bei Bier und Schweinebraten,

Die gute Wirtin kocht mir frisch Kaffee,

Und die Zigarre reizt zu neuen Taten -

Was kann mir noch im Leben viel geschehn!

Ich steh ja über euren Kinderdingen -

Ich bin zum Sterben jede Stund bereit!

Ich freu mich daß noch heut die Vögel singen,

Und freu mich heut schon wenn es morgen schneit.

Und jeder Blick schenkt mir ein neues Leben,

Die Wolken wandern und mein Leid zieht fort.

Hast du Dich ganz der Erde hingegeben,

Wird dir der Himmel drauf zum nächsten Ort.

Und daß ihr alle auch mich einst betrogen -

Das hat mir nur den schönsten Trost gelehrt.

Und all das Schwere will ich schweigend loben:

Daß ich mir selber nun am meisten wert!

Und ist auch bald die Pilgerschaft zu Ende -

das Glück verschenkt bloß, was es erst uns nahm,

falt ich noch einmal, lieber Gott! die Hände -

Das Leben war am schönsten, so wie's kam.

 

 

Witold Wojtkiewicz, Zaduszki, Muzeum Sztuki w Łodzi
Witold Wojtkiewicz (1879-1909) war ein polnischer Maler, Zeichner und Grafiker.

 

 

Das gefährlichste

Möbelstück ist die

›Lange Bank‹,
das gefährlichste

Instrument die

›Alte Leier‹.
Abraham a Sancta Clara

Wer Trinken, Rauchen und Sex aufgibt,

lebt auch nicht länger.

Es kommt ihm nur so vor.
Sigmund Freud

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Was wir brauchen,

sind ein paar verrückte Leute;

seht euch an,

wohin uns die Normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw

Der Kluge lernt aus allem
und von jedem,
der Normale aus
seinen Erfahrungen und
der Dumme
weiß alles besser.
Sokrates
Es ist schon alles gesagt,
nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Um ernst zu sein,

genügt Dummheit,

während zur Heiterkeit

ein großer Verstand unerläßlich ist.
William Shakespeare

Blüte edelsten Gemütes
ist die Rücksicht;
doch zuzeiten
sind erfrischend

wie Gewitter
goldne Rücksichtslosigkeiten.

Theodor Storm

BuchKult

Franz Dewes

fjdewes@buchkult-dewes.de

 

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