BuchKult
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November

Nebelmond, Nebelmonat, Nebelung, Schneemond, Frostmond, Eichenmond, Trauermond, Windmond, Schlachtmond

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Birge Harrison, November
Lovell Birge Harrison (1854-1929) war ein amerikanischer Genre- und Landschaftsmaler, Lehrer und Schriftsteller.

Alte deutsche Namen für die lateinische Bezeichnung November sind Windmond (eingeführt von Karl dem Großen im 8. Jahrhundert), Wintermonat und Nebelung. In den Niederlanden wurde der Monat auch Schlachtmond oder Schlachtemonat genannt, da zu dieser Zeit das Einschlachten der Schweine üblich war. Aufgrund der zahlreichen Anlässe des Totengedenkens trägt der November auch die Bezeichnung Trauermonat.

 

Im römischen Kalender war der November ursprünglich der neunte Monat (lat. novem = neun). Im Jahr 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn allerdings um zwei Monate vorverlegt, sodass die direkte Beziehung zwischen Name und Monatszählung verloren ging. Dies wird manchmal bei der Übertragung der früher oft verwendeten lateinischen Datumsangaben vergessen. Unter Kaiser Commodus wurde der Monat in Romanus umbenannt, nach dem Tod des Kaisers erhielt er aber wieder seinen alten Namen zurück.

 

Der November-Vollmond (auch Nebelmond, Nebelmonat oder Nebelung) ist in Tholey am Dienstag dem 12. November 2019 um 14:34 Uhr.

 

Très Riches Heures, Novembre
Die Brüder von Limburg (Paul, Johan und Herman) waren niederländische Miniaturmaler. Das Stundenbuch des Herzogs von Berry (französisch Les Très Riches Heures du Duc de Berry bzw. kurz Très Riches Heures) ist das berühmteste illustrierte Manuskript des 15. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein ausgesprochen reichhaltig verziertes Stundenbuch, das 208 Blätter mit 21,5 cm Breite und 30 cm Höhe enthält, von denen etwa die Hälfte ganzseitig bebildert sind.
 

Im Kirchenjahr gilt der November als ein Monat

der Besinnung und des Gedenkens.

 

Allerheiligen gedenkt die römisch-katholische Kirche aller ihrer Heiligen, dieser Gedenktag wird immer am 1. November begangen. Darauf folgt am 2. November Allerseelen, an dem die römisch-katholische Kirche der Verstorbenen gedenkt. Der 11. November ist der sog. Martinstag, ein Festtag der römisch-katholischen Kirche zu Ehren ihres Heiligen Martin von Tours. Ebenfalls am 11.11. um 11:11:11 Uhr wird die neue Kampagne im Karneval ausgerufen. Neben dem Martinstag sind der Hubertustag am 3. November und der Leonhardstag (Leonhardsritt) am 6. November zwei weitere Heiligenfeste im November die mit besonderem Brauchtum verbunden sind, welches bis heute noch zelebriert wird.

 

Der Volkstrauertag wird immer zwei Sonntage vor dem 1. Advent begangen und ist der Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten der beiden Weltkriege. Am Mittwoch zwischen Volkstrauertag und Totensonntag liegt der Buß- und Bettag, ein Feiertag der evangelischen Kirche, an welchem man sich wieder mehr Gott zuwenden soll. Einen Sonntag vor dem 1. Advent liegt der Totensonntag, an dem die evangelische Kirche der Verstorbenen gedenkt. Die katholische Kirche feiert an diesem Tag den Christkönigssonntag. Der 1. Advent liegt in vier von sieben Fällen im November. Mit dem 1. Advent beginnt die Adventszeit und das Warten auf Weihnachten.

 

Der Sonntag vor dem 1. Advent bildet auch den letzten Sonntag des Kirchenjahres. Der letzte Tag im Kirchenjahr jedoch liegt, gemäß der kirchlichen Wochendefinition (abweichend von der DIN-Norm), am darauffolgenden Samstag; dieser kann damit spätestens am 2. Dezember liegen, in 5 von 7 Fällen liegt er aber im November.

 

William Keith, Dark November (Pastorale)
William Keith (1838-1911) war ein schottisch-US-amerikanischer Maler der Düsseldorfer Schule.

Die traurige Schönheit des Novembers hat ihren besonderen, einzigartigen Charme. Zu dieser Jahreszeit scheint die Natur in einem bestimmten Nichts zwischen einem goldenen Herbst und einem schneeweißen Winter eingefroren zu sein.

 

Die Natur des Novembers steht still und wartet auf den ersten Schnee, die Ankunft des Winters. Dieses Gefühl des Verlustes und der Erwartung wird von russischen und europäischen Künstlern in Landschaftsgemälden, die dem November gewidmet waren, auf bemerkenswerte Weise vermittelt.

