BuchKult
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Eugène Grasset, Juillet
Eugène Samuel Grasset (1845-1917) war ein schweizerisch-französischer Bildhauer, Maler und Illustrator der Belle Époque und Wegbereiter des Jugendstils.
 

Der Juli ist der siebte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender.

 

Er hat 31 Tage und ist nach dem römischen Staatsmann Julius Caesar benannt, auf den die Kalenderänderung des Jahres 46 v. Chr. zurückgeht. Unter Kaiser Commodus wurde der Name des Monats in Aurelius geändert, einer seiner Namen. Nach dem Tod des Kaisers erhielt der Monat seinen alten Namen zurück.

 

Der alte deutsche Name ist Heuet oder Heuert oder auch Heumonat genannt, da im Juli die erste Heu-Mahd eingebracht wurde. Andere alte Namen für den Juli sind Bären- oder Honigmonat, wobei Letzteres, besonders in der Form Honigmond, auch den Monat nach der Hochzeit, die Flitterwochen bezeichnet.

 

 

Gaspar Camps i Junyent,

Julio
Gaspar Camps i Junyent (1874-1942) war ein spanischer Maler, Illustrator und Plakatkünstler des Jugendstils und der Art Déco.
 

Erich Kästner

Der Juli  

       

Still ruht die Stadt. Es wogt die Flur.

Die Menschheit geht auf Reisen

oder wandert sehr oder wandelt nur.

Und die Bauern vermieten die Natur

zu sehenswerten Preisen.

 

Sie vermieten den Himmel, den Sand am Meer,

die Platzmusik der Ortsfeuerwehr

und den Blick auf die Kuh auf der Wiese.

Limousinen rasen hin und her

und finden und finden den Weg nicht mehr

zum Verlorenen Paradiese.

 

Im Feld wächst Brot. Und es wachsen dort

auch die künftigen Brötchen und Brezeln.

Eidechsen zucken von Ort zu Ort.

Und die Wolken führen Regen an Bord

und den spitzen Blitz und das Donnerwort.

Der Mensch treibt Berg- und Wassersport

und hält nicht viel von Rätseln.

 

Er hält die Welt für ein Bilderbuch

mit Ansichtskartenserien.

Die Landschaft belächelt den lauten Besuch.

Sie weiß Bescheid.

Sie weiß, die Zeit

überdauert sogar die Ferien.

 

Sie weiß auch: Einen Steinwurf schon

von hier beginnt das Märchen.

Verborgen im Korn, auf zerdrücktem Mohn,

ruht ein zerzaustes Pärchen.

Hier steigt kein Preis, hier sinkt kein Lohn.

Hier steigen und sinken die Lerchen.

 

Das Mädchen schläft entzückten Gesichts.

Die Bienen summen zufrieden.

Der Jüngling heißt, immer noch, Taugenichts.

Er tritt durch das Gitter des Schattens und Lichts

in den Wald und zieht, durch den Schluß

des Gedichts,

wie in alten Zeiten gen Süden.

 

 

Très Riches Heures, Juillet
Très Riches Heures - Die Brüder von Limburg (Paul, Johan und Herman) waren niederländische Miniaturmaler.Das Stundenbuch des Herzogs von Berry (französisch Les Très Riches Heures du Duc de Berry bzw. kurz Très Riches Heures) ist das berühmteste illustrierte Manuskript des 15. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein ausgesprochen reichhaltig verziertes Stundenbuch, das 208 Blätter mit 21,5 cm Breite und 30 cm Höhe enthält, von denen etwa die Hälfte ganzseitig bebildert sind.
 

Helene Krüger 1861 - um 1940

Juli

 

Brütend über Ährenfeldern

liegt der Sonne goldner Glast,

Und am kühlen Weiher träumend

Hält die sieb'nte Schwester Rast.

 

Sinnend blicken ihre Augen

In die unbewegte Flut,

Mit dem Fächer kühlt sie leise

Ihrer Wangen heiße Glut.

 

Leer sind ihre schlanken Hände,

All ihr Reichtum ausgestreut,

Und sie harrt des Erntesegens

Den das Jahr der Menschheit beut.

 

Auf den Wiesen klingt die Sichel,

Aller Blumen Pracht vergeht,

Wenn Natur mit ihren Früchten

Auf dem Höhepunkte steht.

 

Ruhvoll reift das Gold der Felder,

Mutter Erdes größter Schatz;

Und der Juli macht der Schwester

Mit der blanken Sichel Platz.

 

 

Emile Claus, La berge rangee - Juillet
Emile Claus (1849-1924) war ein belgischer Maler.

Stefan George 1868-1933

Juli-Schwermut

 

An Ernest Dowson

 

Blumen des sommers duftet ihr noch so reich:

Ackerwinde im herben saatgeruch

Du ziehst mich nach am dorrenden geländer

Mir ward der stolzen gärten sesam fremd.

 

Aus dem vergessen lockst du träume: das kind

Auf keuscher scholle rastend des ährengefilds

In ernte-gluten neben nackten schnittern

Bei blanker sichel und versiegtem krug.

 

Schläfrig schaukelten wespen im mittagslied

Und ihm träufelten auf die gerötete stirn

Durch schwachen schutz der halme-schatten

Des mohnes blätter: breite tropfen blut.

