BuchKult
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In diesen traurigen Zeiten sollten wir uns erinnern: der Februar ist auch der Monat, der Karneval, Fastnacht bzw. Fasching und sonstige Formen fröhlichen Treibens beinhaltet, jedenfalls war das früher so - aber ich bin ja auch schon etwas älter. Deshalb gibt‘s hier eine ganze Seite mit sprachlichem und literarischem Nonsens, Unsinn, Blödsinn, Schrägem und Spaß.

 

Und wo wir gerade bei Corona sind, geht’s los mit einem "Beitrag" der Deutschen Akademie für Sprache (Corona-Puristen mögen die Respektlosigkeit verzeihen).

 

Der Link führt zu einenm kleinen Video auf YouTube.

 

 

Christian Morgenstern 1871-1914

Der Schnupfen

 

Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse,

auf daß er sich ein Opfer fasse

 

– und stürzt alsbald mit großem Grimm

auf einen Menschen namens Schrimm.

 

Paul Schrimm erwidert prompt: »Pitschü!«

und hat ihn drauf bis Montag früh.

 

Ilja Repin, Die Saporoger Kosaken schreiben dem türkischen Sultan einen Brief
Ilja Jefimowitsch Repin (1844-1930) war ein russisch-finnischer Maler. Repin gilt als der bedeutendste Vertreter des russischen Realismus.
 

So viel Frohsinn auf einem einzigen Bild ist wohl eher sehr selten in der Kunstgeschichte – vom feinen Lächeln bis zum brüllenden Lachen sind viele Nuancen der Heiterkeit dargestellt. Der Hintergrund ist folgender:

 

Die Saporoger Kosaken schreiben dem türkischen Sultan einen Brief ist ein Historienbild. Dargestellt wird eine angebliche Szene aus dem Jahr 1676. Zu Beginn des Osmanisch-Russischen Krieges verlangte der osmanische Sultan Mehmed IV. von den Saporoger Kosaken, die am unteren Verlauf des Dnepr lebten, die Unterwerfung.

 

Daraufhin sollen die Kosaken einen Brief folgenden Inhalts an den Sultan verfasst haben:

 

Du türkischer Teufel, Bruder und Genosse des verfluchten Teufels und des leibhaftigen Luzifers Sekretär! Was für ein Ritter bist du zum Teufel, wenn du nicht mal mit deinem nackten Arsch einen Igel töten kannst? Was der Teufel scheißt, frisst dein Heer. Du wirst keine Christensöhne unter dir haben. Dein Heer fürchten wir nicht, werden zu Wasser und zu Lande uns mit dir schlagen, gefickt sei deine Mutter!

Du Küchenjunge von Babylon, Radmacher von Mazedonien, Ziegenhirt von Alexandria, Bierbrauer von Jerusalem, Sauhalter des großen und kleinen Ägypten, Schwein von Armenien, tatarischer Geißbock, Verbrecher von Podolien, Henker von Kamenez und Narr der ganzen Welt und Unterwelt, dazu unseres Gottes Dummkopf, Enkel des leibhaftigen Satans und der Haken unseres Schwanzes. Schweinefresse, Stutenarsch, Metzgerhund, ungetaufte Stirn, gefickt sei deine Mutter!

So haben dir die Saporoger geantwortet, Glatzkopf. Du bist nicht einmal geeignet, christliche Schweine zu hüten. Nun müssen wir Schluss machen. Das Datum kennen wir nicht, denn wir haben keinen Kalender. Der Mond ist im Himmel, das Jahr steht im Buch und wir haben den gleichen Tag wie ihr. Deshalb küss unseren Hintern!

 

Unterschrieben: Der Lager-Ataman Iwan Sirko mitsamt dem ganzen Lager der Saporoger Kosaken.

Text und Zitat aus Wikipedia

 

Pieter Bruegel d. Ä., Karnevalsszene, Zwei Narren
Pieter Bruegel der Ältere (um 1525/1530-1569) war ein Maler der Niederländischen Renaissance. Er ist landläufig bekannt für seine Darstellungen des bäuerlichen Lebens im Herzogtum Brabant (Niederlande und Flandern) des 16. Jahrhunderts.

Ludwig Eichrodt

Wanderwurstig

 

Nach Kamtschatka, nach Kamtschatka,

Drückt mich lang schon die Krawatka,

Wo der Wendegreis sich narrt;

Wo der Russe endlich endigt,

Wo der Wandrer verelendigt,

Und der Mutterwitz erstarrt –

Dahin –

 

Nach Gorillien, nach Gorillien

Thu' das Budget mir verwilligen,

Wo der Waldmensch lebt und leibt;

Wo die Muse, die verirrte,

Mit Gewalt verliert die Myrthe,

Und der Wechselbalg sich sträubt –

Dahin –

 

Auf dem Dawala-lackhieri

War ich auch schon schneeblind schieri,

Wo die Pore röthlich rinnt;

Wo der Mensch gen Himmel zipfelt,

Wo der Unsinn grausam gipfelt,

Und das Bohnenlied beginnt –

Dahin komm' ich schließlich hin!

 

Lust auf mehr Wanderverse von Ludwig Eichrodt?

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Eichroth Wanderverse.pdf
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Richard Gerstl, Selbstbildnis, lachend, 1908, Wien, Musée Léopold
Richard Gerstl (1883-1908) war ein österreichischer Porträt- und Landschaftsmaler.

Fred Endrikat 1890-1942

Wochenbrevier

 

Am Montag fängt die Woche an.

Am Montag ruht der brave Mann,

das taten unsre Ahnen schon.

Wir halten streng auf Tradition.

 

Am Dienstag hält man mit sich Rat.

Man sammelt Mut und Kraft zur Tat.

Bevor man anfängt, eins, zwei, drei,

bums – ist der Dienstag schon vorbei.

 

Am Mittwoch faßt man den Entschluß:

Bestimmt, es soll, es wird, es muß,

mag kommen, was da kommen mag,

ab morgen früh am Donnerstag.

 

Am Donnerstag faßt man den Plan:

Von heute ab wird was getan.

Gedacht, getan, getan, gedacht.

Inzwischen ist es wieder Nacht.

 

Am Freitag geht von alters her,

was man auch anfängt, stets verquer.

Drum ruh dich aus und sei belehrt:

Wer gar nichts tut – macht nichts verkehrt.

 

Am Samstag ist das Wochen-End,

da wird ganz gründlich ausgepennt.

Heut anzufangen, lohnt sich nicht.

Die Ruhe ist des Bürgers Pflicht.

 

Am Sonntag möcht' man so viel tun.

Am Sonntag muß man leider ruhn.

Zur Arbeit ist es nie zu spät.

O, Kinder, wie die Zeit vergeht.

 

*

 

Fred Endrikat 1890-1942

Der Flüsterwitz

 

Der Flüsterwitz ist eine Fliege,

die ausgebrütet auf dem Mist

aus den Bazillen: Bosheit, Lüge.

Kein Mensch weiß, wer der Vater ist.

 

Der Flüsterwitz dünkt sich verboten.

Sein Lebenszweck ist zweierlei:

Verleumdung oder platte Zoten,

auf jeden Fall nur Schweinerei.

 

Am Stammtisch oder andern Winkeln

grinst er uns heimlich ins Gesicht

mit plump vertrautem Augenzwinkeln.

Er lebt zwar – doch er traut sich nicht.

 

Der Flüsterwitz nach der Entstehung

schleicht um im Kreise, tief geduckt.

Er ist wie die versetzte Blähung,

die man vom lieben Nachbarn schluckt.

 

Der Fromme labt sich an Episteln.

Der eine säuft, der andere priemt.

Das Rindvieh frißt sich satt an Disteln.

Für jeden das – was ihm geziemt.

 

 

 

 

Louis-Léopold Boilly,

Five decrepit doctors crushed together in consultation
Louis-Léopold Boilly (1761-1845) war ein französischer Maler und Lithograph.
 

Johann Georg August Galletti 1750-1828

Kathederblüten

 

In Paris werden Spiegel verfertigt, die ohne Glas und Rahmen wohl 12000 Taler kosten.

 

Als Humboldt den Chimborasso bestieg, war die Luft so dünn, daß er nicht mehr ohne Brille lesen konnte.

 

In der Sahara liegt der Sand so locker, daß heute da Berge sind, wo morgen Täler waren.

 

Das beste Pflanzensalz im Tierreich ist Erz.

 

Auf schwarzen Bergen sind schwarze Tiere schwarz.

 

Das größte Insekt ist der Elefant.

 

Das Schwein führt seinen Namen mit der Tat,

denn es ist ein sehr unreinliches Tier.

 

Die Gans ist das dümmste Tier,

denn sie frißt nur so lange, als sie etwas findet.

 

Die Begebenheiten des 30jährigen Krieges

habe ich meistens noch selbst erlebt.

 

Ich bin so müde, daß ein Bein das andere nicht sieht.

 

Ich statuiere mit Kant nicht mehr als zwei Kategorien unseres Denkvermögens, nämlich Zaum und Reit, - ich wollte sagen Raut und Zeim.

 

Als ich Sie von ferne sah, Herr Hofrat Ettinger, glaubte ich, Sie wären Ihr Herr Bruder, der Buchhändler Ettinger, als Sie jedoch näher kamen, sah ich, daß Sie es selbst sind und jetzt sehe ich nun, daß Sie Ihr Herr Bruder sind.

 

Johann Georg August Galletti (* 19. August 1750 in Altenburg; † 16. März 1828 in Gotha) war ein deutscher Historiker und Geograph, Verfasser zahlreicher zeitgenössisch bedeutsamer Historien und Lehrbücher. Bekannter als durch seine wissenschaftliche Tätigkeit – Schiller soll ihn für den „langweiligsten und geistlosesten Historiker, der je gelebt hat“ erklärt haben – wurden seine „Kathederblüten“ genannten Versprecher, die angeblich von seinen Schülern gesammelt und später als Gallettiana veröffentlicht wurden.

 

 

Bosch follower, Christ Before Pilate (Princeton), Detail
Hieronymus Bosch (eigentlich Jheronimus van Aken, um 1450-1516) war ein niederländischer Maler der Renaissance.
 

Ach, wie schön ist es am Abend,

Es sich ausgeregnet habend.

Mitten hin durch die Natur

Zieht sich eine Pappelschnur.

Rechts am Ende, links am Ende

Lauter schöne Gegenstände.

In der Mitte fließt ein Bach —

Ach!

Unbekannt

 

 

Aus Irmas Album

 

Leb immer ohne Sorgen

Und meistens schön und rein,

So wie ein Frühlingsmorgen

Im Abendsonnenschein.

unbekannt, aus: Fliegende Blätter 83 - 1885

 

 

Andreas Herneisen, Portrait d'un Fou avec des aiguilles et des oreilles d'âne, 1590, Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum
Andreas Herneisen oder Herneysen (1538-1610) war ein deutscher Maler der Renaissance.

Friederike Kempner 1828-1904

Der müde Wandrer sitzt am Steg

 

Der müde Wandrer sitzt am Steg,

Vorüber eilet der Fluß,

Am Ufer lehnend, die Hände gekreuzt,

Und badet den müden Fuß.

 

Die Hände so braun und braun ist der Fuß,

Noch brauner ist das Gesicht,

Wo kam er nur her, der müde Gesell?

Wahrhaftig, ich weiß es nicht.

 

*

Wenn der holde Frühling lenzt

 

Wenn der holde Frühling lenzt

Und man sich mit Veilchen kränzt

Wenn man sich mit frischem Mut

Schnittlauch in das Rührei tut

Wallen durch des Menschen Säfte

Neue, ungeahnte Kräfte –

Jegliche Verstopfung weicht

Alle Herzen werden leicht

Und das meine fragt sich still

Ob mich dies Jahr einer will?

 

*

 

Das Tier

 

Hat Er es nicht gleich uns geschaffen?

Mit gleichen Sinnen auch versehen?

Es liebt und haßt, fühlt Weh und Freude:

Das müßt ihr ja doch zugestehen!

Daß es nicht auch französisch spricht,

Das ändert doch die Sache nicht.

 

Fritz August von Kaulbach, Kinderkarneval
Friedrich August Christian Siegmund von Kaulbach, auch Fritz August von Kaulbach, (1850-1920) war ein deutscher Maler.

Karl Valentin 1882-1948

Das Futuristische Couplet

Ein Gegenstück zur modernen Malerei

 

In Nürnberg kam das Ganze,

Es sind ja mal erst recht,

Doch als es mir ganz falsch war,

Ist es ohnedies zu schlecht.

Mit wessen ich grad dachte,

Von ohne sie berührt,

So sind sie denn von vorne rein

Ganz ohne diszipliert.

 

Wer allzulange sind ist,

Ob arm, geht sich bei dem,

Das einmal es doch lieber sein,

Drum wird ja ohnedem,

Mitsammen, ja denn so kann,

Bei deinem nicht schon sein,

Sobald man kann es bleiben soll,

Zusammen fein zu sein.

 

Wenn einmal in der Nase,

Hast manchmal du in Ruh,

Die Plattform in der Tasche hast,

Und treibst in allem zu,

So wittert aus den Mitteln,

In Spanien aus und ab,

Der Blumen Augenbrauen senkt,

Mit Asien und in Trapp.

 

Jean Veber, Les Parisiens tirant le diable par la queue
Jean Veber (1864- 1928) war ein französischer Karikaturist und Maler.

»Denken Sie sich, in Heidelberg traf ich einmal einen Mohren,

der war so schwarz,

daß man ein Licht anzünden mußte,

um ihn zu sehen.« —

 

»Und ich hab in Mannheim neulich einen Herrn gesehen,

der war so mager,

daß er zweimal ins Zimmer treten mußte,

um überhaupt gesehen zu werden.«

(aus: Fliegende Blätter 79 - 1883)

 

 

Häßlichkeit entstellet immer

selbst das schönste Frauenzimmer.

(aus: Commersbuch für den deutschen Studenten)

 

Von der Wiege bis zur Bahre

sind die schönsten Lebensjahre.

(aus: Fliegende Blätter 86 -1887)

 

Hieronymus Bosch, Christ Carrying the Cross, Detail
Hieronymus Bosch (eigentlich Jheronimus van Aken, um 1450-1516) war ein niederländischer Maler der Renaissance.

Schüttelreime

 

Harun Dolfs

Weil die beiden Moppel dort

Gar so gräßlich zwiegesungen,

Hat durch einen Doppelmord

Man zum Schweigen sie gezwungen.

 

Oskar Blumenthal

Ein Auto fuhr durch Gossensaß'

und kam in eine Soßengass',

so daß die ganze Gassensoß'

sich über die Insassen goß.

 

Die Boxer aus der Meisterklasse

zerschlugen sich zu Kleistermasse,

und aus dem großen Massenkleister

erhob sich dann der Klassenmeister.

 

Joachim Patinier, Tentation de saint Antoine, détail
Joachim Patinir (zwischen 1475 und 1480 - 1524), auch Joachim Patinier oder Patenier, war ein flämischer Maler und Zeichner.

Kurt Tucholsky 1890-1935

Trunkenes Lied

 

Der Igel sprach zum Oberkellner:

»Bedienen Sie mich ein bißchen schnellner!

Suppe – Gemüse – Rostbeaf – und Wein!

Ich muß in den Deutschen Reichs-Igel-Verein!«

 

Da sprach der Oberkellner zum Igel:

»Ich hab so ein komisches Gefiegel –

ich bediene sonst gerne, prompt und coulant,

aber ich muß in den Oberkellner-Verband!«

 

Der Igel saß stumm, ohne zu acheln,

und sträubte träumerisch seine Stacheln –

Messer und Gabel rollten über die Decke.

Sie rollten zum Reichsverband Deutscher Bestecke.

 

Des wunderte der Igel sich.

Er ging in ›Für Herren‹ züchtiglich;

doch der Alte, der dort reine macht,

war auf der Deutschen Klosettmänner-Nacht.

 

Ein Rauschen ging durch des Igels Stoppeln –

er tät bedrippt nach Hause hoppeln

         und sprach unterwegs

         (und aß einen Keks):

 

»Ich wohne gern. Aber seit ich in Deutschland wohne,

ist mein igeliges Leben gar nicht ohne.

Sie sind stolz, weil sie sich in Gruppen mühn –

doch sie sind nur gestörte Individühn.

Menschen? Mitglieder sind diese Leute.

Unsern täglichen Verband gib uns heute!

 

         Amen.«

 

(sagte der Igel).

 

 

Jean Fouquet,

Le Bouffon Gonella, Wien, Kunsthistorisches Museum
Jean Fouquet (um 1420 - zwischen 1478 und 1481) war ein französischer Buch- und Tafelmaler.Er gilt als einer der bedeutendsten Künstler an der Schwelle von der Spätgotik zur Frührenaissance.
 

Johannes Trojan 1837-1915

Die achtundachtziger Weine

Ein saures Stück Arbeit

 

In diesem Jahr am Rheine

Sind leider gewachsen Weine,

Die an Wert nur geringe,

Es reiften nur Säuerlinge

Im Verlauf dieses Herbstes;

Nur Herberes bracht er und Herbstes -

Zu viel Regen, zu wenig Sonnenschein

Ließ erhofften Segen zerronnen sein,

Nichts Gutes floß in die Tonnen ein.

Der 88er Rheinwein

Ist, leider Gottes, kein Wein,

Um Leidende zu laben,

Um Gram zu begraben,

Um zu vertreiben Trauer;

Er ist dafür zu sauer.

 

An der Mosel steht es noch schlimmer,

Da hört man nichts als Gewimmer,

Nichts als Ächzen und Stöhnen

Von den Vätern und Söhnen,

Den Müttern und den Töchtern

Über den noch viel schlechtern

Ertrag der heurigen Lese.

Der Wein ist wahrhaft böse,

Ein Rachenputzer und Krätzer,

Wie unter Gläubigen ein Ketzer,

Wie ein Strolch, ein gefährlicher,

In dem Kreise Ehrlicher

Unter guten Weinen erscheint er,

Aller Freude ist ein Feind er.

Aller Lust ein Verderber;

Sein Geschmack ist fast noch herber

Als der des Essigs, des reinen -

Ein Wein ist er zum Weinen.

 

Aber der Wein, der in Sachsen

In diesem Jahr ist gewachsen,

Und bei Naumburg, im Tale

Der rasch fließenden Saale,

Der ist saurer noch viele Male

Als der sauerste Moselwein.

Wenn du ihn schlürfst in dich hinein,

Ist dirs, als ob ein Stachelschwein

Dir kröche durch die Kehle,

Das deinen Magen als Höhle

Erkor, darin zu hausen.

Angst ergreift dich und Grausen.

 

Aber der Grünberger

Ist noch sehr viel ärger.

Laß ihn nicht deine Wahl sein!

Gegen ihn ist der Saalwein

Noch viel süßer als Zucker.

Er ist ein Wein für Mucker,

Für die schlechtesten Dichter

Und dergleichen Gelichter.

Er macht lang die Gesichter,

Blaß die Wangen; wie Rasen

So grün färbt er die Nasen.

Wer ihn trinkt, den durchschauert es,

Wer ihn trank, der bedauert es.

Er hat etwas so Versauertes,

Daß er sich nicht läßt mildern

Und schwer nur ist zu schildern

In Worten oder Bildern.

 

Aber der Züllichauer

Ist noch zwölfmal so sauer

Als der Wein von Grünberg,

Der ist an Säure ein Zwerg

Gegen den Wein von Züllichau.

Wie eine borstige wilde Sau

Zu einer zarten Taube

So verhält sich, das glaube,

Dieser Wein zu dem Rebensaft

Aus Schlesien. Er ist schauderhaft,

Er ist gräßlich und greulich,

Über die Maßen abscheulich.

Man sollte ihn nur auf Schächerbänken

Den Gästen in die Becher schenken,

Mit ihm nur schwere Verbrecher tränken

Aber nicht ehrliche Zecher kränken.

 

Wenn du einmal kommst

In diesem Winter nach Bomst,

Deine Erfahrung zu mehren,

Und man setzt, um dich zu ehren,

Dir heurigen Bomster Wein vor,

Dann, bitt ich dich, sieh dich fein vor,

Daß du nichts davon verschüttest

Und dein Gewand nicht zerrüttest,

Weil er Löcher frißt in die Kleider

Und auch in das Schuhwerk, leider.

Denn dieses Weines Säure

Ist eine so ungeheure,

Daß gegen ihn Schwefelsäure

Der Milch gleich ist, der süßen,

Die zarte Kindlein genießen.

Fällt ein Tropfen davon auf den Tisch,

So fährt er mit lautem Gezisch

Gleich hindurch durch die Platte.

Eisen zerstört er wie Watte,

Durch Stahl geht er wie durch Butter,

Er ist aller Sauerkeit Mutter.

Standhalten vor diesem Sauern

Weder Schlösser noch Mauern.

Es löst in dem scharfen Bomster Wein

Sich Granit auf und Ziegelstein.

Diamanten werden sogleich,

In ihn hineingelegt, pflaumenweich,

Aus Platina macht er Mürbeteig.

Dieses vergiß nicht, falls du kommst

In diesem Winter einmal nach Bomst.

 

 

Philipp Galle,

Kopf eines Narren
Philipp Galle (1537-1612) war ein niederländischer Zeichner und Kupferstecher des Manierismus.[1] Daneben war er als Kupferstichhändler, Kupferstichverleger und Schriftsteller tätig.
 

Theodor Severin Kittelsen, Trolle, Illustration, Sagobok för barn
Theodor Severin Kittelsen (1857-1914) war ein norwegischer Künstler.
 

Das Auto fuhr an einen Baum.

 

Als man zur Besinnung kam, schrie der Mann:

»Wo ist der Schnellverband?«

 

Und die Frau antwortete:

»Er steckt in der Vasenoldose,

die in meiner Puderschachtel liegt,

die sich in deiner Zigarrenkiste befindet,

die wir in meine Nachthemden eingewickelt haben,

zuunterst in meinem kleinen Koffer,

der in die Reisedecke eingeschlagen

und unter deine Wäsche in den großen Koffer hineingelegt wurde,

den wir in der Eile zu Hause vergessen haben.«

(aus: Alles Unsinn)

 

 

Charles Hunt Jr., Waiting at the Level Crossing (At the Toll Gate)
Charles Hunt Jr. (1829-1900) war ein britischer Maler.

"Hunger und Durst kann ich entbehren,

aber meine Ruhe will ich haben", sagte der Pfälzer.

(aus: Wie das Volk spricht)

 

"Zeit ist Geld", sagt der Ober und addierte das Datum mit.

(aus: Gebärde, Metapher, Parodie)

 

"Aha", sagte der König, und so war es auch.

(aus: Gebärde, Metapher, Parodie)

 

Allerdings, sprach die Sphinx.

 

Mehr nach links,

sprach die Sphinx,

und dann ging's.

 

Anonym, Frau mit Spiegel und Narr, ca.1600, Rijksmuseum

Adelbert von Chamisso 1781-1838

Tragische Geschichte

 

's war einer, dem's zu Herzen ging,

Daß ihm der Zopf so hinten hing,

Er wollt es anders haben.

 

So denkt er denn: wie fang ich's an?

Ich dreh mich um, so ist's getan –

Der Zopf, der hängt ihm hinten.

 

Da hat er flink sich umgedreht,

Und wie es stund, es annoch steht –

Der Zopf, der hängt ihm hinten.

 

Da dreht er schnell sich anders 'rum,

's wird aber noch nicht besser drum –

Der Zopf, der hängt ihm hinten.

 

Er dreht sich links, er dreht sich rechts,

Es tut nichts Guts, es tut nichts Schlechts –

Der Zopf, der hängt ihm hinten.

 

Er dreht sich wie ein Kreisel fort,

Es hilft zu nichts, in einem Wort –

Der Zopf, der hängt ihm hinten.

 

Und seht, er dreht sich immer noch,

Und denkt: es hilft am Ende doch –

Der Zopf, der hängt ihm hinten.

 

Felix Nussbaum, Narrengruppe, ca.1939
Felix Nussbaum (1904-1944) war ein deutscher Maler der Neuen Sachlichkeit.

Adelbert von Chamisso 1781-1838

Kanon

 

Das ist die Not der schweren Zeit!

Das ist die schwere Zeit der Not!

Das ist die schwere Not der Zeit!

Das ist die Zeit der schweren Not!

 

*

 

Edwin Bormann 1851-1912

Wortspielerei zur Erheiterung

bei anhaltendem Regenwetter

 

Ein schauerlicher Localregen.

Ein localer Schauerregen.

Ein regnerisches Schauerlocal.

Ein schauerliches Regenlocal.

Ein regnerischer Localschauer.

Ein localer Regenschauer.

 

 

*

 

Aloys Blumauer 1755-1798

Ode auf das Schwein

 

Heil dir, geborstetes

Ewig geworstetes,

Dutzend geborenes

Niemals geschorenes,

Liebliches Schwein.

 

Dichter begeisterst du,

Eicheln bemeisterst du,

Alles verzehrest du,

Christen ernährest du,

Gütiges Schwein.

 

Heil dir drum, ewiges,

Immerfort schäbiges,

Niemals gereinigtes,

Vielfach gebeinigtes,

Liebliches Schwein.

 

 

Alexander Myasoedov, Carnival in Rome
Alexander Myasoedov (1806-1852) war ein russischer Maler.
 

Unbekannter Autor

Fürchterliche Ballade

in drei schauderhaften Abteilungen

 

I

Der Saal erglänzt im hellsten Kerzenstrahle,

Und lustger Sang ertönt aus jeder Kahle.

 

Und Tänzer fliegen auf der Freude Schwingen;

Doch ein Herz klopft voll Kummer und voll Bingen.

 

Es ist das Herz des Fräuleins Leonore,

Des Fräuleins mit dem rabenschwarzen Lockenhoore.

 

Lenoren sah man mit dem Ritter Kunzen

Schon etliche Galopps zusammen tunzen.

 

Das sah auch Ritter Veit, und Eifersucht

Ward gleich in seiner wilden Brust entfucht.

 

Zu Kunzen geht er hin und sagt ihm grimmig:

Gleich gehst du mit mir, oder Gott verdimm mich!

 

II

Der Garten glänzt im hellsten Mondenstrahle,

Und aus den Zweigen tönt das Lied der Philomale.

 

Der Ritter Veit zieht seine Klinge nackigt

Und steht voll Mordgier in dem dunklen Dackigt.

 

Der Ritter Kunz naht jetzt und spricht: Was soll ich?

Da sagt sein Feind: Dein Schwert zieh oder deinen Dollich!

 

Da sagt ihm Ritter Kunz: Du willst mir trumpfen?

Ich spotte dein! Auf, laß uns blutig kumpfen!

 

Schon fechten sie in wildentbranntenm Trotzen,

Daß durch die Nacht die scharfen Schwerter blotzen.

 

Und ehe fünf Minuten noch verstrichen,

Da lagen beide jämmerlich durchstichen.

 

III

Kaum hörte man im Saal Geklirr der Klingen,

So deckte Leichenblässe alle Wingen.

 

Schnell stürzet alles nach der dunklen Grotte.

Und sieht bald, was sich da ereignet hotte.

 

Lenore ruft: Weh mir, ich komm zu späte!

Sie liegen beide tot in ihrem Bläte.

 

So ruft die Jungfrau tugendreich und edel

Und nimmt aus ihren Haaren eine spitze Nedel,

 

Blickt in den Mond mit Schauder und mit Grausen

Und stößt die Nadel tief in ihren Bausen.

 

Und alles sieht mit Angst und mit Entsetzen

Der Jungfrau rotes Blut hochaufwärts spretzen.

 

Schon sinkt sie hin, die so viel Anmut hatte,

Und auf zwei Leichen lieget jetzt die dratte.

 

Aus wilder Eifersucht entstehet immer

Not, Drangsal, Trübsal, Pein und großer Jimmer.

 

Was das Geschick auch Böses mag verhängen,

Man tut nicht recht, sich selbsten umzubrängen.

 

aus "Musenklänge aus Deutschlands Leierkasten..."

 

 

Hans Sebald Beham, Nar met twee badende vrouwen, 1541, Rijksmuseum
Hans Sebald Beham (1500-1550) war ein bedeutender Maler und Kupferstecher.

Wilhelm Busch 1832-1908

 

Die erste alte Tante sprach:

»Wir müssen nun auch dran denken,

Was wir zu ihrem Namenstag

Dem guten Sophiechen schenken.«

 

Drauf sprach die zweite Tante kühn:

»Ich schlage vor, wir entscheiden

Uns für ein Kleid in Erbsengrün,

Das mag Sophiechen nicht leiden.«

 

Der dritten Tante war das recht:

»Ja«, sprach sie, »mit gelben Ranken!

Ich weiß, sie ärgert sich nicht schlecht

Und muß sich auch noch bedanken.

 

Cornelis van Haarlem, A fool with two women, 1595
Cornelis Corneliszoon van Haarlem (1562-1638) war ein niederländischer Maler und Zeichner, einer der führenden Künstler des Manierismus in den Niederlanden und ein wichtiger Vorgänger von Frans Hals.

Oscar Blumenthal 1852-1917

 

Du willst bei Fachgenossen gelten?

Das ist verlorne Liebesmüh.

Was dir mißglückt, verzeihn sie selten;

was dir gelingt, verzeihn sie nie!

 

*

Unbekannter Autor

Ick sitze hier und esse Klops

 

Ick sitze hier und esse Klops,

Uff eenmal kloppt's.

Ick kieke, staune, wundre mir,

Uff eenmal jeht se uff, die Tier,

Nanu, denk ick, ick denk, nanu,

Jetzt isse uff, erscht war se zu.

Ick jehe raus und blicke,

Und wer steht draußen? — Icke!

(aus, Dunkel war's)

 

*

Unbekannter Autor

Finster war's, der Mond schien helle

 

Finster war's, der Mond schien helle

Auf die grünbeschneite Flur,

Als ein Wagen blitzesschnelle

Langsam um die Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute

Schweigend ins Gespräch vertieft,

Als ein totgeschossner Hase

Auf dem Wasser Schlittschuh lief

Und ein blondgelockter Knabe

Mit kohlrabenschwarzem Haar

Auf die grüne Bank sich setzte,

Die gelb angestrichen war.

 

*

Fred Endrikat 1890-1942

Stammbuchvers

 

Es ist so schön, im Frühling wohlzuriechen,

obwohl ich sonst kein großer Lüstling bin.

Ich wollte meinem Herrn Direktor in den Hintern kriechen,

doch leider saßen schon ein Dutzend Prominente drin.

 

 

 

Hieronymus Bosch,

Das Narrenschiff
Hieronymus Bosch (eigentlich Jheronimus van Aken, um 1450-1516) war ein niederländischer Maler der Renaissance.

Wilhelm Busch 1832-1908

Gemartert

 

Ein gutes Tier

Ist das Klavier,

Still, friedlich und bescheiden,

Und muß dabei

Doch vielerlei

Erdulden und erleiden.

 

Der Virtuos

Stürzt darauf los

Mit hochgesträubter Mähne.

Er öffnet ihm

Voll Ungestüm

Den Leib gleich der Hyäne.

 

Und rasend wild,

Das Herz erfüllt

Von mörderlicher Freude,

Durchwühlt er dann,

Soweit er kann,

Des Opfers Eingeweide.

 

Wie es da schrie,

Das arme Vieh,

Und unter Angstgewimmer

Bald hoch, bald tief

Um Hilfe rief,

Vergess' ich nie und nimmer.

 

James Gillray, The Pic Nic Orchestra
James Gillray (1757-1815) war ein britischer Karikaturist und Radierer.

Kurt Schwitters 1887-1948

Kaffeeklatsch

 

Frau Müller, Frau Meier, Frau Schulze, Frau Schmidt,

Die saßen zusammen beim Kaffee zu dritt.

Die vierte war nämlich zu Hause,

Sie hatte Kaffeeklatschpause.

Die anderen aber berieten zu zwein,

Wer von den vieren die dritte sollt sein,

Und kamen in hitzigem Rate

Zu keinerlei Schlussresultate.

 

 

Antonina Rzhevskaya, A Merry Moment, 1897, Moskau, Tretyakov Gallery
Antonina Leonardovna Rzhevskaya, geborene Popova (1861-1934), war eine russische Malerin.
 

Johannes Trojan 1837-1915

Skat

 

Und als an das blaue Meer ich trat,

Da standen drei Männer drinnen,

Die spielten während des Bades Skat,

Und einer schien zu gewinnen.

Der Skat dabei auf dem Wasser schwamm.

Mich aber dünkte das wundersam.

 

Und als ich kam auf des Faulhorns Höh',

Wohl über Klippen und Grate,

Da fand ich drei Männer im ewigen Schnee,

Sie saßen schon lange beim Skate.

Der eine gab schon zum hundertsten Mal –

Da floh ich schaudernd hinab ins Thal.

 

Es sitzen da im geheimen Rath

Drei strenge Richter der Todten.

Sie sollen's sein, doch sie spielten Skat,

Obgleich es Pluto verboten.

O sagt, wohin kann ein Mensch noch gehn,

Um nicht drei Männer beim Skat zu sehn?

 

*

 

Johannes Trojan 1837-1915

 

Einzugsberechtigt

Naht sich, ermächtigt

Von der Behörde,

Der Lenz der Erde.

 

Bei günstigem Wetter

Erscheinen Blätter,

Um das zu loben,

Was kommt von oben.

 

Geprüfte Lerchen,

Gefolgt von Störchen

Mit Meldescheinen

Ziehn an auf Rainen.

 

Von Veilchendüften

Erfüllt sind Triften;

Was zur Vergnügung

Dient – laut Verfügung.

 

Grün färbt der Wald sich,

Wos Volk alsbald sich

Der Vöglein gattet,

Nachdems gestattet.

 

Die Frösche laichen

In Kalmusteichen

Gehobnen Hauptes –

Der Staat erlaubt es.

 

Vermerkt in Listen

Durch Polizisten

Läßt sich auf Flieder

Der Käfer nieder.

 

Um zu erfüllen

Des Landraths Willen

Muß Hafer sprießen

Und Spargel schießen.

 

Für Frühlingsgaben,

Umsonst zu haben,

Dankt der Regierung

Durch gute Führung.

 

 

Carolus-Duran, Merrymakers
Charles Auguste Émile Durand (oder Durant) genannt Carolus-Duran (1837-1917) war ein französischer Maler.Sein Werk ist dem Realismus zuzuordnen.

Wilhelm Busch 1832-1908

Ach, ich fühl es!

 

Ach, ich fühl es! Keine Tugend

Ist so recht nach meinem Sinn;

Stets befind ich mich am wohlsten,

Wenn ich damit fertig bin.

 

Dahingegen so ein Laster,

Ja, das macht mir viel Pläsier;

Und ich hab die hübschen Sachen

Lieber vor als hinter mir.

 

Jan Massys, A Merry Company
Jan Massys (1510-1575) war ein bedeutender flämischer Maler des Manierismus, Sohn von Quentin Massys d. Ä. und wahrscheinlich von ihm ausgebildet.

Moritz Gottlieb Saphir 1795-1858

Weil gar zu schön im Glas der Wein geblunken

 

Weil gar zu schön im Glas der Wein geblunken,

hat sich der Hans dick voll getrinkt.

Drauf ist im Zickzack er nach Haus gehunken

und seiner Grete in den Arm gesinkt.

Die aber hat ganz mächtig abgewunken

und hinter ihm die Türe zugeklunken.

 

Jan Steen, The Twelfth Night Feast, Museum of Fine Arts
Jan Havickszoon Steen (1626-1679) war ein niederländischer Maler, ein Meister des holländischen Genrebildes im Goldenen Zeitalter der Niederlande.

Christian Morgenstern 1871-1914

Der Seufzer

 

Ein Seufzer lief Schlittschuh auf nächtlichem Eis

und träumte von Liebe und Freude.

Es war an dem Stadtwall, und schneeweiß

glänzten die Stadtwallgebäude.

 

Der Seufzer dacht an ein Maidelein

und blieb erglühend stehen.

Da schmolz die Eisbahn unter ihm ein –

und er sank – und ward nimmer gesehen.

 

 

Fred Endrikat 1890-1942

Seufzerfamilie

 

Ein Seufzer schwebte ganz allein

hoch über einem Birkenhain.

Der Seufzer seufzte tief und schwer:

»O weh, o weh, es quält mich sehr,

daß ich ein männlicher Seufz-er.

Ich wünsche Seelensympathie

mit einer weiblichen Seufz-sie.«

Der Seufzer war so intensiv,

daß er sein Weib ins Leben rief.

Bevor der Mond am Himmel hing,

der Seufz-er die Seufz-sie umfing.

Er herzte sie und küßte sie:

»Du meine einzige Seufz-sie.«

Sie seufzten glücklich alle zwei,

ach, war das eine Seufzerei.

Sie gingen ineinander auf,

und, siehe da – am Morgen drauf

thront auf der Birke als Prinzeß

ein kleines, winziges Seufz-es.

Es tönte lieblich durch den Mai

jetzt die Familienseufzerei

wie ein gefühlsharmonisches

Konzert von Seufz-er, -sie und -es.

So war es – so wird's immer sein:

Ein Seufzer kommt niemals allein.

 

 

Der Narr Farnos die rote Nase, Lubok Druck,
Darstellung eines russischen Spaßvogels aus dem 18. Jahrhundert

Heinrich Seidel 1842-1906

Vom Hering

 

Der Hering ist ein salzig Tier,

er kommt an vielen Orten für.

Wer Kopf und Schwanz kriegt, hat kein Glück.

Am besten ist das Mittelstück.

 

Es gibt auch eine saure Art,

in Essig wird sie aufbewahrt.

Geräuchert ist er alle Zeit

ein Tier von großer Höflichkeit.

 

Wer niemals einen Hering aß,

wer nie durch ihn von Qual genas,

wenn er mit Höllenpein erwacht,

der kennt nicht seine Zaubermacht!

 

Drum preiset ihn zu jeder Zeit,

der sich der Menschheit Wohl geweiht,

der heilet, was uns elend macht,

dem Hering sei ein Hoch gebracht!

 

 

Jacob van Oostsanen, Fou riant,

vers 1500, Davis Museum at Wellesley College
Jacob Cornelisz. van Oostsanen, auch Jacob Cornelisz. van Amsterdam (vor 1470-1533) war ein niederländischer Maler und Holzschnittmeister zum Ende der Spätgotik.

Karl Valentin 1882-1948

 

Wissen Sie schon,

daß man ein weiches Ei nicht als Zahnstocher benutzen soll?

 

Wissen Sie schon,

daß Kartoffelsalat nicht als Gurgelwasser verwendet werden kann?

 

Das muß man dem Frühling hoch anrechnen:

Jedes Jahr besingen ihn die Dichter,

und trotzdem kommt er immer wieder.

 

Das Fischen von lebenden Fischen mit der Angel

wird von vielen Seiten als Grausamkeit empfunden:

Hauptsächlich vom Fisch selbst.

 

Heute ist die gute alte Zeit von morgen.

 

Ob so oder so,

im Falle es könnte oder es ist,

da erklärlicherweise in Anbetracht oder vielmehr,

warum es so gekommen sein kann oder muß,

so ist kurz gesagt kein Beweis vorhanden,

daß es selbstverständlich erscheint.

 

Nieder mit den Hohen

– es leben die Niederen

– nieder mit den Niederen

– es leben die ganz Niedrigen.

Nieder mit dem Verstand

– es lebe der Blödsinn!

 

Gar nicht krank ist auch nicht gesund.

 

Alle reden vom Wetter,

aber keiner unternimmt was dagegen.

 

Hoffentlich wird's nicht so schlimm,

wie's schon ist.

 

Es freut sich's Herz und das Gemüt,

wo die Blume des Blödsinns blüht.

 

Zuerst wartete ich langsam,

dann immer schneller.

 

Nur einen Tag zu spät,

aber dennoch zu spät.

 

Ich freue mich wenn es regnet.

Denn wenn ich mich nicht freue,

regnet es auch.

 

Ich wünsch Ihnen ewige Gesundheit

und einen guten Hausarzt.

 

Heute in mich gegangen - auch nichts los.

 

 

 

Cornelis van Haarlem, Fou
Cornelis Corneliszoon van Haarlem (1562-1638) war ein niederländischer Maler und Zeichner, einer der führenden Künstler des Manierismus in den Niederlanden und ein wichtiger Vorgänger von Frans Hals.
 

Heinrich Seidel

Reimkunststücke

 

6. Gegen die Rezensenten

 

Man kann wohl sanfte Lämmer kannibalisch machen,

Und liebenswürd’ge Tauben bestialisch machen!

Man kann Rhinozerosse musikalisch machen!

Des weichen Zephirs Säuseln borealisch machen!

Man kann so leicht den Singular pluralisch machen,

Und süsse Rosendüfte infernalisch machen!

Man kann ein jedes Rindvieh idealisch machen,

Den Esel witzig auch wie Busch und Kalisch machen -

Doch Rezensenten kann man nie moralisch machen! -

 

*

 

 

Die schlimmste Sorte

 

Eine Sorte von Menschen macht gleich mich verstummen,

Das sind die superklugen Dummen.

Da hilft nur das: Sie schweigend zu tragen

Oder sie einfach niederzuschlagen.

 

 

John Collier d.Ä., Titel unbekannt
John Collier  d.Ä. (1708-1786) war ein englischer Karikaturist und satirischer Dichter, bekannt unter dem Pseudonym Tim Bobbin oder Timothy Bobbin.

Friedrich Theodor Vischer 1807-1887

Anwendbar

 

Ein weich verpackter,

Ein fein befrackter,

Nicht sehr intakter

Charakter.

 

Den Vers, den hab' ich im Vorrath gemacht,

Ganz ohne Objekt; ich hab' halt gedacht:

Ich mach' ihn einmal, er wird schon passen,

Man kann ihn brauchen in allen Gassen.

 

 

Gustave Doré, Gargantua
Paul Gustave Doré (1832-1883) war ein französischer Maler und Grafiker, der sich vor allem als Illustrator einen Namen machte.
 

Ludwig Thoma 1867-1921

Eröffnungshymne

 

Was ist schwärzer als die Kohle?

Als die Tinte? Als der Ruß?

Schwärzer noch als Rab' und Dohle

Und des Negers Vorderfuß?

Sag mir doch, wer dieses kennt!

— Bayerns neues Parlament.

 

Und wo sind die dicksten Köpfe?

Dicke Köpfe gibt es viel,

Denken wir nur an Geschöpfe

Wie Rhinozeross' im Nil.

Dick're hat — o Sakrament!

— Bayerns neues Parlament.

 

Wer ist frömmer als die Taube?

Als die milchgefüllte Kuh?

Als der Kapuzinerglaube

Und das fromme Lamm dazu?

Frömmer ist das Regiment

In dem neuen Parlament.

 

Und was ist das Allerdümmste?

Schon noch dümmer als wie dumm?

Sagt mir gleich das Allerschlimmste,

Aber ratet nicht herum!

Sag' mir endlich, wer es kennt!

Himmelherrgottsakrament!!

 

August Roeseler, Münchener Typen
August Roeseler (auch Röseler, 1866-1934) war ein deutscher Maler, Zeichner, Radierer und Karikaturist, als „Dackelmaler“ bekannt.

Moritz Gottlieb Saphir 1795-1858

 

Die Narren reden die Wahrheit;

ein kluger Mensch wird nicht so ein Narr sein,

und die Wahrheit reden.

*

Der Mensch kommt aus dem Staub,

kämpft siebzig Jahre gegen den Staub

und macht sich endlich aus dem Staub,

um sich selbst zu Staub zu machen.

*

Um Menschen kennenzulernen,

muß man mit ihnen umgehen;

aber sie zu achten,

muß man sie meiden.

*

Wenn der Mensch in einem gewissen Alter

alle seine Liebesbriefe lesen würde,

bliebe es ihm unbegreiflich,

wie in ein Wesen von fünf Fuß Höhe

eine ganze Bibliothek

von Dummheiten geraten konnte.

*

Zu Michaeli und Georgi steigen die Hausbesitzer

bis ins letzte Stockwerk empor,

um die Miete zu kassieren.

Dann kommen sie dem Wunsch der Hausbewohner nach

und gehen mit der Miete herunter.

*

Mit der Wahrheit kommt man weit, sagt das Sprichwort.

Ja, weil man überall fortgeschickt wird.

 

Louis-Léopold Boilly, Réunion de 35 têtes d'expression
Louis-Léopold Boilly (1761-1845) war ein französischer Maler und Lithograph.

Adolf Glaßbrenner 1810-1876

Die neue Geschichte

Unterhaltung zweier Männer aus dem Volke

 

A. Sag mal, hast du denn schon davon gehört?

B. Wovon denn?

A. Nu von die Jeschichte mit den - mit den - na da draußen, da neben die - Jees! wie heeßen denn die Leute?

B. Meenst du vielleicht die neue Bierkneipe?

A. I ne doch! Ick meene die Jeschichte da mit den - na, der Name schwebt mir uf de Lippe. Die da draußen vorjejangen is, da bei – da draußen bei – Jott, du mußt ja den Ort kennen!

B. Ach, Jees, des is die Jeschichte mit den - ja, die kenn ick – mit den - na mit den, Jees, wie heeßt er doch? Die meenste?

A. Richtig, die meen ick. