BuchKult
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Ich liebe den Herbst; seine Traurigkeit stimmt gut zu Erinnerungen. Wenn die Bäume entlaubt sind, wenn der Abendhimmel noch in den tiefroten Farben glüht, die einen goldigen Schein über das Heu werfen, dann sieht man mit Entzücken alles verlöschen, was jüngst noch im Herzen brannte.

Gustave Flaubert 1821-1880

 

 

Jules Breton, Un ouragan
Jules Adolphe Aimé Louis Breton (1827-1906) war ein französischer Maler.

Gerhart Hauptmann 1862-1946

Der Herbstwind heult

 

Der Herbstwind heult, die Blätter jagen,

vom Sturm gescheucht, durch kalte Luft.

Die hüllenlosen Bäume ragen,

Denkmäler einer Totengruft.

 

Des Sommers Gluten blass verlodern,

von Wolkenmassen ausgedrückt,

die Sonne selbst scheint zu vermodern,

vom bleichen Tode angeblickt.

 

Es trieft aus nassen Ästen nieder,

Verwesung birgt ein jeder Hauch.

Und, Quelle meiner jungen Lieder,

Verwesung, scheint es, naht dir auch.

 

Mein Innres krampft sich jäh zusammen,

mein Auge ist von Schleiern schwer,

denn jene tiefgenährten Flammen

des Herzens leichten ihm nicht mehr.

 

Aus Wolken, die am Himmel schwimmen,

ein Tränenstrom in meinen taut,

und alles will zusammenstimmen

in einen einzigen Sterbelaut.

 

 

Franz Stuck, Sturmlandschaft
Franz Stuck, seit 1906 Ritter von Stuck (1863-1928), war ein deutscher Zeichner, Maler und Bildhauer des Jugendstils und des Symbolismus.
 

Fred Endrikat 1890-1942

Nörgler hinterm Ofen

 

Der Herbst ist da. Ach ja, man konnt' es ahnen.

Rings grau in grau. Verschwunden ist das letzte Grün.

Die Bäume stehn wie Masten ohne Fahnen,

die welken Blumen schon ans Sterben mahnen.

Wer weiß, wer weiß, ob sie noch jemals wieder blühn.

 

Der Herbst ist da. Ach ja, nun muß man frieren.

Der letzte Brocken Kohle wird zum Teufel gehn.

Die Zeit ist schlecht. Man muß den Mut verlieren.

Sogar die kleinen Vögel emigrieren.

Wer weiß, wer weiß, ob wir sie jemals wiedersehn.

 

Der Herbst ist da. Ach ja, in großen Scharen

ziehn düstre Wolken über diese trübe Welt.

Bald fällt der Schnee. Ich bin mir nicht im klaren,

ob dieser Schnee so echt ist wie vor Jahren.

Wer weiß – vielleicht wird er synthetisch hergestellt.

 

 

Lesser Ury,

Street Scene with Woman, Berlin, 1918
Leo Lesser Ury (1861-1931) war ein deutscher Maler und Grafiker der impressionistischen Berliner Secession. Seine Motive waren anfangs Landschaften, Großstadtbilder und Stillleben, in seiner Spätzeit schuf er auch Monumentalbilder mit biblischen Motiven.

Kurt Tucholsky 1890-1935

Die Musik kommt

 

Nun zwängt, die sonst Musik die Töchter lehrte,

sich ins Schwarzseidene mit dem Krachkorsett;

und daß man Haydn, Bach und Koschat ehrte,

beweist man durch Gesang und am Spinett.

 

Nun schlagen wieder löwenmähnige Meister

mit ihren Pranken auf die Flügel ein,

und fiedelt jemand Violin, dann heißt er

Mischka und soll erst sieben Jahre sein.

 

Du siehst mich lächelnd an, Eleonore –

auch du, Geliebte, seist ein Singtalent?

Doch jach entfleucht durch meinem rechten Ohre,

was dein Sopran mir in das linke flennt.

 

Ach ja, der Herbst! Die Blätter werden gelber,

und jedes Mädchen kriegt ein hohes C,

und auch der Muhsikpädagoge selber

stund auf und tremolieretee . . .

 

Du Stadt der Lieder, bist du nicht verwundert?

So jedes Jahr hast du um den Advent

Musikkonzerte Stücker achtzehnhundert –

doch mit Gewinn: nur sechseinhalb Prozent.

 

 

Lovell Birge Harrison,

Fifth Avenue at Twilight
Lovell Birge Harrison (1854-1929) war ein amerikanischer Genre- und Landschaftsmaler, Lehrer und Schriftsteller.
 

Erich Kästner 1899-1974

Exemplarische Herbstnacht

 

Nachts sind die Straßen so leer.