 

Text gefunden auf einer russischen Website (FD)

 

 

Breviarium Grimani November
Breviarium Grimani, Stundenbuch des Domenico Grimani. Das berühmte Breviarium Grimani mit über 1600 durchgehend illuminierten Seiten gilt als eines der schönsten Zeugnisse der flämischen Buchmalerei des frühen 16. Jahrhunderts. Um 1510-1520 in Brügge und Gent entstanden, waren zahlreiche berühmte Miniaturisten an seiner Entstehung beteiligt, darunter Gerard David, Simon Bening und Gerard Horenbout.

Erich Kästner

Der November       

 

Ach, dieser Monat trägt den Trauerflor ...

Der Sturm ritt johlend durch das Land der Farben.

Die Wälder weinten. Und die Farben starben.

Nun sind die Tage grau wie nie zuvor.

Und der November trägt den Trauerflor.

 

Der Friedhof öffnete sein dunkles Tor.

Die letzten Kränze werden feilgeboten.

Die Lebenden besuchen ihre Toten.

In der Kapelle klagt ein Männerchor.

Und der November trägt den Trauerflor.

 

Was man besaß, weiß man, wenn man's verlor.

Der Winter sitzt schon auf den kahlen Zweigen.

Es regnet, Freunde, und der Rest ist Schweigen.

Wer noch nicht starb, dem steht es noch bevor.

Und der November trägt den Trauerflor ...

 

 

Alfons Maria Mucha, Les douze mois - novembre
Alfons Maria Mucha (1860-1939) war ein tschechischer Plakatkünstler, Grafiker, Illustrator, Maler, Amateurfotograf und Kunstgewerbler, der als einer der herausragenden Repräsentanten des Jugendstils gilt.

Heinrich Seidel 1842-1906

November

 

Solchen Monat muss man loben:

Keiner kann wie dieser toben,

Keiner so verdrießlich sein

Und so ohne Sonnenschein!

Keiner so in Wolken maulen,

Keiner so mit Sturmwind graulen!

Und wie nass er alles macht!

Ja, es ist ’ne wahre Pracht.

 

Seht das schöne Schlackerwetter!

Und die armen welken Blätter,

Wie sie tanzen in dem Wind

Und so ganz verloren sind!

Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt

Und sie durcheinanderwirbelt

Und sie hetzt ohn’ Unterlass:

Ja, das ist Novemberspaß!

 

Und die Scheiben, wie sie rinnen!

Und die Wolken, wie sie spinnen

Ihren feuchten Himmelstau

Ur und ewig, trüb und grau!

Auf dem Dach die Regentropfen:

Wie sie pochen, wie sie klopfen!

Schimmernd hängt’s an jedem Zweig,

Einer dicken Träne gleich.

 

O, wie ist der Mann zu loben,

Der solch' unvernünft’ges Toben

Schon im Voraus hat bedacht

Und die Häuser hohl gemacht!

So, dass wir im Trocknen hausen

Und mit stillvergnügtem Grausen

Und in wohlgeborgner Ruh

Solchem Gräuel schauen zu!

 

 

John Atkinson Grimshaw, November, 1879
John Atkinson Grimshaw (1836-1893) war ein englischer Maler.

Heinrich Hoffmann 1809-1894

November

 

Trüber Himmel, raue Tage

Kommen sicher jedes Jahr;

Schwere Sorgen, harte Plage,

Jedes Leben bringt sie dar.

Doch bedenkt, die heitern Stunden

Hätten nie euch so beglückt,

Hättet ihr nicht überwunden,

Was in trüben euch bedrückt.

 

 

Joachim von Sandrart, Der Monat November
Joachim von Sandrart der Ältere (1606-1688) war ein deutscher Maler, Kupferstecher, Kunsthistoriker und Übersetzer.

Max Dauthendey 1867-1918

November

 

Bin heut im erstarrten Garten gewesen,

Wo ich in deinem Auge einst Lieder gelesen;

Wo die Biene den Tropfen Seligkeit sog,

Und wie ein Stückchen Himmel der Schmetterling flog.

Wo der Mond aufstieg wie der Liebe Lob,

Wie ein Herz, das sich von der Erde hob,

Und wo jetzt die Wurzeln der Blumen verwesen,

Hab ich in toten Blättern noch Lieder gelesen.

 

 

Jules Breton,

Last Flowers, Cincinnati Art Museum
Jules Adolphe Aimé Louis Breton (1827-1906) war ein französischer Maler.

Stefan George (1868-1933)

Novemberrose...

 

Sag mir blasse Rose dort

Was stehst du noch an so trübem ort?

Schon senkt sich der herbst am zeitenhebel

Schon zieht an den bergen novembernebel.

Was bleibst du allein noch blasse rose?

Die letzte deiner gefährten und schwestern

Fiel tot und zerblättert zur erde gestern

Und liegt begraben im mutterschoosse...

 

Ach mahne mich nicht dass ich mich beeile!

Ich warte noch eine kleine weile.

Auf eines jünglings grab ich stehe:

Er vieler hoffnung und entzücken

Wie starb er? Warum? Gott es wissen mag!

Eh ich verwelke eh ich vergehe

Will ich sein frisches grab

noch schmücken

Am totentag.

 

George Clausen, Morning in November
George Clausen (1852-1844) war ein britischer Künstler, der mit Öl und Aquarell, Radierung, Mezzotinta, Trockenpunkt und gelegentlich Lithografien arbeitete.

Klabund 1890-1928

Novemberelegie

 

Ich habe gestern ein Gedicht an dich geschrieben.

Ich saß am offenen Fenster.

Ich fröstelte.

Der Herbstwind wehte.

Er hat’s verweht.

 

Als du zu mir kamst,

Standen zwei alte Weiber im Hausflur.

Sie krächzten hinter dir her

Wie Krähen.

Du hüpftest wie eine Bachstelze stolz und zierlich.

Öde ist die Welt, ein braches Feld, und böse sind die Menschen.

 

Küsse mich mit deinen braunen Augen

Und wirf die Arme

Wie weiße Fliederäste um mich

Und schenke mir, dem herbstlich taumelnden,

Den Sommer,

Schenke

Noch einmal Sommer mir

Und weiße Rosen,

Letztes Licht.

 

Da nun der Winter eisig reisig klirrt

Und weißer Schnee die Wege wirrt:

Wohin soll ich wandern?

Wo soll ich bleiben,

Ich Habenichts,

Weißnichts,

Kannnichts?

 

Ich liege schon im offnen Sarg.

Küss meine kalten Lippen,

Um die der Schneesturm stob,

Ein letztes Mal

Und schlag den Deckel zu

Und geh ins Leben

Und lächle deiner Tränen. Lebe!

Liebe!

Und sei geliebt! Gelobt! Bedankt

 

Jervis McEntee, November Day, 1863
Jervis McEntee (1828-1981) war ein amerikanischer Maler der Hudson River School.

Arno Holz 1863-1929

Unter ...

 

Unter

dunkelen, treibenden,

tiefschwerschleppenden Novemberwolken

verdämmert ... die Heide!

 

Gebückt

am Wegrand, kopfnickstumm

sitzt du, starrst du

und

... stierst ...

auf ... deine welken ... Hände.

 

Hofft,

harrt und ... hämmert in dir

noch

ein ... Herz?

 

Lebst ... du ... noch?

 

Schleichend,

unheimlich und tückisch,

durch

schwarzes, spitzes,

feuchtstarres Stachelgras

immer

näher und näher,

ein

klapperndes ... Rascheln.

 

Schauernd, eiskalt,

genickhoch

ein ... Hauch.

 

Gemartert,

im Dornenstrauch,

windgepackt, windgezwackt,

windgezaust

zittert ... ein ... letztes

Blättchen!

 

Vilhelm Hammershøi, Near Fortunen Jægersborg Deer Park North of Copenhagen, Statens Museum for Kunst
Vilhelm Hammershøi (1864-1916) war ein dänischer Maler und gilt als Vertreter des Symbolismus.

Ernst Lissauer 1882-1927

Erwachen im November

 

Ist nicht ein Gram gesessen mir zu Häupten?

Ich schlief so hart und bin so dumpf erwacht;

Als ob Gewölke blasser Asche stäubten,

Färbt sich mit schalem Tag die Nacht.

Noch kann ich nicht die Stube sehen.

Sie ist voll Schwermut wie ein Schiff voll Fracht.

Noch weiß ich keinen Schmerz. Jedoch er wird geschehen.

 

Walter Moras, Waldlandschaft mit Teich
Walter Moras (1856-1925) war ein deutscher Maler.

Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898)

Novembersonne

 

In den ächzenden Gewinden

Hat die Kelter sich gedreht,

Unter meinen alten Linden

Liegt das Laub hoch aufgeweht.

 

Dieser Erde Werke rasten,

Schon beginnt die Winterruh -

Sonne, noch mit unverblassten,

Goldnen Strahlen wanderst du!

 

Ehe sich das Jahr entlaubte,

Gingen, traun, sie müßig nie,

Nun an deinem lichten Haupte

Flammen unbeschäftigt sie.

 

Erst ein Ackerknecht, ein Schnitter,

Und ein Traubenkoch zuletzt

Bist du nun der freie Ritter,

Der sich auf der Fahrt ergetzt.

 

Und die Schüler, zu den Bänken

Kehrend, grüßen jubelvoll,

Hingelagert vor den Schenken,

Dich als Musengott Apoll.

 

Jakub Schikaneder, Herbsthimmel, nach 1910
Jakub Schikaneder (1855-1924) war ein böhmischer Maler.

Clara Müller-Jahnke 1860-1905

Im Novembersturm

 

Der Sturmwind rast und der Regen schlägt

ans Fenster in schweren Tropfen –

Ich fühl in der tollen Novembernacht

mein Herz wohl hörbar klopfen.

 

Es schlägt in brennender Ungeduld

sehnsüchtig und beklommen ...

Ach, wenn die Stunde doch Flügel hätt'

und wäre der Winter gekommen!

 

Und deckte die Ströme das blinkende Eis

und der Schnee die schweigende Runde –

und wären wir endlich allein, allein

in der heimlichen Mitternachtsstunde!

 

O Liebster, Liebster, – der Sturmwind rast

und der Regen rauscht endlos nieder –

mir aber fluten durch Haupt und Herz

traumselige Liebeslieder.

 

 

Edward Atkinson Hornel,

Autumn, 1904
Edward Atkinson Hornel (1864-1933) war ein schottischer Maler des Spätimpressionismus und wichtiger Vertreter der Glasgow Boys, einer Künstlergruppe aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Elisabeth Kulmann (1808-1825)

Die letzten Blumen starben

 

Die letzten Blumen starben!

Längst sank die Königin

Der warmen Sommermonde,

Die holde Rose hin!

 

Du, hehre Georgine,

Erhebst nicht mehr dein Haupt!

Selbst meine hohe Pappel

Sah ich schon halb entlaubt.

 

Bin ich doch weder Pappel,

Noch Rose, zart und schlank;

Warum soll ich nicht sinken,

Da selbst die Rose sank?

 

Fritz von Uhde, Im Herbst - Die Hirtin im Dachauer Moos
Fritz von Uhde (1848-1911) war ein sächsischer Kavallerieoffizier und Maler. Sein Stil lag zwischen Realismus und Impressionismus.

Helene Krüger 1861-?

 

Nebelschleier, feucht und schwer,

Wallten um die elfte Schwester,

Fröstelnd schreitet sie einher,

Zieht des Mantels Falten fester.

 

Ihre Augen blicken trüb',

Ach, dahin ist alles Prangen!

Was den heit'ren Schwestern lieb,

Ist zur Ruhe eingegangen.

 

Aber sieh, des Menschen Lust

Ruht nicht mit den Kreaturen,

Jägereifer in der Brust

Folgt er kühn des Wildes Spuren.

 

Leicht entdeckt im weichen Schnee

Von der losgelass'nen Meute,

Werden Häslein, Fuchs und Reh

Seiner Flinte sichre Beute.

 

Auch November, feucht und grau,

Bietet seinem Herzen Freuden,

Und er sieht die hohe Frau

Ungern nur von hinnen scheiden

 

 

Mary Cassatt, Autumn
Mary Stevenson Cassatt (1844-1926) war eine US-amerikanische Grafikerin und Malerin des Impressionismus.

Ricarda Huch 1864-1947

November

 

Das Licht erlischt.

Die Nacht wird lang, es wachsen die Schatten,

Der Welt wird kahl, leer werden die Matten.

Wir essen Asche ins tägliche Brot gemischt –

Das Licht erlischt.

 

Das Licht ist tot.

Still sind die einst so fröhlichen Gassen,

Wieviel haben uns auf immer verlassen,

Die am Tisch mit uns saßen, mit uns brachen das Brot –

Das Licht ist tot.

 

Das Herz ist schwer.

Wo sind die vor uns dahigegangen?

Das Licht am Himmel wird neu erprangen,

Die toten Menschen kommen nie mehr – nie mehr –

Das Herz ist schwer.

 

John Joseph Enneking, Tranquility at Sunset
John Joseph Enneking (1841-1916) war ein amerikanischer impressionistischer Maler, der mit der Boston School verbunden war.

Franz Werfel 1890-1945

Madonna mit den Krähen

 

Es ist November in der Welt.

Der Baum hebt nackt sein Krüppelbein.

Gebüsch bebt, bettelnd hingestellt.

Vereinsamt stiert der Meilenstein.

Frech wie ein Storch auf brachem Feld

Die alte Vogelscheuche lungert.

Die Mutter schleppt sich querfeldein.

Das Kindlein friert, das Kindlein hungert.

 

So grau war noch November nie.

Die Mutter rastet auf dem Stein.

Das Kind liegt schlaff auf ihrem Knie.

Wie sie allein ist nichts allein.

Wohl besser wär’s, es würde schnein,

Verschnein die Weiten und die Nähen,

Sie hebt den Kopf, sie hört ein Schrein,

Die Krähen kommen, hundert Krähen ...

Fortsetzung unten

 

John Atkinson Grimshaw, Lovers in a Wood
John Atkinson Grimshaw (1836-1893) war ein englischer Maler.

Fortsetzung

Das Volk rauscht durch die Luft und schlägt

Und taumelt um Marias Haupt.

Doch keine Kräh im Schnabel trägt

Ein Bröcklein, fluges wo geklaubt.