 

Nichts was mir je war raubt die vergänglichkeit.

Schmachtend wie damals lieg ich in schmachtender flur

Aus mattem munde murmelt es: wie bin ich

Der blumen müd · der schönen blumen müd!

 

Guy Orlando Rose, July Afternoon
Guy Orlando Rose (1867-1925) war ein US-amerikanischer Maler und gilt als einer der Hauptvertreter des kalifornischen Impressionismus des späten 19. und angehenden 20. Jahrhunderts.

Felix Dörmann 1870-1928

Julinacht

 

Die Mondeslichter rinnen

Aus sterndurchsprengtem Raum

Zur regungslosen Erde,

Die müde atmet kaum.

 

Wie schlummertrunken schweigen

Die Linden rund umher,

Des Rauschens müde, neigen

Herab sie blütenschwer.

 

Nur manchmal, traumhaft leise,

Rauscht auf der Wipfel Lied,

Wenn schaurig durchs Geäste

Ein kühler Nachthauch zieht.

 

Mein Herz ist ruh-umfangen,

Ist weltvergessen still,

Kein Sehnen und Verlangen

Die Brust bewegen will.

 

Nur manchmal, traumhaft leise,

Durchzieht der alte Schmerz,

Wie Nachtwind durchs Geäste,

Das müdgeliebte Herz.

 

 

Frederick Childe Hassam,

July Night
Frederick Childe Hassam (1859-1935) war ein amerikanischer Maler des Impressionismus.
 

Gustav Falke 1853-1916

Sommerglück

 

Blütenschwere Tage

In Düften und Gluten rings,

Mein Herz tanzt wie auf Flügeln

Eines trunkenen Schmetterlings.

 

Die Rosen über den Mauern,

Der Birnbaum darüber her,

Alles so reich und schwer

In sehnenden Sommerschauern.

 

Das juligelbe Land

Mit dem träumenden Wälderschweigen

Fern am duftigen Rand,

Darüber die Wolken steigen –

 

O, wie sag ich nur,

Was alles mein Wünschen ins Weite führt!

Mich hat des Glücks eine leuchtende Spur

Mit zitternder Schwinge berührt.

 

 

Paul Gabriël, In the month of July
Paul Joseph Constantin Gabriël (1828-1903) war ein niederländischer Maler, Bildhauer und Mitglied der „Haager Schule“.
 

Paula Dehmel 1862–1918

Ich bin der Juli

 

Grüß Gott! Erlaubt mir, dass ich sitze.

Ich bin der Juli, spürt ihr die Hitze?

 

Kaum weiß ich, was ich noch schaffen soll,

die Ähren sind zum Bersten voll;

 

reif sind die Beeren, die blauen und roten,

saftig sind Rüben und Bohnen und Schoten.

 

So habe ich ziemlich wenig zu tun,

darf nun ein bisschen im Schatten ruhn.

 

Duftender Lindenbaum,

rausche den Sommertraum!

 

Seht ihr die Wolke? Fühlt ihr die Schwüle?

Bald bringt Gewitter Regen und Kühle.

 

Edward Henry Potthast, A July Day
Edward Henry Potthast (1857-1927) war ein US-amerikanischer impressionistischer Maler.

Rudolf G. Binding 1867-1938

Juli

 

Das Lied des hohen Sommers

vom Reifen schwellt das Herz.

Was frommt des späten Kommers

nachzüglerischer Schmerz?

 

Dass tiefer uns ergreife

des Lebens Glut vom Grund

singt sich das Lied der Reife

von selbst in unserm Mund.

 

Entfliehe nicht dir selber.

Lass aller Zeit den Flug.

Reif‘ mit dem Korn der Felder.

Des Blühens war genug.

 

 

Hans Thoma, Juli
Hans Thoma (1839-1924) war ein deutscher Maler und Grafiker.
 

Carl Spitteler 1845-1924

Das blaugrüne Geheimnis oder der verräterische Kirchturm

 

Wann wars, daß wir lagen im grünen Gras?

Im Juli ferne.

Was sagtest du, daß du mich habest, was?

"Kein bißchen gerne."

 

Was blühte dir in den roten Mund?

Mariamargretchen.

Wem meintest du, daß du gleichest im Grund?

"Einem Gartenbeetchen."

 

Ich sprach: "Ja, was soll ich nun eigentlich Kraut,

Wen Unkraut nennen?"

Wie ein Iltis hast du mich angeschaut.

Nicht zu verkennen.

 

Wir hatten auf unserm Sommersitz

Vergnüglich gedauert.

Da kam hinterm Hügel ein Kirchturmspitz

Hervorgelauert.

 

"Ja komm nur, du Frommer! und spionier!

Spitz Nas' und Ohren!

Notiere dir jeden Kuß wegen mir!

Bist stumm geboren.

 

Was nützt dir der Zeiger im Zifferblatt

Als Stunden zu drehen?

Gut, daß er kein Sprachrohr im Schnabel hat,

Er würd' uns verkrähen."

 

Und weil einmal Leichtsinn und Würde nicht sehr

Zusammenpassen,

So schnitten wir eben, es war nicht schwer,

Dem Kirchturm Grimassen.

 

Wir stiegen am Abend voll blauen Glücks

Aus dem grünen Himmel.

Da verfolgt uns der Kirchturm hinterrücks

Mit Glockengebimmel:

 

"Fürio! ihr Leute! Landjäger herbei!

Weglagerer, Diebe!

Es zünseln, es brenzeln die beiden zwei

Brandstiftende Liebe!"

 

"Ei, daß dich das Wetter, du Schreihals du!

Der Blitz soll dich treffen!

Uns erst mit erlogener Kirchhofruh

So schändlich zu äffen!"

 

Was hilfts? jetzt weiß doch die Lästerwelt,

Wie wir es halten.

Drum wollen wir nur um so fester, gelt?

Zusammenhalten.

 

 

James Tissot,

July
James Tissot (1836-1902) war ein französischer Maler und Grafiker. Der vor allem für seine Porträts im viktorianischen England der 1870er Jahre bekannte Künstler widmete sich in seinem Spätwerk überwiegend religiösen Themen.
 

Theodor Storm 1817-1888

Juli

 

Klingt im Wind ein Wiegenlied,

Sonne warm herniedersieht,

Seine Ähren senkt das Korn,

Rote Beere schwillt am Dorn,

Schwer von Segen ist die Flur -

Junge Frau, was sinnst du nur?

 

Hans am Ende, Ein Sommertag
Hans am Ende (1864-1918) war ein deutscher Maler des Impressionismus und Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede.

Wilhelm Müller 1794-1827

Juli

 

Auf kühlen Bergen, an des Meeres Strande,

Ist dir ein heitrer Gartensitz bereitet,

Nicht allzu eng, auch nicht zu weit verbreitet:

Man liebt sich einzuschränken auf dem Lande.

 

Ein junger Quell im Bett von weichem Sande

Ist zierlich durch die Gänge hingeleitet,

Bis er betrogen in ein Becken gleitet,

Das ihm versteckt der Blumenhain am Rande.

 

Da muss er, eingezwängt in schlanker Säule,

Aufsteigen aus dem runden Marmormunde

Und auf der Höhe sich in Schaum zerstäuben.

 

Das Moosbett winkt zu mittäglicher Weile;

Es schlummert Alles, nur im klaren Grunde

Seh’ ich die goldnen Fischlein Spiele treiben.

 

 

Gustave Doré, Summer - Flowers in a Landscape
Paul Gustave Doré (1832-1883) war ein französischer Maler und Grafiker, der sich vor allem als Illustrator einen Namen machte.
 

Ferdinand von Saar 1833-1906

Sommerlied

 

All' deine funkelnden Wonnen verstreue,

Herrlicher, sonniger, goldener Tag;

Dehne dich endlos, du strahlende Bläue,

Blühet und leuchtet, ihr Rosen am Hag!

 

Fluthet, ihr Lüfte, ihr zitternden, heißen,

Führet die süßesten Düfte mir zu –

Steiget, o steiget, ihr schimmernden weißen

Wolken der Ferne in heiliger Ruh'!

 

Ihr aber, Wipfel, mit leisestem Flüstern

Weckt mir Erinnerung seliger Lust,

Da ich einst saß unter schattenden Rüstern,

Still ein geliebtes Haupt an der Brust!

 

Erik Ludvig Henningsen, Morgenturen, 1907
Erik Ludvig Henningsen (1855-1930) war ein dänischer Maler und Illustrator.

Heinrich Seidel 1842-1906

Im Sommer

 

O komm mit mir aus dem Gewühl der Menge,

Aus Rauch und Qualm und tobendem Gedränge,

Zum stillen Wald,

Dort wo die Wipfel sanfte Grüße tauschen,

Und aus der Zweige sanft bewegtem Rauschen

Ein Liedchen schallt.

 

Dort zu dem Quell, der durch die Felsen gleitet

Und dann zum Teich die klaren Wasser breitet,

Führ ich dich hin.

In seinem Spiegel schau die stolzen Bäume

Und weiße Wolken, die wie sanfte Träume

Vorüberziehn.

 

Dort laß uns lauschen auf der Quelle Tropfen

Und auf der Spechte weit entferntes Klopfen,

Mit uns allein.

Dort wollen wir die laute Welt vergessen,

An unsrem Herzschlag nur die Stunden messen

Und glücklich sein!

 

Edward Atkinson Hornel, The Captive Butterfly, 1905
Edward Atkinson Hornel (1864-1933) war ein schottischer Maler des Spätimpressionismus und wichtiger Vertreter der Glasgow Boys, einer Künstlergruppe aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Ferdinand Sauter 1804-1854

Sei nicht dumm

 

Kurzen Sommer blüht die Blume,

Denn das Schöne währt nicht lang,

Schwach Gedächtnis bleibt vom Ruhme,

Jubel schwindet und Gesang.

 

Blumen welken, Mädchen altern,

Folgsam ewigem Gesetz,

Jugend bannt man nicht mit Psaltern,

Und die Dauer bleibt Geschwätz.

 

Deshalb wollen wir zur Neige

Schlürfen jeden Augenblick;

Blau der Himmel, grün die Zweige,

Sei nicht dumm und preis das Glück!

 

Yefim Volkov, Summer Day
Yefim Yefimovich Volkov (1844-1920) war ein russischer Landschaftsmaler.

Friedrich Rückert 1788-1866

Wilder Sommer

 

An dem Himmel Wolkenwogen,

  Windesbrausen in dem Wald,

  Dabei bin ich auferzogen,

  Dieses ist mein Aufenthalt;

  Solchen Sommer liebt mein Sinn,

  Weil ich selbst ein solcher bin.

 

Wenn die Sonne aus dem Blauen

  Ungedämpft herniederblickt,

  Kann ich frei nicht aufwärts schauen,

  Weil der Glanz mich niederdrückt.

  Fragend sieht das Licht mich an,

  Warum ich nur trauern kann?

 

Aber wenn in Waldesblättern

  Sturmes Ahnung flüsternd wacht,

  Sich der Himmel regt zu Wettern,

  Und der Donner furchtbar lacht;

  Richt' ich meines Auges Blitz

  Kühn aus nach dem Wolkenritz.

 

Tag für Tag ein Regenbogen

  Über meine Flur gespannt!

  Komm' ich drunter hergezogen,

  Träufelts auf die heiße Hand;

  Und mein Auge labt das Licht,

  Das aus Himmelsthränen bricht.

 

Nicht auf regungslosen Feldern

  Schäfer, der die Flöte spielt!

  In den lauten Eichenwäldern,

  Wo der Schütz nach Blute zielt,

  Wo der Falk noch kreischen kann,

  Flieg' ich meine Falkenbahn,

 

Darum bin ich dir gewogen,

  Dir vor allen, Heimatsland;

  Kühl im Wald mich auferzogen

  Hast du, nicht im Sonnenbrand;

  Was mich wiegen kann in Ruh,

  Sturm und Wolken schenkest du.

 

Und in deinen deutschen Eichen

  Lehrst du deine Sprache mich;

  Wie sie rauschen, so desgleichen

  Rauschet sie gewaltiglich.

  Nur in deutscher Sprache Braus

  Stürmt das Herz von Grund heraus.

 

Sergei Winogradow, Pond by the Manor House
Sergei Arsenjewitsch Winogradow (1869-1938) war ein russischer Maler.

Ferdinand von Saar 1833-1906

Stadtsommer

 

Funkelnd über den Dächern

Liegt der heiße Strahl;

Ach, kein Lüften, kein Fächern

Lindert die sengende Qual.

 

Stumm in der Häuser Schatten

Gehen die Menschen hin;

Von Wäldern und grünen Matten

Träumt ihr lechzender Sinn.

 

Leiser rollen die Wagen,

Plätschert der Brunnen Fluth;

In solchen schlummernden Tagen

Selbst die Liebe ruht.

 

Einsam im weiten Raume

Schlummerst auch du, mein Herz,

Und leis' nur wie im Traume

Durchzuckt dich der Sehnsucht Schmerz.

 

Paul Gustav Fischer, Damen, die Blumen bei Amagertorv kaufen, 1924
Paul Gustav Fischer (1860-1934) war ein dänischer Maler.

Theodor Fontane 1819-1898

Guter Rat

 

An einem Sommermorgen

Da nimm den Wanderstab,

Es fallen deine Sorgen

Wie Nebel von dir ab.

 

Des Himmels heitere Bläue

Lacht dir ins Herz hinein,

Und schließt, wie Gottes Treue,

Mit seinem Dach dich ein.

 

Rings Blüten nur und Triebe

Und Halme von Segen schwer,

Dir ist, als zöge die Liebe

Des Weges nebenher.

 

So heimisch alles klinget

Als wir im Vaterhaus,

Und über die Lerchen schwinget

Die Seele sich hinaus.

 

 

Pál Szinyei Merse, Meadow with Poppies
Pál Szinyei Merse (1845-1920), auch Paul Merse von Szinyei, war ein ungarischer Maler.
 

Gustav Falke 1853-1916

Sommer

 

Ihr singt von schönen Frühlingstagen,

Von Blütenduft und Sonnenschein,

Ich will nichts nach dem Frühling fragen,

Nein Sommer, Sommer muss es sein.

 

Wo alles drängt und sich bereite

Auf einen goldnen Erntetag,

Wo jede Frucht sich schwellt und weitet

Und schenkt, was Süsses in ihr lag.

 

Auch ich bin eine herbe, harte,

Bin eine Frucht, die langsam reift.

O Glut des Sommers, komm! Ich warte,

Dass mich dein heisser Atem streift.

 

 

Erik Järnefelt, Flowering Summer
Erik (Eero) Nikolai Järnefelt (1863-1937) war ein finnischer Maler des Realismus.
 

Fred Endrikat 1890-1942

Weltanschauung

 

Der Sommer färbt die Äpfel rot,

die Trauben und die Beeren.

Der Mohn in Farbenflammen loht,

sein Leuchten zu entzünden droht

die strahlend gelben Ähren.

 

Nur Farbenpracht, wohin man schaut,

wohin man hört ein Klingen.

Der weite Sommerhimmel blaut,

in lichten Höhen jubelnd laut

die kleinen Lerchen singen.

 

Der Maulwurf in der Erde gräbt,

weiß nichts von diesen Dingen.

Er hat das Schöne nie erlebt.

Der Finsterling nach unten strebt

und wühlt nach Engerlingen.

 

Es findet jeder, wie er kann,

auf seine Art Erbauung.

Schaut man die Welt von oben an –

von unten – so hat jedermann

die beste Weltanschauung.

 

Fritz von Wille, Mohnblüte
Friedrich (Fritz) Gustav August Julius Philipp Rudolf von Wille (1860-1941) war ein deutscher Landschaftsmaler.

Ludwig Uhland 1787-1847

Der Mohn

 

Wie dort, gewiegt von Westen,

Des Mohnes Blüte glänzt!

Die Blume, die am besten

Des Traumgotts Schläfe kränzt;

Bald purpurhell, als spiele

Der Abendröte Schein,

Bald weiß und bleich, als fiele

Des Mondes Schimmer ein.

 

Zur Warnung hört ich sagen,

Daß, der im Mohne schlief,

Hinunter ward getragen

In Träume schwer und tief;

Dem Wachen selbst geblieben

Sei irren Wahnes Spur,

Die Nahen und die Lieben

Halt' er für Schemen nur.

 

In meiner Tage Morgen,

Da lag auch ich einmal,

Von Blumen ganz verborgen,

In einem schönen Tal.

Sie dufteten so milde!

Da ward, ich fühlt es kaum,

Das Leben mir zum Bilde,

Das Wirkliche zum Traum.

 

Seitdem ist mir beständig,

Als wär es nur so recht,

Mein Bild der Welt lebendig,

Mein Traum nur wahr und echt;

Die Schatten, die ich sehe,

Sie sind wie Sterne klar.

O Mohn der Dichtung! wehe

Ums Haupt mir immerdar!

 

Nikolay Bogdanov-Belsky, The Teacher's Nameday
Nikolay Petrovich Bogdanov-Belsky (1886-1945) war ein russischer Maler.

Joachim Ringelnatz 1883-1934

Sommerfrische

 

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,

Das durch den sonnigen Himmel schreitet.

Und schmücke den Hut, der dich begleitet,

Mit einem grünen Reis.

 

Verstecke dich faul in die Fülle der Gräser.

Weil's wohltut, weil's frommt.

Und bist du ein Mundharmonikabläser

Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

 

Und lass deine Melodien lenken

Von dem freigegebenen Wolkengezupf.

Vergiss dich. Es soll dein Denken

Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

 

Marie Bracquemond, Auf der Terrasse in Sèvres
Marie Bracquemond (1840-1916) war eine französische Malerin und gehörte zum Kreis der Impressionisten.

Christian Morgenstern 1871-1914

Es war ein solcher Vormittag

 

Es war ein solcher Vormittag,

wo man die Fische singen hörte,

kein Lüftchen lief, kein Stimmchen störte,

kein Wellchen wölbte sich zum Schlag.

 

Nur sie, die Fische, brachen leis

der weit und breiten Stille Siegel

und sangen millionenweis'

dicht unter dem durchsonnten Spiegel.

 

Dämmernd liegt der Sommerabend

Über Wald und grünen Wiesen;

Goldner Mond, im blauen Himmel,

Strahlt herunter, duftig labend.

 

Walter Moras, Sommeridylle
Walter Moras (1856-1925) war ein deutscher Maler.

Emanuel Geibel 1815-1884

Ferien

 

Am Waldhang überm Wiesengrunde

Wie ruht sich's gut zur Mittagstunde,

Wenn nur mit sanftem Hauch der Wind

Durch‘s Laub der Wipfel flüsternd rinnt!

 

Hier, vor der Welt und ihren Sorgen

Im Schoß der Einsamkeit geborgen,

Genieß' ich endlich frei von Zwang

Den lang entbehrten Müßiggang.

 

Da saugt mein Leib aus Luft und Sonne

Des Daseins reinste Pflanzenwonne,

Indes der Geist zu freiem Spiel

Ins Blaue flattert ohne Ziel.

 

Doch träum' ich nicht von Ruhmeskränzen,

Von Sternen mehr, die täuschend glänzen;

Den Jüngling lockten solche Höhn;

Dem Alten deucht das Nächste schön.

 

Ich hör' im Forst den Jäger blasen,

Ich sehe, wie die Rinder grasen,

Der Storch durch‘s Ried hochbeinig stelzt

Und schimmernd sich das Mühlrad wälzt.

 

Auch kommt mir bei der Wipfel Wogen

Bisweilen noch ein Reim geflogen,

Der, wie die Seele schweift und sinnt,

Zum Liede still sich weiter spinnt.

 

Doch nur für mich. Im Marktgedränge

Wer horcht' auch auf die leisen Klänge?

Mein Bestes gab ich; gönnt mir's nun,

Im Grünen spielend auszuruh‘n.

 

1875

 

Adolph Menzel, Auf der Fahrt durch schöne Natur
Adolph Friedrich Erdmann Menzel, ab 1898 von Menzel (1815-1905), war ein deutscher Maler, Zeichner und Illustrator.

Kurt Tucholsky 1890–1935

Dreißig Grad

 

Das ist die Zeit der dicken Sommerhitze.

Das Thermometer kocht. Die Sonne strahlt.

Die gnädige Frau hats warm; ich Plebs, ich schwitze -

in blauen Badehöschen, eindrucksvoll bemalt.

 

Am hellen Strand läuft eine leichte Brise

und legt sich wieder - nein, das wird kein Wind.

Jetzt ist August, da hatten wir die Krise,

wie so die deutschen Sommerkrisen sind.

 

Da hinten badet eine fette Dame.

Es steigt das Meer, wenn sie ins selbe tritt.

Sag an, Sylphide, ist vielleicht dein Name

Germania? Nehm ich dich als Sinnbild mit?

 

Es rinnt der Sand. Da schleicht sich ein Vehikel -

wohl gar mit Butter? - übern Dünendamm.

Bei mir langts nur noch für den Leitartikel - 

was Kluges bring ich heut nicht mehr zusamm.

 

Wie lang ists her - da war in diesen Wochen

an angenehmer Weise gar nichts los.

Man hat nur faul den faulen Tag gerochen...

Heut kommen Kunz und Hintze angekrochen -

Du liebe Zeit, wie bist du heiß und groß!

 

Carl Spitzweg, Sonntagsspaziergang
Franz Carl Spitzweg (veraltet auch: Karl Spitzweg; 1808-1885) war ein deutscher Maler und Zeichner der Spätromantik und des Biedermeiers.

Ludwig Thoma 1867-1921

Urlaubshitze

 

Überall hört man von Hitze,

Manchen trifft sogar der Schlag,

Naß wird man am Hosensitze

Schon am frühen Vormittag.

 

Damen, denen man begegnet,

Leiden sehr am Ambopoäng*:

"Gott! Wenn es nur endlich regnet'!"

Ist der ewige Refräng.

 

Oberlehrer und Pastoren

Baden sich in diesem Jahr,

Ihre Scham geht auch verloren,

Und man nimmt sie nackicht wahr.

 

Busen, Hintern, Waden, Bäuche

Zeigt man heuer lächelnd her,

Und wir kriegen schon Gebräuche

Wie die Neger ungefähr.

 

Wenn das Barometer sänke,

Käme eine bess're Zeit

In bezug auf die Gestänke

Und in puncto Sittlichkeit.

 

*Embonpoint frz. Übergewicht

 

Albert Weisgerber, Im Münchner Hofgarten, Lenbachhaus
Albert Weisgerber (1878-1915) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Gustav Falke 1853-1916

König Sommer

 

Nun fallen leise die Blüten ab,

Und die jungen Früchte schwellen.

Lächelnd steigt der Frühling ins Grab

Und tritt dem Sommer die Herrschaft ab,

Dem starken, braunen Gesellen.

 

König Sommer bereist sein Land

Bis an die fernsten Grenzen,

Die Ähren küssen ihm das Gewand,

Er segnet sie alle mit reicher Hand,

Wie stolz sie nun stehen und glänzen.

 

Es ist eine Pracht unterm neuen Herrn,

Ein sattes Genügen, Genießen,

Und jedes fühlt sich im innersten Kern

So reich und tüchtig. Der Tod ist so fern,

Und des Lebens Quellen fließen.

 

König Sommer auf rotem Roß

Hält auf der Mittagsheide,

Müdigkeit ihn überfloß,

Er träumt von einem weißen Schloß

Und einem König in weißem Kleide.

 

Fritz von Uhde, Heideprinzesschen
Fritz von Uhde (1848-1911) war ein sächsischer Kavallerieoffizier und Maler.Sein Stil lag zwischen Realismus und Impressionismus.

Lisa Baumfeld 1877-1897

Sommertraum

 

Golddurchflammte Ätherwogen,

Schwerer Äste grüne Bogen,

Süß verwob'ne Träumerei'n…

Sommer, deine warmen Farben,

Helle Blumen, gold'ne Garben

Leuchten mir ins Herz hinein…

 

In dem Wald, dem dämm'rig düstern,

Hörst du's rauschen, lispeln, flüstern,

Elfenmärchen – Duft und Schaum…?

Blumenkinder nicken leise,

Lauschen fromm der alten Weise

Von des Waldes Sommertraum…

 

Und der See, der windumfächelt

Lallend plätschert, sonnig lächelt,

Netzt das Schilf aus lauem Born…

Rosen blühen am Gelände,

Rosenglut, wo ich mich wende,

Und im Herzen tief ein Dorn…

 

John Leslie Breck, In Monet's Garden
John Leslie Breck (1859-1899) war ein amerikanischer Künstler.

Friedrich Hölderlin 1770-1843

Der Sommer

 

Noch ist die Zeit des Jahrs zu sehn, und die Gefilde

Des Sommers stehn in ihrem Glanz, in ihrer Milde;

Des Feldes Grün ist prächtig ausgebreitet,

Allwo der Bach hinab mit Wellen gleitet.

 

So zieht der Tag hinaus durch Berg und Tale,

Mit seiner Unaufhaltsamkeit und seinem Strahle,

Und Wolken ziehn in Ruh`, in hohen Räumen,

Es scheint das Jahr mit Herrlichkeit zu säumen.

 

 

Frederick Childe Hassam, Geraniums, 1888-89
Frederick Childe Hassam (1859-1935) war ein amerikanischer Maler des Impressionismus.
 

Gottfried Keller 1819-1890

Das ist doch eine üppige Zeit

 

Das ist doch eine üppige Zeit,

Wo alles so schweigend blüht und glüht

Und des Sommers stolze Herrlichkeit

Still durch die grünenden Lande zieht.

 

Das Himmelblau und der Sonnenschein,

Die zehren und trinken mich gänzlich auf!

Ich welke dahin in müßiger Pein,

In Rosen versiegt mein Lebenslauf!

 

Die Schnitter so stumm an der Arbeit stehn,

Nachdenklich und düster auf brennender Au!

Ich höre ein heimliches Dröhnen gehn

Rings in der Berge dämmerndem Blau.

 

Ich sehne mich nach Gewitternacht,

Nach Sturm und Regen und Donnerschlag!

Nach einer tüchtigen Freiheitsschlacht

Und einem entscheidenden Völkertag!

 

Théo van Rysselberghe, Women walking on the beach, 1901
Théo van Rysselberghe (1862-1926), eigentlich Théophile van Rysselberghe, war der wohl bedeutendste flämische Maler des Pointillismus.
 

 

Prise de la Bastille,

zeitgnössische Darstellung

Fête nationale du 14-Juillet

 

Der 14. Juli ist der französische Nationalfeiertag und erinnert an den Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 und an das Föderationsfest (Fête de la Fédération) 1790, wel-ches sich auf den Volksaufstand im Vorjahr bezog, und damit an den Beginn der Französischen Revolution.

Der 14. Juli wird üblicherweise mit Militärparaden im ganzen Land begangen und allgemein als Feier der französischen Siege in der Vergangenheit betrachtet. Die größte und bekannteste dieser Paraden findet in Paris auf der Avenue des Champs-Élysées statt. Gleichzeitig ist der Tag auch ein Volksfest mit abendlichem Feuerwerk am Eiffelturm und Bällen, die traditionell von der Pariser Feuerwehr ausgerichtet werden. In verschiedenen Städten findet das Fest in der Nacht zum 14. Juli statt, in den meisten aber in der Nacht zum 15. Juli. Außerhalb Frank-reichs wird manchmal auch ein Volksfest von der Botschaft organisiert, zum Beispiel in Berlin.

 

Jean Béraud, La Marseillaise, Fête Nationale de Quatorze Juillet, 1880
Jean Béraud (1849-1935) war ein französischer Maler und Graphiker.

Marseillaise

Nationalhymne der Französischen Republik

 

1

Allons enfants de la Patrie,
Le jour de gloire est arrivé!
Contre nous de la tyrannie
L’étendard sanglant est levé. (2×)
Entendez-vous dans les campagnes
Mugir ces féroces soldats?
Ils viennent jusque dans vos bras
Égorger vos fils, vos compagnes.

 

Refrain:

Aux armes, citoyens,
Formez vos bataillons,
Marchons, marchons!
Qu’un sang impur
Abreuve nos sillons!

 

Auf, Kinder des Vaterlandes,
Der Tag des Ruhmes ist gekommen!
Gegen uns ist der Tyrannei
Blutiges Banner erhoben. (2×)
Hört ihr auf den Feldern
Diese wilden Soldaten brüllen?
Sie kommen bis in eure Arme,
Um euren Söhnen, euren Gefährtinnen die Kehlen durchzuschneiden.

 

Refrain:

Zu den Waffen, Bürger,
Formiert eure Truppen,
Marschieren wir, marschieren wir!
Unreines Blut
Tränke unsere Furchen!

 

André Devambez, Le grand défilé du 14 juillet
André Victor Édouard Devambez (1867-1944) war ein französischer Maler und Illustrator.

2

Que veut cette horde d’esclaves,
De traîtres, de rois conjurés?
Pour qui ces ignobles entraves,
Ces fers dès longtemps préparés? (2x)
Français, pour nous, ah! quel outrage
Quels transports il doit exciter!
C’est nous qu’on ose méditer
De rendre à l’antique esclavage!

Refrain

 

Was will diese Horde von Sklaven,
Von Verrätern, von verschwörerischen Königen?
Für wen diese gemeinen Fesseln,
Diese seit langem vorbereiteten Eisen? (2×)
Franzosen, für uns, ach! welche Schmach,
Welchen Zorn muss dies hervorrufen!
Man wagt es, daran zu denken,
Uns in die alte Knechtschaft zu führen!

Refrain

 

Léon Etienne Tournes, Hundredth Anniversary of July 14th, Bastille Day
Léon Etienne Tournes (1857-1931) war ein französischer Maler.

3

Quoi! des cohortes étrangères
Feraient la loi dans nos foyers!
Quoi! ces phalanges mercenaires
Terrasseraient nos fiers guerriers. (2×)
Grand Dieu! par des mains enchaînées
Nos fronts sous le joug se ploieraient.
De vils despotes deviendraient
Les maîtres de nos destinées!

Refrain

 

Was! Ausländische Kohorten
Würden über unsere Heime gebieten!
Was! Diese Söldnerscharen würden
Unsere stolzen Krieger niedermachen! (2×)
Großer Gott! Mit Ketten an den Händen
Würden sich unsere Häupter dem Joch beugen.
Niederträchtige Despoten würden
Über unser Schicksal bestimmen!

Refrain

 

Théophile-Alexandre Steinlen, Paris Bal du 14 juillet, um 1900, Le Havre Musée d'Art Moderne André Malraux
Théophile-Alexandre Steinlen (1859-1923) war ein französischer Maler, Zeichner, Grafiker und Illustrator schweizerischer Herkunft. Er wurde vor allem für seine Plakat-Entwürfe, insbesondere für das Kabarett Le Chat Noir im Stil der französischen Kunstrichtung Art Nouveau bekannt.

4

Tremblez, tyrans, et vous perfides
L’opprobre de tous les partis,
Tremblez! vos projets parricides
Vont enfin recevoir leurs prix! (2×)
Tout est soldat pour vous combattre,
S’ils tombent, nos jeunes héros,
La terre en produit de nouveaux,
Contre vous tout prêts à se battre!

Refrain

 

Zittert, Tyrannen und ihr Niederträchtigen,
Schande aller Parteien,
Zittert! Eure verruchten Pläne
Werden euch endlich heimgezahlt! (2×)
Jeder ist Soldat, um euch zu bekämpfen,
Wenn sie fallen, unsere jungen Helden,
Zeugt die Erde neue,
Die bereit sind, gegen euch zu kämpfen.

 

Tadeusz Makowski, July 14th in the country
Tadeusz Makowski (1882-1932) war ein polnischer Maler.

5

Français, en guerriers magnanimes,
Portez ou retenez vos coups!
Epargnez ces tristes victimes,
A regret s’armant contre nous. (2×)
Mais ces despotes sanguinaires,
Mais ces complices de Bouillé*
Tous ces tigres qui, sans pitié,
Déchirent le sein de leur mère!

Refrain

 

Franzosen, ihr edlen Krieger,
Versetzt eure Schläge oder haltet sie zurück!
Verschont diese traurigen Opfer,
Die sich widerwillig gegen uns bewaffnen. (2×)
Aber diese blutrünstigen Despoten,
Aber diese Komplizen von Bouillé*,
Alle diese Tiger, die erbarmungslos
Die Brust ihrer Mutter zerfleischen!

Refrain

 

* François-Claude-Amour, Marquis von Bouillé  war ein konterrevolutionärer französischer Heerführer.

 

 

Frederick Childe Hassam, July Fourteenth, Rue Daunou, 1910
Frederick Childe Hassam (1859-1935) war ein amerikanischer Maler des Impressionismus.
 

6

Amour sacré de la Patrie,
Conduis, soutiens nos bras vengeurs.
Liberté, Liberté chérie,
Combats avec tes défenseurs! (2×)
Sous nos drapeaux que la victoire
Accoure à tes mâles accents,
Que tes ennemis expirants
Voient ton triomphe et notre gloire!

Refrain

 

Heilige Liebe zum Vaterland,
Führe, stütze unsere rächenden Arme.
Freiheit, geliebte Freiheit,
Kämpfe mit deinen Verteidigern! (2×)
Unter unseren Flaggen, damit der Sieg
Den Klängen der kräftigen Männer zu Hilfe eilt,
Damit deine sterbenden Feinde
Deinen Sieg und unseren Ruhm sehen!

Refrain

 

Ernst Josephson, 14 Juillet
Ernst Abraham Josephson (1851-1906) war ein schwedischer Maler.

7

Nous entrerons dans la carrière
Quand nos aînés n’y seront plus,
Nous y trouverons leur poussière
Et la trace de leurs vertus! (2×)
Bien moins jaloux de leur survivre
Que de partager leur cercueil,
Nous aurons le sublime orgueil
De les venger ou de les suivre.

Refrain

 

Wir werden des Lebens Weg weiter beschreiten,
Wenn die Älteren nicht mehr da sein werden,
Wir werden dort ihren Staub
Und ihrer Tugenden Spur finden. (2×)
Eher ihren Sarg teilen
Als sie überleben wollend,
Werden wir mit erhabenem Stolz
Sie rächen oder ihnen folgen.

Refrain

 

Charles Wittmann, Soir du 14 juillet
Charles Wittmann (1874-1953) war ein französischer Maler.

 

 

 

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P.S.

Jahrelang haben wir den Kindern beigebracht

alles aufzuessen,

damit es schönes Wetter gibt.

Und was haben wir jetzt?

Dicke Kinder und Hitzewelle!

 

Um ernst zu sein,

genügt Dummheit,

während zur Heiterkeit

ein großer Verstand unerläßlich ist.
William Shakespeare

Wer Trinken, Rauchen und Sex aufgibt,

lebt auch nicht länger.

Es kommt ihm nur so vor.
Sigmund Freud

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Was wir brauchen,

sind ein paar verrückte Leute;

seht euch an,

wohin uns die Normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw

Der Kluge lernt aus allem
und von jedem,
der Normale aus
seinen Erfahrungen und
der Dumme
weiß alles besser.
Sokrates
Es ist schon alles gesagt,
nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Blüte edelsten Gemütes

Ist die Rücksicht;

doch zuzeiten

Sind erfrischend wie Gewitter

Goldne Rücksichtslosigkeiten.

Theodor Storm

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