Nur ganz mitunter

markiert ein Auto Verkehr.

Ein Rudel bunter,

raschelnder Blätter jagt hinterher.

 

Die Blätter haschen und hetzen.

Und doch weht kein Wind.

Sie rascheln wie Fetzen und hetzen

und folgen geheimen Gesetzen,

obwohl sie gestorben sind.

 

Nachts sind die Straßen so leer.

Die Lampen brennen nicht mehr.

Man geht und möchte nicht stören.

Man könnte das Gras wachsen hören,

wenn Gras auf den Straßen wär.

 

Paul Gustav Fischer, Vesterbrogade
Paul Gustav Fischer (1860-1934) war ein dänischer Maler.

Gerrit Engelke 1890-1918

Herbst

 

Um die Großstadt sinkt die Welt in Schlaf.

Felder gilben, Wälder ächzen überall.

Wie Blätter fallen draußen alle Tage,

Vom Zeitwind weggeweht.

 

Ob Ebene und Wald in welkes Sterben fallen,

Ob draußen tost Vergänglichkeit,

Im Stadtberg brüllen Straßen, Hämmer hallen:

Die Stadt dampft heiß in Unrast ohne Zeit.

 

Guillaume Vogels, Temps de chien, Bruxelles, Musées Royaux des Beaux Arts de Belgique
Guillaume Vogels (1836-1896) war ein belgischer Maler.

Cäsar Flaischlen 1864-1920

So regnet es sich langsam ein ...

 

So regnet es sich langsam ein

Und immer kürzer wird der Tag und immer

Seltener der Sonnenschein ...

 

Ich sah am Waldrand gestern ein paar

Rosen stehn ...

Gib mir die Hand und komm ... wir wollen

Sie uns pflücken gehn ...

Es werden wohl die letzten sein!

 

Adolf Kaufmann, Flock of Sheep with Shepherdess on a Rainy Day
Adolf Kaufmann (1848-1916) war ein österreichischer Landschafts- und Marinemaler.

Erich Mühsam 1878-1934

Angst packt mich an

 

Angst packt mich an,

Denn ich ahne, es nahen Tage

voll großer Klage.

Komm du, komm her zu mir! –

Wenn die Blätter im Herbst ersterben

und sich die Flüsse trüber färben

und sich die Wolken ineinander schieben –

dann komm, du, komm!

Schütze mich –

stütze mich –

faß meine Hand an.

Hilf mir lieben!

 

Alexander Mann, The Lonely Road
Alexander Mann (1853-1908) war ein schottischer Maler des Spätimpressionismus.

Martin Greif 1839-1911

Spätherbst im Gebirge

 

Im Hochwald herrscht Verlassenheit,

Sein Laub ist halb verblichen,

Die Berge sind schon angeschneit,

Der Sommer ist entwichen.

 

Wohl schimmert noch ein lichtes Grün

Auf winterlichen Hängen,

Und spätgeborne Dolden blühn,

Die hin zur Sonne drängen.

 

Theodore Clement Steele, Sunrise
Theodore Clement Steele (1847-1926) war ein amerikanischer impressionistischer Maler, der für seine Landschaften in Indiana bekannt war.

Theodor Fontane 1819-1898

Im Herbst

 

Es fällt das Laub wie Regentropfen

So zahllos auf die Stoppelflur;

Matt pulst der Bach wie letztes Klopfen

Im Todeskampfe der Natur.

 

Still wird’s! und als den tiefen Frieden

Ein leises Wehen jetzt durchzog,

Da mocht’ es sein, daß abgeschieden

Die Erdenseele aufwärts flog.

 

Paul Madeline, The road in Diben, 1910
Paul Madeline (1863-1920) war ein französischer Maler.

Anastasius Grün 1808-1876

Herbst    

 

1.

 

In meinen späten Tagen

Was treibst du, altes Herz?

Was will dein tolles Schlagen,

Dein wonnevoller Schmerz?

 

Der Maientau, die Tränen,

Die du ins Aug' mir drängst?

Was will dies Frühlingssehnen,

Da Herbst es worden längst?

 

Verstummt sind alle Lieder,

Die Wälder stehn entlaubt,

Schneeflocken rieseln nieder

Aufs Feld und auf mein Haupt.

 

Gewölke schwer und bleiern

Im kalten Luftrevier,

Das Tal in Nebelschleiern, –

Mein Herz, wie steht's in dir?

 

Die Sommerfäden wiegen

Zerrissen sich im Raum;

Mir ist als säh' ich fliegen

Von einst den eignen Traum.

 

Die Schwalben mußten wandern

Und all mein Hoffen auch,

Verblaßt ist mit dem andern

Mein Grün im Windeshauch.

 

 

2.