Nie war die Welt so ausgeraubt.

Die Krähen rings verzweifelt streichen,

Aus Feld und Bäumen, todentlaubt,

Der Mutter Speisung darzureichen.

 

Nicht Korn und Haselnuss gibt’s mehr.

So kahl war kein November noch,

Und keine Nacht so liebeleer

Wie diese, die jetzt näherkroch.

Die Schwärze schlurft aus Schlucht und Loch.

Maria haucht, ihr Kind zu wärmen,

Und beugt sich tief, wenn immer noch

Die Krähn sie wahnsinnschrill umschwärmen.

 

Christian Rohlfs, Spätherbstlandschaft, Alte Nationalgalerie
Christian Rohlfs (1849-1938) war ein deutscher Maler der Moderne.

Martin Greif 1839-1911

Novemberstimmung

 

Die Flur umher

es kalt durchweht,

wo nirgend mehr

ein Blümlein steht.

 

Im Wald zerstiebt

das welke Laub –

Die ich geliebt,

sind alle Staub.

 

Sich frühe neigt

der Sonne Lauf,

am Himmel steigt

der Mond herauf.

 

Es füllt sich sacht

das Sternenzelt.

Sie sind erwacht

in jener Welt.

 

Lucien Lévy-Dhurmer, Autumn
Lucien Lévy-Dhurmer war ein französischer Maler, dessen Hauptwerk der Stilrichtung des Symbolismus und Jugendstils zugeordnet wird, sowie ein bekannter Töpfer.

Max Dauthendey 1867-1918

Erster November

 

Da draußen ist frühe Nebelnacht,

Die hat den Tag um Stunden bestohlen,

Hat aus den Fenstern Laternen gemacht.

Ich möchte mir den Mond herholen,

Dass ich einen hätt’, der ewig lacht,

Denn die Nacht ist wie ein schwarzes Bett.

Dort hat der Tod, wie auf Lagern aus Kohlen,

Gedankenlos als Dieb seine Ruhestätt’.

Weiß nicht, ist die Stadt draußen klein oder groß,

Ob Menschen drin hausen, oder bin ich allein,

Denn ein jeder Tag schwarz wie der Fluss fortfloss,

Und beklagt gingen viele zur Nacht hinein.

Auch Vater und Mutter haben gefragt,

Und niemandem wurde der Weg gesagt.

Auch Vater und Mutter wurden zu Stein,

Ein Stein, der sich über dem Grabe schloss.

Drauf lese ich heut’ ihre Namen bloß,

Nur noch die Namen sind beide mein.

Woher sie kamen, wohin sie gingen, -

Ich kann die Nacht nicht zum Reden zwingen.

 

Franklin de Haven, Silvery Waters
Franklin de Haven (1856-1934) war ein amerikanischer Maler.

Georg Trakl 1887-1914

In ein altes Stammbuch

 

Immer wieder kehrst du Melancholie,

O Sanftmut der einsamen Seele.

Zu Ende glüht ein goldener Tag.

 

Demutsvoll beugt sich dem Schmerz der Geduldige

Tönend von Wohllaut und weichem Wahnsinn.

Siehe! es dämmert schon.

 

Wieder kehrt die Nacht und klagt ein Sterbliches

Und es leidet ein anderes mit.

 

Schaudernd unter herbstlichen Sternen

Neigt sich jährlich tiefer das Haupt.

 

George Inness, Near village
George Inness (1825-1894) war ein amerikanischer tonalistischer Maler.

Joseph von Eichendorff (1788-1857)

Zum Abschied

 

Der Herbstwind schüttelt die Linde,

Wie geht die Welt so geschwinde!

Halte dein Kindlein warm.

Der Sommer ist hingefahren,

Da wir zusammen waren -

Ach, die sich lieben, wie arm!

 

Wie arm, die sich lieben und scheiden!

Das haben erfahren wir beiden,

Mir graut vor dem stillen Haus.

Dein Tüchlein noch läßt du wehen,

Ich kann's vor Tränen kaum sehen,

Schau' still in die Gasse hinaus.

 

Die Gassen schauen noch nächtig,

Es rasselt der Wagen bedächtig -

Nun plötzlich rascher der Trott

Durch's Tor in die Stille der Felder

Da grüßen so mutig die Wälder,

Lieb' Töchterlein, fahre mit Gott!

 

Hans am Ende, Herbst im Moor, um 1900, Worpsweder Kunsthalle
Hans am Ende (1864-1918) war ein deutscher Maler des Impressionismus und Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede.

Nikolaus Lenau (1802-1850)

Herbstgefühl

 

Mürrisch braust der Eichenwald,

Aller Himmel ist umzogen,

Und dem Wandrer, rauh und kalt,

Kommt der Herbstwind nachgeflogen.

 

Wie der Wind zu Herbsteszeit

Mordend hinsaust in den Wäldern,

Weht mir die Vergangenheit

Von des Glückes Stoppelfeldern.

 

An den Bäumen, welk und matt,

Schwebt des Laubes letzte Neige,

Niedertaumelt Blatt auf Blatt

Und verhüllt die Waldessteige;

 

Immer dichter fällt es, will

mir den Reisepfad verderben,

Daß ich lieber halte still,

Gleich am Orte hier zu sterben.

 

Michal Wywiórski, Park in autumn
Michal Pawel Gorstkin-Wywiórski (1861-1926) war ein polnischer Maler; vor allem von Landschaften und maritimen Szenen.

Theodor Storm 1817-1888

Das ist der Herbst

 

Das ist der Herbst; die Blätter fliegen,

Durch nackte Zweige fährt der Wind;

Es schwankt das Schiff, die Segel schwellen -

Leb wohl, du reizend Schifferkind! --

 

Sie schaute mit den klaren Augen

Vom Bord des Schiffes unverwandt,

Und Grüße einer fremden Sprache

Schickte sie wieder und wieder ans Land.

 

Am Ufer standen wir und hielten

Den Segler mit den Augen fest -

Das ist der Herbst! wo alles Leben

Und alle Schönheit uns verläßt.

 

Philip de László, Falling Leaves, 1895
Philip Alexius de László (1869-1937) war einer der führenden britischen Porträtmaler des frühen 20. Jahrhunderts.

Georg Trakl 1887-1914

Der Herbst des Einsamen

 

Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle,

Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.

Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle;

Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.

Gekeltert ist der Wein, die milde Stille

Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen.

 

Und hier und dort ein Kreuz auf ödem Hügel;

Im roten Wald verliert sich eine Herde.

Die Wolke wandert übern Weiherspiegel;

Es ruht des Landmanns ruhige Gebärde.

Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel

Ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde.

 

Bald nisten Sterne in des Müden Brauen;

In kühle Stuben kehrt ein still Bescheiden

Und Engel treten leise aus den blauen

Augen der Liebenden, die sanfter leiden.

Es rauscht das Rohr; anfällt ein knöchern Grauen,

Wenn schwarz der Tau tropft von den kahlen Weiden.

 

 

Jervis McEntee, Autumn in the Catskills, 1873
Jervis McEntee (1828-1981) war ein amerikanischer Maler der Hudson River School.
 

Nikolaus Lenau 1802-1850

Herbstgefühl (2)

 

Der Buchenwald ist herbstlich schon gerötet,

So wie ein Kranker, der sich neigt zum Sterben,

Wenn flüchtig noch sich seine Wangen färben;

Doch Rosen sind's wobei kein Lied mehr flötet.

 

Das Bächlein zieht und rieselt, kaum zu hören,

Das Tal hinab, und seine Wellen gleiten,

Wie durch das Sterbgemach die Freunde gleiten,

Den letzten Traum des Lebens nicht zu stören.

 

Ein trüber Wandrer findet hier Genossen;

Es ist Natur, der auch die Freuden schwanden,

Mit seiner ganzen Schwermut einverstanden,

Er ist in ihre Klagen eingeschlossen.

 

George Henry, A Cottar's Garden
George Henry (1858-1943) war ein schottischer Maler, einer der bekanntesten der Glasgow School.

Georg Trakl 1887-1914

Verwandlung

 

Entlang an Gärten, herbstlich, rotversengt:

Hier zeigt im Stillen sich ein tüchtig Leben.

Des Menschen Hände tragen braune Reben,

Indes der sanfte Schmerz im Blick sich senkt.

 

Am Abend: Schritte gehn durch schwarzes Land

Erscheinender in roter Buchen Schweigen.

Ein blaues Tier will sich vorm Tod verneigen

Und grauenvoll verfällt ein leer Gewand.

 

Geruhiges vor einer Schenke spielt,

Ein Antlitz ist berauscht ins Gras gesunken.

Hollunderfrüchte, Flöten weich und trunken,

Resedenduft, der Weibliches umspült.

 

Bieler, La Ramasseuse de feuilles mortes
Ernest Biéler (1863-1948) war ein Schweizer Maler und Illustrator. Er war durch den Impressionismus beeinflusst und wandte sich später dem Jugendstil zu.

Rainer Maria Rilke 1875-1926

Herbst

 

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,

als welkten in den Himmeln ferne Gärten;

sie fallen mit verneinender Gebärde.

 

Und in den Nächten fällt die schwere Erde

aus allen Sternen in die Einsamkeit.

 

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.

Und sieh dir andre an: es ist in allen.

 

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen

unendlich sanft in seinen Händen hält.

 

Boris Bessonov, Autumn
Boris Vasilevich Bessonov (1862-1934) war ein russischer Maler.

Friedrich Rückert 1788-1866

Herbstlied

 

Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,

Hoffst du von Tagen zu Tagen,

Was dir der blühende Frühling nicht trug,

Werde der Herbst dir noch tragen!

 

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,

Immer zu schmeicheln, zu kosen.

Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,

Abends verstreut er die Rosen.

 

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,

Bis er ihn völlig gelichtet.

Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,

Was wir geliebt und gedichtet.

 

Augustin Ribot, Stillleben mit Quitten
Augustin Théodule Ribot (1823-1891) war ein französischer Maler.

Friedrich Hebbel 1813-1863

Herbstbild

 

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!

Die Luft ist still, als atmete man kaum,

und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,

die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

 

O stört sie nicht, die Feier der Natur!

Dies ist die Lese, die sie selber hält;

denn heute löst sich von den Zweigen nur,

was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

 

Hans Andersen Brendekilde, A wooded path in autumn, 1902
Hans Andersen Brendekilde (1857-1942) war ein dänischer Maler.

Angelus Silesius 1624-1677

 

Der Winter ist die Sünd',

Die Buße Frühlingszeit,

Der Sommer Gnadenstand,

Der Herbst Vollkommenheit.

 

Vincent van Gogh, Pappelallee bei Nuenen
Vincent Willem van Gogh (1853-1890) war ein niederländischer Maler und Zeichner; er gilt als einer der Begründer der modernen Malerei.

Theodor Fontane 1819-1898

Spätherbst

 

Schon mischt sich Rot in der Blätter Grün,

Reseden und Astern sind im Verblühn,

Die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht,

Der Herbst ist da, das Jahr wird spät.

 

Und doch (ob Herbst auch) die Sonne glüht, –

Weg drum mit der Schwermut aus deinem Gemüt!

Banne die Sorge, genieße, was frommt,

Eh' Stille, Schnee und Winter kommt.

 

Bruegel, Die Heimkehr der Herde, 1565
Pieter Bruegel der Ältere (um 1525/1530-1569) war ein Maler der Niederländischen Renaissance. Er ist landläufig bekannt für seine Darstellungen des bäuerlichen Lebens im Herzogtum Brabant (Niederlande und Flandern) des 16. Jahrhunderts.

Gerrit Engelke 1890-1918

Herbst

 

Um die Großstadt sinkt die Welt in Schlaf.

Felder gilben, Wälder ächzen überall.

Wie Blätter fallen draußen alle Tage,

Vom Zeitwind weggeweht.

 

Ob Ebene und Wald in welkes Sterben fallen,

Ob draußen tost Vergänglichkeit,

Im Stadtberg brüllen Straßen, Hämmer hallen:

Die Stadt dampft heiß in Unrast ohne Zeit.

 

 

Birge Harrison,

Fifth Avenue at Twilight
Lovell Birge Harrison (1854-1929) war ein amerikanischer Genre- und Landschaftsmaler, Lehrer und Schriftsteller.
 

Iwan Sergejewitsch Turgenjew 1818-1883

Ich lieb den Herbst

 

Ich lieb den Herbst, im Blicke Trauer.

In stillen Nebeltagen geh

Ich oft durch Fichtenwald und seh

Vor einem Himmel, bleich wie Schnee,

Durch Wipfel wehen dunkle Schauer.

Ich lieb, ein herbes Blatt zu Brei

Zu kauen, lächelnd zu zerstören

Den Traum, dem wir so gern gehören.

Fern des Spechtes scharfer Schrei!

Das Gras schon welk … schon starr vor Kühle,

Von hellen Schleiern überhaucht.

In mir das Weben der Gefühle,

Das Herz in Bitternis getaucht …

Soll ich Vergangenes nicht beschwören?

Soll, was da war, nie wieder sein?

Die Fichten nicken dunkel, hören

Gelassen zu und flüstern Nein.

Und da: ein ungeheures Lärmen,

Ein Ineinanderwehn von Zweigen,

Ein Rauschen wie von Vogelschwärmen,

Die, einem Ruf gehorchend, steigen.

Alexei Sawrassow, Herbstlandschaft mit einem sumpfigen Fluss unter dem Mond
Alexei Kondratjewitsch Sawrassow (1830-1897) war ein russischer Landschaftsmaler.

Gottfried Keller 1819-1890

Feldbeichte

 

Im Herbst, wenn sich der Baum entlaubt,

Nachdenklich wird und schweigend,

Mit Reif bestreut sein welkes Haupt,

Fromm sich dem Sturme neigend:

 

Da geht das Dichterjahr zu End',

Da wird mir ernst zu Mute;

Im Herbst nehm' ich das Sakrament

In jungem Traubenblute.

 

Da bin ich stets beim Abendrot

Allein im Feld zu finden,

Da brech' ich zag mein Stücklein Brot

Und denk' an meine Sünden.

 

Ich richte mir den Beichtstuhl ein

Auf ödem Haideplatze;

Der Mond, der muß mein Pfaffe sein

Mit seiner Silberglatze.

 

Und wenn er grämlich zögern will,

Der Last mich zu entheben,

Dann ruf' ich: "Alter, schweig' nur still,

Es ist mir schon vergeben!

 

Ich habe längst mit Not und Tod

Ein Wörtlein schon gesprochen!"

Dann wird mein Pfaff vor Ärger rot

Und hat sich bald verkrochen.

 

Peder Mørk Mønsted, Charlottenlund Forest, 1908
Peder Mørk Mønsted (1859-1941) war ein dänischer Landschaftsmaler.

Joachim Ringelnatz 1883-1934

Herbstliche Wege

 

Des Sommers weiße Wolkengrüße

zieh'n stumm den Vogelschwärmen nach,

die letzte Beere gärt voll Süße,

zärtliches Wort liegt wieder brach.

 

Und Schatten folgt den langen Wegen

aus Bäumen, die das Licht verfärbt,

der Himmel wächst, in Wind und Regen

stirbt Laub, verdorrt und braun gegerbt.

 

Der Duft der Blume ist vergessen,

Frucht birgt und Sonne nun der Wein

und du trägst, was dir zugemessen,

geklärt in deinen Herbst hinein.

 

T.C. Steele, Sunrise
Theodore Clement Steele (1847-1926) war ein amerikanischer impressionistischer Maler, der für seine Landschaften in Indiana bekannt war.

Wilhelm Popp 1870-1938

Spätherbst

 

Fahlgrau verdämmert der Tag…

Nebel in flatternden Stücken,

will mir die Brust bedrücken,

Furcht regt sich im Föhrenschlag.

 

Und schon nahet der Sturm,

Herbst beugt die greisen Bäume, –

in meine dumpfen Träume

zittern die Glocken vom Turm.

 

Schall und verworrener Klang

aus dem Häusergewimmel;

Dampf quillt zum nächtlichen Himmel

in aufstrebendem Drang.

 

Dunkel schleicht mir ins Herz,

Wolken ballen sich dichter –

Aber drüben die Lichter

winken mir heimatwärts.

 

Schikaneder, Abend im Garten, 1907-09
Jakub Schikaneder (1855-1924) war ein böhmischer Maler.

Nikolaus Lenau 1802-1850

Herbst

 

Rings ein Verstummen, ein Entfärben:

Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,

Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;

Ich liebe dieses milde Sterben.

 

Von hinnen geht die stille Reise,

Die Zeit der Liebe ist verklungen,

Die Vögel haben ausgesungen,

Und dürre Blätter sinken leise.

 

Die Vögel zogen nach dem Süden,

Aus dem Verfall des Laubes tauchen

Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,

Die Blätter fallen stets, die müden.

 

In dieses Waldes leisem Rauschen

Ist mir als hör' ich Kunde wehen,

dass alles Sterben und Vergehen

Nur heimlich still vergnügtes Tauschen

 

Franklin de Haven, Wooded landscape with stone wall
Franklin de Haven (1856-1934) war ein amerikanischer Maler.

Else Lasker-Schüler 1869-1945

Herbst

 

Ich pflücke mir am Weg das letzte Tausendschön ...

Es kam ein Engel mir mein Totenkleid zu nähen –

Denn ich muß andere Welten weiter tragen.

 

Das ewige Leben dem, der viel von Liebe weiß zu sagen.

Ein Mensch der Liebe kann nur auferstehen!

Haß schachtelt ein! wie hoch die Fackel auch mag schlagen.

 

Ich will dir viel viel Liebe sagen –

Wenn auch schon kühle Winde wehen,

In Wirbeln sich um Bäume drehen,

Um Herzen, die in ihren Wiegen lagen.

 

Mir ist auf Erden weh geschehen ...

Der Mond gibt Antwort dir auf deine Fragen.

Er sah verhängt mich auch an Tagen,

Die zaghaft ich beging auf Zehen.

 

Jervis McEntee, Woman at the Edge of the Woods
Jervis McEntee (1828-1981) war ein amerikanischer Maler der Hudson River School.

Sebald Beham, November und Dezember
Hans Sebald Beham (1500-1550) war ein bedeutender Maler und Kupferstecher.

Um ernst zu sein,

genügt Dummheit,

während zur Heiterkeit

ein großer Verstand unerläßlich ist.
William Shakespeare

Wer Trinken, Rauchen und Sex aufgibt,

lebt auch nicht länger.

Es kommt ihm nur so vor.
Sigmund Freud

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Was wir brauchen,

sind ein paar verrückte Leute;

seht euch an,

wohin uns die Normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw

Der Kluge lernt aus allem
und von jedem,
der Normale aus
seinen Erfahrungen und
der Dumme
weiß alles besser.
Sokrates
Es ist schon alles gesagt,
nur noch nicht von allen.
Karl Valentin
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