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Allerheiligen (lateinisch Festum Omnium Sanctorum) ist ein christliches Fest, an dem aller Heiligen gedacht wird, der „verherrlichten Glieder der Kirche, die schon zur Vollendung gelangt sind“, der bekannten wie der unbekannten. Das Fest wird in der Westkirche am 1. November begangen, in den orthodoxen Kirchen am ersten Sonntag nach Pfingsten.

 

Am Tag nach Allerheiligen, dem 2. November, begeht die römisch-katholische Kirche den Allerseelentag, an dem der Armen Seelen im Fegefeuer gedacht wird. Vielerorts wird die damit verbundene Gräbersegnung bereits am Nachmittag von Allerheiligen, dem arbeitsfreien staatlichen Feiertag, vorgenommen. Damit verbunden ist der Brauch, die Gräber vor allem mit Lichtern besonders zu schmücken.

 

 

Vasily Perov, Orphans in the cemetery, 1864
Vasily Grigorievich Perov (1833-1882) war ein russischer Maler.
 

Nicht alle hier gezeigten Bilder und Gedichte haben einen unmittelbaren Bezug zu Allerheiligen/Allerseelen - auf Allerheilgen als christliches Fest (s.o.) bezieht sich weder ein Bild noch ein Gedicht - aber alle kreisen um den Themenbereich Friedhof, Tod und Trauer.

 

 

William Adolphe Bouguereau,

Le Jour des morts, 1859
William Adolphe Bouguereau (1825-1905) war ein französischer Maler.

Ferdinand Avenarius 1856-1923

November

 

Leichensteine kalt und stumm

Im grauen Novemberwetter,

Greisenhaft um die Kreuze herum

Schwatzen gefallener Blätter.

 

Was lallst du kindisch vor dich hin,

Was malst du mit deinem Stabe,

Was hast du Heimliches im Sinn,

Du Alter dort auf dem Grabe?

 

Was soll dein Kichern und Grinsen, Mann,

Und dein vertrauliches Nicken?

Was sengest du meine Seele an

Mit deinen glimmenden Blicken?

 

Im Herzen drängt die arme Flut,

Und ängstlich fühl ich’s klopfen –

Ich fühl’s, du schlürfst aus mir das Blut

Tropfen gemach nach Tropfen,

 

Ich fühl’s, mein Leben blutet dir

In mattem Sickern zu,

Ich fühl es, langsam wirst aus mir,

Du müder Alter, du.

 

Jules Bastien-Lepage, Le jour des morts - Allerseelen
Jules Bastien-Lepage (1848-1884) war ein französischer Maler. Sein Werk ist dem Naturalismus zuzuordnen

Otto Baisch 1840-1892

November

 

Allerseelen, welch ein Leben

In dem stillen Totenreich!

Kerzen, die von Leid erbeben.

Droben hehrer Gottesfrieden,

Tiefes Sehnsuchtsweh hienieden.

 

Heulend fegt der Wind

Über öde Fluren,

Drauf des Lebens Spuren

Längst vergangen sind.

Wie ein Totenfeld

Läge rings die Welt,

Wenn nicht in der Tiefe

Längst das Saatkorn schliefe,

Draus im Frühlingslicht

Neues Leben bricht.

 

Wenn kein Blümchen draußen sprosst,

Rau uns schütteln Sturm und Frost

Will der Himmel ernst uns kehren,

In uns selber einzukehren.

 

In stiller Nacht

Im engen Zimmer

Wird viel gedacht

Beim Lampenschimmer

Was, wenn es endlich

Zu Tag gebracht,

Durch seine Größe

Uns staunen macht.

 

 

 

Caspar David Friedrich,

Das Friedhofstor, 1822, Karlsruhe
Caspar David Friedrich (1774-1840) war ein deutscher Maler, Grafiker und Zeichner. Er gilt heute als der bedeutendste Künstler der deutschen Frühromantik.
 

Emily Elizabeth Dickinson 18340-1886

Friedhof

 

Ein stiller Staub  - einst waren’s Männer, Frauen,

Burschen, Maiden;

Begabte waren’s, Lachen war’s und Seufzen,

und Locken, Kleider.

 

Ein Ruheplatz -  wo hurtig haust ein Sommer,

wo Blüt und Bien

voll Schwung den Lebenskreis durchziehn - dann

ruhn, wie diese.

 

Aus dem Amerikanischen: © Bertram Kottmann

 

Lovis Corinth, Kirchhof in Nidden, 1893
Lovis Corinth (1858-1925) war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.

Theodor Fontane 1819-1898

Meine Gräber

 

Kein Erbbegräbnis mich stolz erfreut;

Meine Gräber liegen zu weit zerstreut,

Weit zerstreut über Stadt und Land,

Aber all in märkischem Sand.

 

Verfallene Hügel, die Schwalben ziehn,

Vorüber schlängelt sich der Rhin,

Über weiße Steine, zerbröckelt all‘,

Blickt der alte Ruppiner Wall,

Die Buchen stehn, die Eichen rauschen,

Die Gräberbüsche Zwiesprach tauschen,

Und Haferfelder weit auf und ab, –

Da ist meiner Mutter Grab.

 

Und ein andrer Platz, dem verbunden ich bin:

Berglehnen, die Oder fließt dran hin,

Zieht vorüber in trägem Lauf,

Gelbe Mummeln schwimmen darauf.

Am Ufer Werft und Schilf und Rohr,

Und am Abhange schimmern Kreuze hervor,

Auf eines fällt heller Sonnenschein, –

Da hat mein Vater seinen Stein.

 

Der Dritte, seines Todes froh,

Liegt auf dem weiten Teltow-Plateau,

Dächer von Ziegel, Dächer von Schiefer,

Dann und wann eine Krüppelkiefer,

Ein stiller Graben die Wasserscheide,

Birken hier und da eine Weide,

Zuletzt eine Pappel am Horizont, –

Im Abendstrahle sie sich sonnt.

Auf den Gräbern Blumen und Aschenkrüge,

Vorüber in Ferne rasseln die Züge,

Still bleibt das Grab und der Schläfer drin, –

Der Wind, der Wind geht drüber hin.

 

Émile Friant, Toussaint, 1888
Émile Friant (1863-1932) war ein französischer Maler.

Franz Reinhold Fuchs 1858-1938

Allerseelen

 

Welch traumhaft stilles Schreiten

Den fahlen Hain entlang!

Rings müder Blätter Gleiten,

Und über Stoppelbreiten

Verlorner Glockenklang.

 

Was je dein Herz besessen

An Hoffnung, Glück und Leid,

Was unter Gruftzypressen

Geschlummert, halbvergessen,

Gibt klagend dir Geleit.

 

Gestalten, längst entschwunden,

Brechen des Grabes Bann:

Neu bluten alte Wunden,

Und tote Wonnestunden

Lächeln dich schmerzlich an.

 

Herz, heiß die Sehnsucht schweigen,

Die um Vergangnes wirbt! –

Die ew’gen Sterne steigen,

Die Heimat dir zu zeigen,

Wo jede Klage stirbt!

 

Paul Klee, Alter Friedhof
Paul Ernst Klee (1879-1940) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Johann Peter Glöckner*

Denk' an den Tod!

 

Denk' an den Tod

Mit seinen Schauern und mit seinen Schrecken!

Erschütternd tönt sein Wort, dich aufzuwecken,

Eh deinen Staub des Grabes Dunkel decken –

Denk' an den Tod!

 

Denk' an den Tod

Mit seinen Freuden und mit seinen Wonnen!

Beseligend, wenn Gram und Leid zerronnen,

Enthüllt er dir der ew'gen Heimat Sonnen –

Denk' an den Tod!

 

*Lebensdaten nicht bekannt, vermutlich lebte er im 19. Jahrhundert

 

 

Edvard Munch, Familjen, 1906
Edvard Munch (1863-1944) war ein norwegischer Maler und Grafiker des Symbolismus.
 

Andreas Gryphius 1616-1664

 

Alles, was die Welt uns schenket,

Nimmt die Welt, wenn wir vergehn:

Liebe nur bleibt ewig stehn,

Lieb' ist, die kein Sterben kränket,

Liebe bricht durch Grab und Tod,

Liebe tritt mit uns vor Gott.

 

 

Teodor Axentowicz,

All Souls Day
Teodor Axentowicz (1859-1938) war ein polnischer Maler, Zeichner und Grafiker armenischer Herkunft.
 

Georg Heym 1887-1912

Allerseelen

 

Geht ein Tag ferne aus, kommt ein Abend.

Brennt ein Stern in der Höhe zur Nacht.

Wehet das Gras. Und die Wege alle

Werden in Dämmrung zusammengebracht.

 

Viele sind über die Steige gegangen.

Ihre Schatten sind ferne zu sehn,

Und sie tragen an schwankenden Stangen

Ihre Fackeln, die wandern und wehn.

 

Mauern sind viele, und Gräber, und wenige Bäume.

Manche Tore darin, wo der Lorbeer trauert.

Viele sitzen in Haufen über den Kreuzen,

Ihre Lichter behütend, wenn der Regen schauert.

 

Und ein Rot steckt im Walde, dürr wie ein Finger,

Wo der Abend hänget in wolkiger Zeit

Mit dem wenigen Licht. Und geringer

Rings ist das Nahe, und die Weite so weit.

 

Doch ewig ist der Wind, der nimmer schweiget

In dunklem Lande, herbstlich schon erbraunet,

Der dunkle Bilder viel vorüber zeiget

Und dunkle Worte flüchtig trübe raunet.