 

Natur in ihrer Trauer,

Im Welken und Vergehn,

Ließ mich mit heil'gem Schauer

Ein holdes Rätsel sehn.

 

Vereinsamt noch am Strauche

Nur eine Rose hing,

Ein Spätling, dessen Hauche

Ein duft'ger Zauberring.

 

Sie trotzt dem rauhen Wetter

Und hütet, lenzgeweiht,

Im Rahmen weicher Blätter

Die ganze Rosenzeit.

 

Vergessen an der Hecke

Noch eine Traube hing,

Die in dem Blattverstecke

Dem Keltertod entging.

 

Im Frost noch birgt die Schale

Voll Würz' und Süßigkeit

Die Glut vom Sommerstrahle,

Das Gold der Sonnenzeit.

 

Was ich da außen sehe,

Wie ist's dem innen gleich!

Mir wird davon so wehe,

So wonnevoll zugleich.

 

Mein Herz, du teilst die Lose

Hast Nebel, Frost und Dorn,

Hast deine letzte Rose

Und deinen Feuerborn.

 

Daß auch dein Lenz nicht fehle

Erwacht mein Jugendlied,

Auf dem die ganze Seele

Zu ihr, zu ihr nur zieht.

 

John Atkinson Grimshaw, Autumn Regrets
John Atkinson Grimshaw (1836-1893) war ein englischer Maler.

Johann Gaudenz von Salis-Seewis 1762-1834

Der späte Herbsttag

 

Wie lächelt im sonnigen Glanze

Heut' alles dem trunkenen Blick!

Kehrt singend, mit Blumen im Kranze,

Schon wieder der Frühling zurück?

 

Wie lieblich des Apfelbaums Äste

Im gelblichen Schmucke noch stehn:

Im Kirschbaum die säuselnden Weste

Die rötelnden Blätter umwehn!

 

Noch zwitschert, so munter, die Meise,

Noch locken die Finken so hell;

Noch starret das Gras nicht im Eise;

Noch flimmert durch Wiesen der Quell.

 

Noch gurrt auf dem Dache die Taube;

Noch ziehen die Lerchen nicht fort;

Noch sind, am Geländer der Laube,

Die Ranken nicht alle verdorrt.

 

Lang müss' euch, ihr bunten Gefilde,

Kein Schnee und kein Nebel umziehn:

Es pflege der Winter euch milde,

Um schöner im Frühling zu blühn!

 

 

Giovanni Boldini, La passeggiata nel parco, um 1884
Giovanni Boldini (1842-1931) war ein italienisch-französischer Maler des Impressionismus. Er war einer der meist gefragten Porträtmaler in der Belle Époque.

Theodor Fontane 1819-1898

Herbstgefühl

 

Rot und gelbe Herbsteslehnen

An der Berge blauem Joch,

Und wie Frühlingsgruss und Sehnen

Astern blühen und Verbenen,

Aber ach, wie lange noch?!

 

Und aus dunkeltiefer Stelle

Unter Schäumen und Gepoch

An des Tages heitre Helle

Bricht hervor die Waldesquelle,

Aber ach, wie lange noch?!

 

Und so schwindet hin das Leben,

Schwindet, und du liebst es doch.

Wieder regt sich Stolz und Streben,

Und der Wunsch kommt auf daneben

Aber ach, wie lange noch?!

 

Frederick McCubbin, Autumn Memories
Frederick McCubbin (1855-1917) war ein australischer Maler.Jervis McEntee, Autumn in the Catskills, 1873

Friedrich Rückert 1788-1866

Was sagt' der Herbst der Ros' ins Ohr

 

Was sagt' der Herbst der Ros' ins Ohr,

daß sie die Munterkeit verlor?

Er mahnt' sie an die Nichtigkeit

der Treue, die der Lenz ihr schwor.

Sie reißt entzwei den Schleier, den

sie nahm, als er zur Braut sie kor;

Und wie sie bleich vom Throne sinkt,

erseufzt der Nachtigallen Chor.

Wer brach entzwei das Lilienschwert?

So blank geschliffen war's zuvor.

Die Tulp' entfloh so eilig, daß

den Turban sie am Weg verlor.

Beschämt senkt der Jasmin sein Haupt,

weil ihm der Ost die Locken schor.

Es streut der Wind mit voller Hand

von Bäumen Blättergold empor.

Das dürre Laub schwirrt durch die Luft

wie Fledermäus' aus Gräbertor.

Das Totenlied der Schöpfung spielt

der Herbstwind auf geknicktem Rohr.

Die finstre Tanne trägt den Schnee

wie weißen Bund ums Haupt ein Mohr.

Der Berg nahm weißen Hermelin,

weil ihm die nackte Schulter fror.

O sieh des Jahrs Verwüstung an

und hole frischen Wein hervor!

Die Sonne sandt' uns, eh sie wich,

den jungen Most ins Haus zuvor,

Daß er uns leucht' an ihrer Statt,

wann ihre Kraft dämpft Wolkenflor.

Sieh, wie des Wintergreises Grimm

des Frühlingskindes Hauch beschwor.

Er weckt in Bechertönen ein'

verzaubert' Nachtigallenchor,

Und trunkne Blicke sich ergehn

auf schöner Wangen Rosenflor.

Du trink, und seufz' im Winter nicht;

denn auch im Frühling seufzt ein Tor.

 

Aus den Nachdichtungen zum Diwan des Hafis

 

 

Edvard Peterssen, Andante, Herbstabend bei Ask, Ringerike
Edvard Peterssen, Autumn Evening
Edvard Frederik Petersen (1841-1911) war ein dänischer Maler.

Georg Heym 1887-1912

Winterwärts

 

Eben noch goldiger Maienglanz,

Heute schon fallender Blätter Tanz.

Müde senkt sich der welke Mohn,

Leise taumeln die Flocken schon.

 

Und ein großes Schweigen

Hüllt die Welten ein.

Tod mit seiner Geigen

Schreitet auf dem Rain.

 

Philip Alexius de László, Falling Leaves, 1895
Philip Alexius de László (1869-1937) war einer der führenden britischen Porträtmaler des frühen 20. Jahrhunderts.

Otto Julius Bierbaum 1865-1910

Des Narren Herbstlied

 

Bunt wie mein Mantel und Kleid

Wird nun die Welt, oh weh.

Lacht mir das Herz im Leib,

Wie ich das seh.

 

Einst war ich jung und frisch,

Eija, da war ich grün,

Grün wie die Weide, daran

Maikätzchen blühn.

 

Dann kam die Zeit, die schnitt

Falten ums Maul mir schief.

Grinsen lernte ich da

Und weinte tief.

 

Trug bald ein bunt Gewand,

Schuppen und Schellen daran,

Wehe, es klirrt, wenn ich spring,

Ich alter Mann.

 

Holla, ein bunter Narr!

Holla, ein Klimperkleid!

Holla, die Welt wird bunt,

Und ich gescheit.

 

Lasst mich nun schlafen geh'n,

Legt mich ins Grab hinein!

Über ein Kleines, ach,

Wird Frühling sein.

 

 

Carl Gutherz, Falling Leaves
Carl Gutherz (1844-1907) war ein Maler, der im 19. Jahrhundert Teil der symbolistischen Bewegung in den Vereinigten Staaten war.

Luise Büchner 1821-1877

Herbstlied

 

Es liegt der Herbst auf allen Wegen,

In hundert Farben prangt sein Kleid,

Wie seine Trauer, seinen Segen

Er um sich streut zu gleicher Zeit.

 

Es rauscht der Fuß im welken Laube,

Was blüht' und grünte, ward ein Traum –

Allein am Stocke winkt die Traube

Und goldne Frucht schmückt rings den Baum.

 

So nimmt und gibt mit vollen Händen

Der Herbst, ein Dieb und eine Fee;

Erfüllung kann allein er spenden,

Doch sie umfängt ein tiefes Weh! –

 

O, Herbst der Seele! deine Früchte,

Sind auch Gewinn sie, oder Raub?

Der Wünsche Blüthe ist zunichte,

Der Hoffnung Grün ein welkes Laub.

 

Zu schwer erkauft, um zu beglücken,

O, Seelenherbst, ist deine Zier!

Der Saft der Traube kann entzücken,

Doch keine Wonne strömt aus dir.

 

Die Weisheit, wie die Frucht sie nennen,

Sie preßt mir bittre Thränen aus,

Und ihres Kernes herbem Brennen

Entkeimet nie ein Frühlingsstrauß!

 

Istvan Mérö, Autumn in the Park
Istvan Mérö (1873-1938) war ein ungarischer Maler.

Rainer Maria Rilke 1875-1926

Ende des Herbstes

 

Ich sehe seit einer Zeit,

Wie alles sich verwandelt.

Etwas steht auf und handelt

Und tötet und tut Leid.

 

Von Mal zu Mal sind all

Die Gärten nicht dieselben;

Von der gilbenden zu der gelben

Langsamem Verfall:

Wie war der Weg mir weit.

 

Jetzt bin ich schon bei den leeren

Und schaue durch die Alleen.

Fast bis zu den fernsten Meeren

Kann ich den ernsten schweren

Verwehrenden Himmel sehn.

 

 

 

Mary Stevenson Cassatt,

Autumn
Mary Stevenson Cassatt (1844-1926) war eine US-amerikanische Grafikerin und Malerin des Impressionismus.