 

Alfred Böhm , Allerseelen auf einem rheinischen Friedhof
Alfred Julius Cäsar Böhm (1850 - nach 1900) war ein deutscher Landschafts- und Genremaler.

Erich Kästner 1899-1974

Inschrift an einer Kirchhofstür

 

Wer diesem kleinen Schild Beachtung schenkt,

der möge auch das Folgende beachten:

Hier liegen viele, die nicht daran dachten,

daß man viel früher hier liegt, als man denkt.

 

All Saints Day in New Orleans - Decorating the Tombs, Harper’s Weekly, 1885

Clara Müller-Jahnke 1860-1905

Friedhof im Süd

 

Raschelnde Rosen an Perlendraht,

Badepüppchen im Heiligenstaat,

Gruftkapellchen mit Polstersitzen,

leinene Deckchen mit Häkelspitzen,

Kreuzchen und Bildwerk, Flitter und Spiel,

gläserne Ampeln im Jugendstil,

steinerne Engel im Modekleid,

Platte an Platte dicht gereiht -

und um des marmornen Schweigens Schauer

die himmelversperrende, neidische Mauer:

das ist, von Orangen und Rosen umblüht

die Heimstatt der Toten im sonnigen Süd.

 

In der eisigen Oede bin ich allein.

Hart klingt mein Schritt auf dem harten Stein.

Und die Träne, die mir so rasch den Blick

verdunkelt, kriecht scheu ins Herz zurück.

Ein Windstoß kommt aus dem Pinienhain,

und die Kränze klappern wie Totenbein . . .

O du Ewige, Weltenbeschattende du,

Mutter des Lebens, zeugende Ruh,

wie haben sie dich so klein gemacht,

mit ihrer Plunder- und Flickenpracht!

Sie spielten ein gellendes Jahrmarktsstück

auf deiner heitern himmlischen Harfe

und hängen die grinsende Faschingslarve

vor deinen gütigen Mutterblick.

Nein, meine Heilige, hier wohnst du nicht!

Aufatmend grüß ich das Frühlingslicht!

 

Valdemar Irminger, An Old Roman Cemetery
Valdemar Heinrich Nicolaus Irminger (1850-1938) war ein dänischer Maler.

Dr. Owlglaß* 1873-1945

Um Allerseelen

 

I.

 

So kam nun der November her...

Die armen Seelen tun sich schwer.

Es werden ihrer mehr und mehr.

 

Kein Fleckchen auf dem Erdenraum,

kein Grab, kein Kreuz, kein Lebensbaum,

wo sie nicht träumen ihren Traum.

 

Den Traum vom letzten Glockenschlag,

bei dem sich alles lösen mag,

den dumpfen Traum vom jüngsten Tag.

 

Den dumpfen Traum vom Weltgericht,

das Zeit und Raum zu Nichts zerbricht.

Sie sehnen’s her, sie fürchten’s nicht.

 

II.

 

Gewesen, ach, gewesen!...

Wo bist du, leuchtende Welt?

Drei Pappeln starren wie Besen

kahl ins graue Gezelt.

 

Im Nebel ist versunken

die sommergrüne Au,

im Wolkenmeer ertrunken

das liebe Himmelsblau.

 

Die Augen suchen und spähen

nach einem Bröslein Trost —

Krähen, Krähen und Krähen

rudern von West nach Ost.

 

Ich fang’ wohl an zu zählen

und zähle wie gebannt...

Seid ihr die armen Seelen

derer, die ich gekannt?

 

Bin ich allein verblieben

an diesem trüben Tag?

...Stumm gedenken und lieben

ist alles, was ich vermag.

 

III.

 

Der Wind singt einsam um das Haus.

Einsam? Nein.

Ich höre vertraute Stimmen heraus

aus einem entschwundenen Sein.

 

Die ganze Nacht geht das so fort -

ein Schwellen, ein Schwinden.

Sie klingen nur, sie sagen kein Wort.

Kann sie nicht fassen und binden.

 

Sie sagen nichts und verklagen nichts,

was einst geschah.

 

Sie plagen mich nicht und fragen nichts,

klingen nur und sind da.

 

Sind da wohl durch die ganze Nacht.

Ich liege und sinne

und bin getrost ihrer treuen Wacht

und ihrer wortlosen Minne.

 

IV.

 

Nun sich in schwarzen Gräben

die nackten Bäume spiegeln

und Dunst und Nebelweben

rundum die Welt verriegeln —

lass dich nicht niederzwingen.

Die dunklen Wasser singen:

Das Leben lebt. Wo ist dein Stachel, Tod?

 

Der Ring kann nicht zerschellen,

stumm kreist er und verborgen.

Aus jedem Heute quellen

unfassbar neue Morgen.

Es raunt in kahlen Rüstern,

die braunen Furchen flüstern:

Das Leben lebt. Wo ist dein Stachel, Tod?

 

*Dr. Owlglass (dt. Eulenspiegel), eigentlich Hans Erich Blaich

 

 

Kandinsky, Allerheiligen II, 1911, Lenbachhaus
Wassily Kandinsky (1866-1944) war ein russischer Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker, der auch in Deutschland und Frankreich lebte und wirkte.
 

Joachim Ringelnatz 1883-1934

Auf ein Grab

 

Ein Wind, gütig fächelnd,

Läßt Blätter und Tränen verwehn.

Empfange einst lächelnd,

Die weinend dir nachgesehn.

 

Gewesen, nicht vergessen;

Erinnert, doch verziehn.

 

Was uns Besitztum schien,

Hat keins von uns besessen,

War höchstens nur geliehn.

 

 

Caspar David Friedrich, Friedhof unter Schnee, Museum der bildenden Künste
Caspar David Friedrich (1774-1840) war ein deutscher Maler, Grafiker und Zeichner. Er gilt heute als der bedeutendste Künstler der deutschen Frühromantik.
 

Friedrich Rückert, Kindertotenlieder

Da Gedichte zu Allerheiligen und Allerseelen nicht sehr zahlreich sind, seien hier die Texte der fünf Kindertotenlieder von Friedrich Rückert wiedergegeben, die von Gustv Mahler vertont wurden.


Als Kindertodtenlieder bezeichnete der Dichter Friedrich Rückert die 428 Gedichte, die er unter dem Eindruck des Todes seiner Kinder Luise und Ernst 1833/1834 schrieb.


Die Gedichte erlangten besondere Bekanntheit durch die Vertonung Gustav Mahlers. Der Historiker und Schriftsteller Hans Wollschläger nannte die Kindertodtenlieder „die größte Totenklage der Weltliteratur“.


Alle damals sechs Kinder Rückerts waren im Dezember 1833 an Scharlach erkrankt. Am 31. Dezember 1833 starb Rückerts seinerzeit einzige Tochter Luise (* 25. Juni 1830), am 16. Januar 1834 sein Sohn Ernst (* 1. Januar 1829). Die übrigen vier Kinder erholten sich von der Krankheit.
 

Friedrich Rückert 1788–1866

Nun will die Sonne so hell aufgehn

 

Nun will die Sonne so hell aufgehn,

Als sei kein Unglück die Nacht geschehn.

 

Das Unglück geschah auch mir allein,

Die Sonne, sie scheinet allgemein.

 

Du mußt die Nacht nicht in dir verschrenken,

Mußt sie ins ewige Licht versenken.

 

Ein Lämpchen verlosch in meinem Zelt,

Heil sei dem Freudenlichte der Welt!

 

John Singer Sargent, Graveyard in Tirol, 1914
John Singer Sargent (1856-1925) galt als der bedeutendste US-amerikanische Porträt-Maler seiner Zeit.

Friedrich Rückert 1788–1866

Nun seh' ich wohl, warum so dunkle Flammen

 

Nun seh' ich wohl, warum so dunkle Flammen

Ihr sprühtet mir in manchem Augenblicke,

O Augen, gleichsam um in einem Blicke

Zu drängen eure ganze Macht zusammen.

 

Dort ahnt' ich nicht, weil Nebel mich umschwammen,

Gewoben vom verblendenden Geschicke,

Daß sich der Strahl bereits zur Heimkehr schicke

Dorthin, von wannen alle Strahlen stammen.

 

Ihr wolltet mir mit eurem Leuchten sagen:

Wir möchten nah dir immer bleiben gerne,

Doch ist und das vom Schicksal abgeschlagen.

 

Sieh' recht uns an! denn bald sind wir dir ferne.

Was dir noch Augen sind in diesen Tagen,

In künft'gen Nächten sind es dir nur Sterne.

 

Mikhail Tkachenko, Village Cemetery
Mikhail Stepanovich Tkachenko (1860-1916) war ein russischer Maler.

Friedrich Rückert 1788–1866

Wenn dein Mütterlein tritt zur Tür herein

 

Wenn dein Mütterlein

Tritt zur Tür herein,

Und den Kopf ich drehe,

Ihr entgegen sehe,

Fällt auf ihr Gesicht

Erst der Blick mir nicht,

Sondern auf die Stelle,

Näher nach der Schwelle,

Dort, wo würde dein

Lieb Gesichtchen sein,

Wenn du freudenhelle

Trätest mit herein,

Wie sonst, mein Töchterlein.

 

Wenn dein Mütterlein

Tritt zur Tür herein,

Mit der Kerze Schimmer,

Ist es mir, als immer

Kämst du mit herein,

Huschtest hinterdrein,

Als wie sonst ins Zimmer!

O du, des Vaters Zelle,

Ach, zu schnell, zu schnell,

Erloschner Freudenschein!

 

Carl Julius von Leypold, Nebel über einem russischen Friedhof, ca. 1830
Carl Julius von Leypold (1806-1874) war ein deutscher Landschaftsmaler der Romantik.

Friedrich Rückert 1788–1866

Oft denk’ ich, sie sind nur ausgegangen

 

Oft denk’ ich, sie sind nur ausgegangen,

Bald werden sie wieder nach Haus gelangen,

Der Tag ist schön, o sei nicht bang,

Sie machen nur einen weitern Gang.

 

Ja wohl, sie sind nur ausgegangen,

Und werden jetzt nach Haus gelangen,

O sei nicht bang, der Tag ist schön,

Sie machen den Gang zu jenen Höhn

 

Sie sind uns nur voraus gegangen,

Und werden nicht hier nach Haus verlangen;

Wir holen sie ein auf jenen Höhn

Im Sonnenschein, der Tag ist schön.

 

 

Mikalojus Ciurlionis, Friedhof der Žemaiten
Mikalojus Konstantinas Ciurlionis (1875-1911) war ein litauischer Komponist und Maler.

Friedrich Rückert 1788–1866

In diesem Wetter, in diesem Braus

 

In diesem Wetter, in diesem Braus,

Nie hätt’ ich gesendet die Kinder hinaus;

Man hat sie hinaus getragen,

Ich durfte dazu nichts sagen.

 

In diesem Wetter, in diesem Saus,

Nie hätt’ ich gelassen die Kinder hinaus,

Ich fürchtete, sie erkranken,

Das sind nun eitle Gedanken.

 

In diesem Wetter, in diesem Graus,

Hätt’ ich gelassen die Kinder hinaus,

Ich sorgte, sie stürben morgen,

Das ist nun nicht zu besorgen.

 

In diesem Wetter, in diesem Braus,

Sie ruhn als wie in der Mutter Haus,

Von keinem Sturm erschrecket,

Von Gottes Hand bedecket.

 

Adriaan Joseph Heymans, Le repos des âmes, Ixelles, Musée des Beaux Arts
Adriaan Joseph Heymans (1839-1921) war ein belgischer impressionistischer Landschaftsmaler.

 

Link zu YouTube: Kindertotenlieder, nur Audio.

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I. Nun will die Sonn' so hell aufgeh'n 00:00

II. Nun seh' ich wohl, warum so dunkle Flammen 06:15

III. Wenn dein Mütterlein 11:59

IV. Oft denk' ich, sie sind nur ausgegangen 17:05

V. In diesem Wetter, in diesem Braus 20:32

 

 

Ferdinand von Saar 1833-1906

Trauer

 

Frühe schon aus leisem Schlummer

Stört mich auf der wache Kummer,

Und mit stumm getrag'ner Pein

Schreit' ich in den Tag hinein.

 

Immer schwerer das Vollbringen,

Immer selt'ner das Gelingen,

Und es schwindet die Geduld –

Und ich fühl' die eig'ne Schuld.

 

Fühl' es mit geheimem Beben:

Uferlos verrinnt mein Leben

In ein Meer von Qual und Noth –

Komm', o komme, Tod!

 

Ferdinand Georg Waldmüller, Am Allerseelentag
Ferdinand Georg Waldmüller (1793-1865) war einer der bedeutendsten österreichischen Maler in der Biedermeierzeit.

Ludwig Bauer 1832-1910

Ich stand gelehnt am Leichenstein

 

Ich stand gelehnt am Leichenstein

Am Allerseelentag

Von hundert Kerzen lichter Schein

Auf all den stummen Gräbern lag.

 

Ich dachte, wie viel Glück und Schmerz

Hier tief begraben liegt,

Wie manches sturmbewegte Herz

Auf ewig ward zur Ruh gewiegt.

 

Da gingst du still vorbei an mir,

Ich sah dir ins Gesicht,

Und eine Thräne blitzte dir

Im Aug', bestrahlt vom Kerzenlicht.

 

Im tiefsten Herzen hat sich da

Ein Grab mir aufgethan,

Und die gestorb'ne Jugend sah

Aus deinem Aug' mich lebend an!

 

 

Franz Skarbina, Allerseelentag Hedwigskirchhof, 1896
Franz Skarbina (1849-1910) war ein Maler des deutschen Impressionismus, Zeichner, Radierer und Illustrator.
 

Theodor Fontane 1819-1898

Ausgang

 

Immer enger, leise, leise,

Ziehen sich die Lebenskreise,

Schwindet hin, was prahlt und prunkt,

Schwindet Hoffen, Hassen, Lieben,

Und ist nichts in Sicht geblieben

Als der letzte dunkle Punkt.

 

Jakub Schikaneder, Allerseelentag
Jakub Schikaneder (1855-1924) war ein böhmischer Maler.

Hermann von Gilm zu Rosenegg 1812-1864

Allerseelen

 

Stell' auf den Tisch die duftenden Reseden,

Die letzten rothen Astern trag' herbei

Und laß uns wieder von der Liebe reden

Wie einst im Mai.

 

Gieb mir die Hand, daß ich sie heimlich drücke,

Und wenn man's sieht, mir ist es einerlei;

Gieb mir nur einen deiner süßen Blicke

Wie einst im Mai.

 

Es blüht und funkelt heut' auf jedem Grabe,

Ein Tag im Jahre ist den Todten frei;

Komm' an mein Herz, daß ich dich wieder habe,

Wie einst im Mai.

 

 

Carl Fredrik Hill, Kyrkogården
Carl Fredrik Hill (1849-1911) war ein schwedischer Maler und besonders durch seine Zeichnungen bekannt. Er wird der Epoche des Impressionismus zugeordnet.
 

Hermann Lingg 1820-1905

Allerseelen

 

Wie groß die Herbstnacht niederblickt,

Aus sternlos schwarzem Himmelsrahmen,

Ein Trauervorhang, eingestickt

Mit Heimgegangner Bild und Namen.

 

Mit Namen, die noch immerfort

Uns lieb sind aus vergangnen Tagen:

Wir möchten, ach, so manches Wort

Den teuren Hingeschiednen sagen.

 

Und allen, deren geistig Licht

Noch in viel hundert dunklen Nächten

Uns leuchten wird und Sieg verspricht

Im Kampfe mit den finstren Mächten.

 

Lauritz Andersen Ring, Auf dem Friedhof in Fløng
Lauritz Andersen Ring, auch Lars Andersen Ring, eigentlich Lauritz Andersen (1854-1933) war ein dänischer Figuren-, Genre-, Landschafts-, Bildnismaler, Zeichner und Keramiker.

Andreas Gryphius 1616-1664

 

Mein sind die Jahre nicht,

die mir die Zeit genommen,

Mein sind die Jahre nicht,

die etwa möchten kommen

Der Augenblick ist mein,

und nehm’ ich den in acht

So ist der mein,

der Jahr und Ewigkeit gemacht.

 

José Gallegos y Arnosa, All souls day in Rome
José Gallegos y Arnosa (1859-1917) war ein spanischer Genremaler, Bildhauer und Architekt.

Jakob Haringer 1898-1948

Allerseelen

 

So frisch rasiert im schönen Herbst zu wandern -

Zwar hat ein Brief mich wieder mal enttäuscht,

Ist wurscht, ich schmeiß ihn zu den alten Andern

Und morgen kommt ein junges Glück vielleicht.

Dann süße Rast bei Bier und Schweinebraten,

Die gute Wirtin kocht mir frisch Kaffee,

Und die Zigarre reizt zu neuen Taten -

Was kann mir noch im Leben viel geschehn!

Ich steh ja über euren Kinderdingen -

Ich bin zum Sterben jede Stund bereit!

Ich freu mich daß noch heut die Vögel singen,

Und freu mich heut schon wenn es morgen schneit.

Und jeder Blick schenkt mir ein neues Leben,

Die Wolken wandern und mein Leid zieht fort.

Hast du Dich ganz der Erde hingegeben,

Wird dir der Himmel drauf zum nächsten Ort.

Und daß ihr alle auch mich einst betrogen -

Das hat mir nur den schönsten Trost gelehrt.

Und all das Schwere will ich schweigend loben:

Daß ich mir selber nun am meisten wert!

Und ist auch bald die Pilgerschaft zu Ende -

das Glück verschenkt bloß, was es erst uns nahm,

falt ich noch einmal, lieber Gott! die Hände -

Das Leben war am schönsten, so wie's kam.

 

Pencho Georgiev, All Souls' Day
Pencho Georgiev (1900-1940) war ein bulgarischer Maler.

David Herbert Lawrence 1885-1930

Allerseelen

 

Geht mit dem Tod alsdann behutsam um und sacht.

Denn Sterben ist nicht leicht,

schwer ist es, diese Pforte zu durchschreiten,

selbst wenn sie sich uns auftut.

 

Wo gehen diese armen Toten hin,

wenn sie die Stadt

des nun unrettbaren Leibs verlassen haben,

die Stadt, ummauert, silberhell?

Wo gehn sie hin?

 

Sie weilen dann im Schatten dieser Welt.

In ihrem langen Schattenkegel drängen sich die Seelen,

die nicht hinüber finden über jenes Meer, das alles wandelt.

 

Seid euren Sterbenden ein Freund:

Ermutigt sie, den Todesnachen selbst zu bauen,

tritt ihre Seele doch die lange, lange Reise an

ins heit’re Reich ohne Erinnerung.

Wir alle brauchen einen Nachen, den Nachen

und gehörig Proviant für diese längste Reise.

Gebt euren Toten stets aufs Neu etwas

aus eurem Herzen mit, und rüstet liebend sie

vor ihrer Reise übers Meer.

 

aus dem Englischen: © Bertram Kottmann

 

 

Carl Gustav Carus, Friedhof auf dem Oybin, ca. 1828, Leipzig, Museum der bildenden Künste
Carl Gustav Carus, auch Karl Gustav Carus (1789-1869) war ein deutscher Arzt, Maler und Naturphilosoph sowie Psychologe.
 

A. de Nora 1864-1936

Verlassner Waldfriedhof

 

Einsam und weltverschlagen

Im Walde sah in einmal

Einen alten Friedhof ragen

Aus schneeverwehtem Tal.

 

Viel Gräber, nun selbst begraben

in ewiger Winterruh',

Die keine Kreuze mehr haben

Und keine Beter dazu.....

 

Und doch! In einer Ecke

Was war zertreten der Schnee?

Wer brach durch die weisse Decke?

Das tat nicht Hirsch noch Reh.

 

Da sind zwei Knie gelegen

Vor einem verschneiten Grab!

Da rieselte reich der Regen

Schwerer Zähren herab!

 

Und Tränen der Treue schrieben

Wie Herzblut warm und rot

In den weissen Schnee: – Mein Lieben

Ist stärker als der Tod –.

 

Fritz Schwarz-Waldegg, Cimetière juif de Prague, 1923, Wien Belvedere
Fritz Schwarz-Waldegg, eigentlich Friedrich Schwarz (1889-1942) war ein österreichischer Maler.

Theodor Storm 1817-1888

Wie wenn das Leben wär nichts andres

 

Wie wenn das Leben wär nichts andres

Als das Verbrennen eines Lichts!

Verloren geht kein einzig Teilchen,

Jedoch wir selber gehn ins Nichts!

 

Denn was wir Leib und Seele nennen,

So fest in eins gestaltet kaum,

Es löst sich auf in Tausendteilchen

Und wimmelt durch den öden Raum.

 

Es waltet stets dasselbe Leben,

Natur geht ihren ew’gen Lauf;

In tausend neuerschaffnen Wesen

Stehn diese tausend Teilchen auf.

 

Das Wesen aber ist verloren,

Das nur durch ihren Bund bestand,

Wenn nicht der Zufall die verstäubten

Aufs neu zu einem Sein verband.

 

George Edmund Butler, A roadside cemetery near Neuve Eglise
George Edmund Butler (* 15. Januar 1872 in Southampton, England; † 9. August 1936 in Twickenham, England) war ein englischer Künstler.

Georg Trakl 1887-1914

Allerseelen

An Karl Hauer

 

Die Männlein, Weiblein, traurige Gesellen,

Sie streuen heute Blumen blau und rot

Auf ihre Grüfte, die sich zag erhellen.

Sie tun wie arme Puppen vor dem Tod.

 

O! wie sie hier voll Angst und Demut scheinen,

Wie Schatten hinter schwarzen Büschen stehn.

Im Herbstwind klagt der Ungebornen Weinen,

Auch sieht man Lichter in der Irre gehn.

 

Das Seufzen Liebender haucht in Gezweigen

Und dort verwest die Mutter mit dem Kind.

Unwirklich scheinet der Lebendigen Reigen

Und wunderlich zerstreut im Abendwind.

 

Ihr Leben ist so wirr, voll trüber Plagen.

Erbarm' dich Gott der Frauen Höll' und Qual,

Und dieser hoffnungslosen Todesklagen.

Einsame wandeln still im Sternensaal.

 

 

Giovanni Segantini,

Il dolore confortato dalla Fede
Giovanni Segantini (1858-1899) war ein in Welschtirol als österreichischer Staatsbürger geborener Maler des realistischen Symbolismus. Er galt als Meister der Hoch gebirgslandschaft und begann früh mit der Freilichtmalerei.

Christian Wagner 1835-1918

Allerseelen 1900

 

Heut Allerseelentag, welch milde Lüfte,

Bei solchem Sonnenschein thun sich auf die Grüfte.

 

Gott, mutet an mich wie von fernen Zonen,

Der Falter hier in Farbe der Citronen!

 

An letzter Blume sich noch festzusaugen,

der andre dort im Kleid der Pfauenaugen.

 

Von welchen Küsten doch, von welchen Reichen,

Sie hergesegelt mit dem Wunderzeichen!

 

Welch milder Tagesschein! Welch silbrig Weben!-

Ja, so mags sein dereinst als Geist zu schweben!-

 

Édouard Vallet, Walliser Kirchhof
Édouard Vallet (1876-1929) war ein Schweizer Maler und Grafiker.

Josef Weinheber 1892-1945

Allerseelen

 

Düster im Friedhof flüstert der Herbst des Menschen Gedicht,

immer dieselbe Weisheit, und wir verstehen sie nicht.

 

Traurige Männer und Frauen gehen im Laubfall einher.

Auf den Steinen die Sprüche sprechen von Wiederkehr.

 

Blumen über die Hügel! Kerzen und Lichter darein!

Bis mit dem frühmüden Flügel fällt der Abend ein.

 

Ach, ihr Männer und Frauen, laßt! Es gibt keinen Trost.

Nichts für den elenden Menschen, den hier der Frost umkost -

 

Nichts für den elenden Menschen, der drüben in Ewigkeit ruht.

Alles dies ist vergeblich, rauscht es ahnend im Blut.

 

Aber nicht daß wir sterben und daß wir Schatten sind,

nicht daß wir schwanken am Abgrund, der vor dem Fuß beginnt - :

 

Das wir nicht lesen wollen in der Heimsuchung Buch,

daß wir nicht gut sein können, ist unser bittrer Fluch.

 

Eh wir nicht leidend schauen unsre gemeinsame Schuld,

dämmert keine Erlösung, gibt es nicht Hoffnung und Huld.

 

Immer dieselbe Weisheit, und wir hören sie nicht.

Düster im Friedhof flüstert der Herbst des Menschen Gedicht.

 

 

 

Caspar David Friedrich,

Das Friedhofstor, um 1830, Bremen
Caspar David Friedrich (1774-1840) war ein deutscher Maler, Grafiker und Zeichner. Er gilt heute als der bedeutendste Künstler der deutschen Frühromantik.
 

Albrecht von Wickenburg 1838-1911

Zu Allerseelen

 

Auf allen Gräbern blüht’s

In bleichen Sternen,

Auf allen Gräbern glüht’s

Von Grablaternen;

Auch auf dem ärmsten mag

Ein Wachslicht schwehlen –

Das ist der Feiertag

Der armen Seelen.

 

Auch dem, der allezeit

Nur Dorn gefunden,

Hat man die Rosen heut‘

Zum Kranz gewunden.

Und war ein Menschensein

Nur eitel Quälen,

Stellt sich der Lorbeer ein

Zu Allerseelen.

 

Ach, besser, nie an Lust

Und Glück sich laben,

Als einst mit wunder Brust,

Sein Glück begraben,

Als von zerpflückten Kranz

Die Blüthen zählen

Im Grablaternenglanz

Von Allerseelen!

 

Paul Klee, Allerseelen
Paul Ernst Klee (1879-1940) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Hermann Hesse 1877-1962

Stufen

 

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

 

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

An keinem wie an einer Heimat hängen,

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise

Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,

Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

 

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

Uns neuen Räumen jung entgegen senden,

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

 

Albert Chmielowski, Italian Cemetery at Dusk
Albert Chmielowski (Geburtsname: Adam Hilarius Chmielowski; 1845-1916) war ein Maler und polnischer Ordensgründer. Er ist ein Heiliger der römisch-katholischen Kirche.

Alte Brückeninschrift in Wien

 

Alles ist nur Übergang.

Merke wohl die ernsten Worte:

Von der Stunde, von dem Orte

Treibt dich eingepflanzter Drang.

Tod ist Leben, Sterben Pforte.

Alles ist nur Übergang.

 

Joža Uprka, All Souls' Day
Joža Uprka war ein tschechischer Maler und Grafiker, dessen Werk Elemente der Romantik und des Jugendstils kombiniert, um das Volksleben Südmährens zu dokumentieren.

Theodor Fontane 1819-1898

 

Leben, wohl dem, dem es spendet

Freude, Kinder, täglich Brot,

Doch das Beste, was es sendet,

Ist das Wissen, daß es endet,

Ist der Ausgang, ist der Tod.

 

 

Arnold Böcklin, Die Toteninsel, dritte Fassung , Alte Nationalgalerie, Berlin
Arnold Böcklin (1827-1901) war ein Schweizer Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer des Symbolismus.

Rainer Maria Rilke 1875-1926

Schlußstück

 

Der Tod ist groß.

Wir sind die Seinen

lachenden Munds.

Wenn wir uns

mitten im Leben meinen,

wagt er zu weinen

mitten in uns.

 

Um ernst zu sein,

genügt Dummheit,

während zur Heiterkeit

ein großer Verstand unerläßlich ist.
William Shakespeare

Wer Trinken, Rauchen und Sex aufgibt,

lebt auch nicht länger.

Es kommt ihm nur so vor.
Sigmund Freud

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Was wir brauchen,

sind ein paar verrückte Leute;

seht euch an,

wohin uns die Normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw

Der Kluge lernt aus allem
und von jedem,
der Normale aus
seinen Erfahrungen und
der Dumme
weiß alles besser.
Sokrates
Es ist schon alles gesagt,
nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Blüte edelsten Gemütes

Ist die Rücksicht;

doch zuzeiten

Sind erfrischend wie Gewitter

Goldne Rücksichtslosigkeiten.

Theodor Storm

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