Wilhelm Popp 1870-1938

Spätherbst

 

Fahlgrau verdämmert der Tag…

Nebel in flatternden Stücken,

will mir die Brust bedrücken,

Furcht regt sich im Föhrenschlag.

 

Und schon nahet der Sturm,

Herbst beugt die greisen Bäume, –

in meine dumpfen Träume

zittern die Glocken vom Turm.

 

Schall und verworrener Klang

aus dem Häusergewimmel;

Dampf quillt zum nächtlichen Himmel

in aufstrebendem Drang.

 

Dunkel schleicht mir ins Herz,

Wolken ballen sich dichter –

Aber drüben die Lichter

winken mir heimatwärts.

 

Georges-Antoine Rochegrosse, Vent d'automne
Georges-Antoine Rochegrosse (1859-1938) war ein französischer Maler und Illustrator.

Theodor Storm 1817-1888

Im Herbste

 

Es rauscht, die gelben Blätter fliegen,

Am Himmel steht ein falber Schein;

Du schauerst leis und drückst dich fester

In deines Mannes Arm hinein.

 

Was nun von Halm zu Halme wandelt,

Was nach den letzten Blumen greift,

Hat heimlich im Vorübergehen

Auch dein geliebtes Haupt gestreift.

 

Doch reißen auch die zarten Fäden,

Die warme Nacht auf Wiesen spann –

Es ist der Sommer nur, der scheidet;

Was geht denn uns der Sommer an?

 

Du legst die Hand an meine Stirne

Und schaust mir prüfend ins Gesicht;

Aus deinen milden Frauenaugen

Bricht gar zu melancholisch Licht.

 

Erlosch auch hier ein Duft, ein Schimmer,

Ein Rätsel, das dich einst bewegt,

Daß du in meiner Hand gefangen

Die freie Mädchenhand gelegt?

 

O schaudre nicht! Ob auch unmerklich

Der schönste Sonnenschein verrann –

Es ist der Sommer nur, der scheidet;

Was geht denn uns der Sommer an?

 

 

Antonin Slavícek,

In Veltrusy Park
Antonin Slavícek (1870-1910) war ein tschechischer Maler.
 

Emil Claar 1842-1930

Ich liebte dich

 

Ich liebte dich, drum kaum beachtet

Verrann der Lenz. – Kühl ist die Welt.

Nun kommt der Herbst – mir scheint es nachtet

Auf jedem Weg – der Nebel fällt.

 

Ich liebte dich – drum hast du selber

Verdreifacht meines Herzens Not. –

Die Blätter werden immer gelber,

Nun kommt der Herbst – nun kommt der Tod.

 

Jakub Schikaneder, Herbsthimmel, nach 1910
Jakub Schikaneder (1855-1924) war ein böhmischer Maler.

Charles Edouard Duboc 1822-1910

Ruhetag

 

Wohin ich trete, dürres Laub,

Des Herbstes hingeworfner Raub –

Nicht nahm er's mit, ihm ward's zu viel:

Nun treibt damit der Wind sein Spiel.

Doch bald hat's auch vor Diesem Ruh',

Es kommt der Schnee und deckt es zu:

Wer nur das End' erwarten mag,

Der findet seinen Ruhetag.

 

 

Arnold Marc Gorter,

Cattle by a Stream
Arnold Marc Gorter (1866-1933) war ein niederländischer Landschaftsmaler und Zeichner.

Hermann von Lingg 1820-1905

Herbstabend

 

Durchs Stoppelfeld auf Nebelstreifen

Weht traurig kalt Novemberwind;

Dort wankt am Wald mit Reisighäufen

Ein armes Weib und führt ihr Kind.

 

Dort sucht man die vergessne Traube,

Dort pflückt man Schleh' und Hagebutt.

Im Hofe pickt die wilde Taube

Ein Körnchen noch aus Stroh und Schutt.

 

Und hier, gebeugt auf müden Füßen,

Kehrt Einer heim, arm und allein,

Um noch zum letztenmal zu grüßen

Die letzte Seele, die noch sein.

 

Franklin de Haven, Silvery Waters
Franklin de Haven, Wooded landscape with stone wall
Franklin de Haven (1856-1934) war ein amerikanischer Maler.

Wilhelm Müller 1812-1890

Letzte Hoffnung

 

Hier und da ist an den Bäumen
Noch ein buntes Blatt zu sehn,
Und ich bleibe vor den Bäumen
Oftmals in Gedanken stehn.

 

Schaue nach dem einen Blatte,
Hänge meine Hoffnung dran;
Spielt der Wind mit meinem Blatte,
Zittr‘ ich, was ich zittern kann.

 

Ach, und fällt das Blatt zu Boden,
Fällt mit ihm die Hoffnung ab,
Fall ich selber mit zu Boden,
Wein‘ auf meiner Hoffnung Grab.

 

von Franz Schubert 1827 vertont

 

Theodor Philipsen, A Late Autumn Day in Dyrehaven, Sunshine
Theodor Esbern Philipsen (1840-1920) war ein dänischer Maler.

Heinrich Leuthold 1827-1879

Herbstgefühl

 

Die ganze Schöpfung steht in Trauer;

Das Laub der Bäume färbt sich gelber,

Und ach! mir ist, als fühlt' ich selber

Im Herzen kalte Winterschauer.

 

Wie ringsum Alles stirbt und endet!

Bei diesem Welken und Verderben

Fleh' ich: o Gott, laß' mich nicht sterben,

Eh' ich ein schönes Werk vollendet!

 

Vilhelm Hammershøi, Near Fortunen Jægersborg Deer Park North of Copenhagen, Statens Museum for Kunst
Vilhelm Hammershøi, TreeTrunks, Arresødal near Frederiksværk, North Zealand
Vilhelm Hammershøi (1864-1916) war ein dänischer Maler und gilt als Vertreter des Symbolismus.

Emil von Schoenaich-Carolath 1852-1908

Nebeltag

 

Vorbei nun ist es mit den blauen Tagen,

es senkt der Herbst die graue Schlußgardine;

vom Garten, der einst Rosenpracht getragen,

dringt Grabesduft verblühter Balsamine.

 

Ein letztes Ideal ward mir zerschlagen,

Brief zuckt auf Brief verflammend im Kamine;

indessen Schauer überm Parke jagen,

pfeift hell der Sturm die Abschiedskavatine.

 

Mir ahnt es trüb: wer um das Glück der Erden

sein Herzblut gab, den trösten nur hinferne

noch Arbeitslämpchen und Kamingefunkel.

 

Denn alle Wonnen, die begehret werden,

die Welt, der Ruhm, die Frauen und die Sterne,

sie wärmen nicht und sind im Grunde dunkel.

 

Léonard Jarraud, Le chemin dans les vignes, Musée des Beaux Arts d'Angoulême
Léonard Jarraud (1848-1926) war ein französischer Maler.

Stefan Zweig 1881-1942

Graues Land

 

Wolken in dämmernder Röte

droh'n über dem einsamen Feld.

Wie ein Mann mit trauriger Flöte

geht der Herbst durch die Welt.

 

Du kannst seine Nähe nicht fassen,

nicht lauschen der Melodie.

Und doch: in dem fahlen Verblassen

der Felder fühlst du sie.

 

Konstantin Pervuhin, Der Herbst geht zu Ende
Konstantin Pervuhin (1863-1915) war ein russischer Maler.

Ludwig Pfau 1821-1894

Es saust der Baum auf ödem Feld

 

Es saust der Baum auf ödem Feld

Die Wolken niederhangen;

Das Blühen ist vergangen

Das Hoffen aus der Welt.

 

Versunken ist manch treue Brust,

Die Winde drüber wehen;

Das Glück darf nicht bestehen

Nichts bleibt – als der Verlust.

 

Die Blätter rauschen ab vom Baum,

Im Thal die Nebel weben;

Dahin ist Lust und Leben,

Und alles ist ein Traum.

 

Jean François Millet, Die Ebene von Chailly mit Egge und Pflug, 1862
Jean-François Millet (1814-1875) war ein französischer Maler des Realismus.

Theodor Fontane 1819-1898

Herbstmorgen

 

Die Wolken ziehn, wie Trauergäste,

Den Mond still – abwärts zu geleiten;

Der Wind durchfegt die starren Äste,

Und sucht ein Blatt aus beßren Zeiten.

 

Schon flattern in der Luft die Raben,

Des Winters unheilvolle Boten;

Bald wird er tief in Schnee begraben

Die Erde, seinen großen Toten.

 

Ein Bach läuft hastig mir zur Seite,

Es bangt ihn vor des Eises Ketten;

Drum stürzt er fort und sucht das Weite,

Als könnt' ihm Flucht das Leben retten.

 

Da mocht' ich länger nicht inmitten

So todesnaher Öde weilen;

Es trieb mich fort, mit hast'gen Schritten

Dem flücht'gen Bache nachzueilen.

 

 

 

Carl Fredrik Hill, Autumn, Nationalmuseum
Carl Fredrik Hill (1849-1911) war ein schwedischer Maler und besonders durch seine Zeichnungen bekannt. Er wird der Epoche des Impressionismus zugeordnet.
 

Joseph Freiherr von Eichendorff 1788-1857

Herbstweh

 

So still in den Feldern allen,

Der Garten ist lange verblüht,

Man hört nur flüsternd die Blätter fallen,

Die Erde schläfert – – ich bin so müd.

 

Es schüttelt die welken Blätter der Wald,

Mich friert, ich bin schon alt,

Bald kommt der Winter und fällt der Schnee,

Bedeckt den Garten und mich und alles, alles Weh.

 

 

 

Maximilien Luce, La route aux environs de Mereville
Maximilien Jules Luce (1858-1941) war ein französischer Maler des Spät-impressionismus.
 

Betty Paoli 1814-1894

Im Herbst

 

Durch Novemberlüfte schauernd

Strömen Regengüsse nieder;

Da verstummen, scheu und trauernd,

In der Seele mir die Lieder.

 

Vögeln gleich, die in so kalten

Regentagen, statt zu singen,

Fröstelnd die durchnäßten Schwingen

Lang und stumm zusammenfalten.

 

 

Jan Hendrik Weissenbruch, Autumn Evening
Jan Hendrik Weissenbruch, Herfstlandschap
Johan Hendrik Weissenbruch (1824-1903) war ein Maler aus den Niederlanden.

Max Dauthendey 1867-1918

Vergänglichkeit

 

Nun spinnen sich die Tage ein,

Nicht einer will mehr freundlich sein,

Sie müssen sich alle besinnen

Auf eine Hand voll Sonnenschein

Und gehen dürftig von hinnen,

Wie Wasser im Sande verrinnen.

 

Die Menschen wandern hinterdrein,

Still einzeln, oder still zu zwein,

Und sehen die Blätter verfliegen

In alle vier Wände hinein.

Sie möchten im Sonnenschein liegen

Und müssen sich fröstelnd schmiegen.

 

So war es tausend Jahr und mehr,

Mit Blindheit kommt der Herbst daher.

Gern will ihn keiner sehen,

Er macht ja alle Wege leer.

Er muß zur Seite gehen

Und muß um Mitleid flehen.

 

Und so geht's tausend Jahre fort.

Vergänglichkeit, Du müdes Wort,

Du lösest ab die Tage,

Du duldest weder Zeit noch Ort,

Machst Wirklichkeit zur Sage,

Den Liebesrausch zur Klage.

 

John Atkinson Grimshaw, At the park gate, 1878
John Atkinson Grimshaw (1836-1893) war ein englischer Maler.

Heinrich Seidel 1842-1906

Regentag im Herbst

 

Still vom grauen Himmelsgrunde

Sprüht der sanfte Regenstaub –

Trüber Tag und trübe Stunde –

Thränen weint das rothe Laub;

Vom Kastanienbaum ohn' Ende

Schweben still die welken Hände.

 

Trübe Herbstesregentage:

Gerne wandr' ich dann allein,

Was ich tief im Herzen trage,

Leuchtet mir in hellem Schein;

In die grauen Nebelräume

Spinn' ich meine goldnen Träume.

 

Und so träum' ich still im Wachen,

Bis der Abend niedersinkt,

Und in all den Regenlachen

Sanft und roth sein Abglanz blinkt.

In der Nähe, in den Weiten:

Rosenschimmer bessrer Zeiten!

 

Ludvig Munthe, Herbstlandschaft mit Bauern
Ludvig Munthe (1841-1896) war ein norwegischer Landschaftsmaler der Düsseldorfer Schule.

Georg Trakl 1887-1914

Der Herbst des Einsamen

 

Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle,

Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.

Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle;

Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.

Gekeltert ist der Wein, die milde Stille

Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen.

 

Und hier und dort ein Kreuz auf ödem Hügel;

Im roten Wald verliert sich eine Herde.

Die Wolke wandert übern Weiherspiegel;

Es ruht des Landmanns ruhige Gebärde.

Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel

Ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde.

 

Bald nisten Sterne in des Müden Brauen;

In kühle Stuben kehrt ein still Bescheiden

Und Engel treten leise aus den blauen

Augen der Liebenden, die sanfter leiden.

Es rauscht das Rohr; anfällt ein knöchern Grauen,

Wenn schwarz der Tau tropft von den kahlen Weiden.

 

Alexei Sawrassow, Herbstlandschaft mit einem sumpfigen Fluss unter dem Mond
Alexei Kondratjewitsch Sawrassow (1830-1897) war ein russischer Landschaftsmaler.

Friedrich Nietzsche 1844-1900

Vereinsamt

 

Die Krähen schrein

Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:

Bald wird es schnein –

Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

 

Nun stehst du starr,

Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!

Was bist du Narr

Vor Winters in die Welt – entflohn?

 

Die Welt – ein Tor

Zu tausend Wüsten stumm und kalt!

Wer das verlor,

Was du verlorst, macht nirgends Halt.

 

Nun stehst du bleich,

Zur Winter-Wanderschaft verflucht,

Dem Rauche gleich,

Der stets nach kältern Himmeln sucht.

 

Flieg, Vogel, schnarr

Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! –

Versteck, du Narr,

Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

 

Die Krähen schrein

Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:

Bald wird es schnein,

Weh dem, der keine Heimat hat!

 

 

 

Roman Kochanowski, Jesien, 1888
Roman Kazimierz Kochanowski (1857-1945) war ein polnischer Maler und Zeichner. Er lebte vorwiegend in München und malte preisgekrönte, stimmungsvolle Landschaftsbilder.

Hermann Allmers 1821-1902

Spätherbst

 

Der graue Nebel tropft so still

Herab auf Feld und Wald und Heide,

Als ob der Himmel weinen will

In übergroßem Leide.

 

Die Blumen wollen nicht mehr blühn,

Die Vöglein schweigen in den Hainen,

Es starb sogar das letzte Grün,

Da mag er auch wohl weinen.

 

Arhip Kuindji, Autumnal Slush
Arhip Ivanovich Kuindji (1841-1910) war ein russischer Maler des Realismus.

Heinrich Heine 1797-1856

Spätherbstnebel, kalte Träume

 

Spätherbstnebel, kalte Träume,

Überfroren Berg und Tal,

Sturm entblättert schon die Bäume,

Und sie schaun gespenstisch kahl.

 

Nur ein einz'ger, traurig schweigsam

Einz'ger Baum steht unentlaubt,

Feucht von Wehmutstränen gleichsam,

Schüttelt er sein grünes Haupt.

 

 Ach, mein Herz gleicht dieser Wildnis,

Und der Baum, den ich dort schau

Sommergrün, das ist dein Bildnis,

Vielgeliebte, schöne Frau!

 

Hugo Mühlig, Schafherde im Herbst
Hugo Mühlig (1854-1929) war ein deutscher Maler. Er lebte ab 1881 als Maler von Landschaften und Genreszenen in Düsseldorf

Konrad Weiß 1880-1940

Vor dem Winter

 

Kein Himmel in der Frühe,

nach halben Schritten wird es still,

und wie das Blatt vom Baume fiel,

verzuckt ein Lichtlein ohne Will,

grämt sich und hat nicht Mühe.

 

Es will der Tag nicht raten.

Als löste sich von unserm Mund

das Blatt, so sind die Worte wund.

Im Nebel rinnen Stund um Stund,

verrinnen unsere Taten.

 

Allein in letzter Höhe

steht noch ein Blatt und zittert bald.

Und wird im Sterben voll Gestalt;

ein Wind als wie ein Messer kalt

nimmt auch das letzte Blatt.

 

 

 

Jules Breton,

Last Flowers, Cincinnati Art Museum
Jules Adolphe Aimé Louis Breton (1827-1906) war ein französischer Maler.

Guido Zernatto 1903-1943

Vor dem ersten Schnee

 

Auf dem braunen Acker drüben

Liegen jetzt in weißen Haufen

Als die letzte Frucht im Jahre

Rüben.

 

Und der alte Gaul geht schneller,

Weil ihn keine Fliegen beißen,

Auch der Most, gepreßt schon, liegt im

Keller.

 

Vor dem Hause und dahinter

Türmt sich schon das grobgespaltne

Buchenholz für einen langen

Winter.

 

Und kein Acker und kein Garten

Braucht jetzt Arbeit oder Pflege,

Oh, wir können ruhig auf den Winter

warten.

 

Akseli Gallen-Kallela, Autumn
Akseli Gallen-Kallela (1865-1931) war ein finnischer Maler, Architekt und Designer.

Jean-Charles Cazin, Octroi D'Issy
Jean-Charles Cazin (1840-1901) war ein französischer Keramiker, Maler, Stecher und Zeichner.

P.S. "Ja, die Zeit vergeht und man fängt an, alt zu werden“, sagte Pippi. „Im Herbst werde ich zehn Jahre alt

und dann hat man wohl seine besten Tage hinter sich.“   

Pippi Langstrumpf

 

Um ernst zu sein,

genügt Dummheit,

während zur Heiterkeit

ein großer Verstand unerläßlich ist.
William Shakespeare

Wer Trinken, Rauchen und Sex aufgibt,

lebt auch nicht länger.

Es kommt ihm nur so vor.
Sigmund Freud

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Was wir brauchen,

sind ein paar verrückte Leute;

seht euch an,

wohin uns die Normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw

Der Kluge lernt aus allem
und von jedem,
der Normale aus
seinen Erfahrungen und
der Dumme
weiß alles besser.
Sokrates
Es ist schon alles gesagt,
nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Blüte edelsten Gemütes

Ist die Rücksicht;

doch zuzeiten

Sind erfrischend wie Gewitter

Goldne Rücksichtslosigkeiten.

Theodor Storm

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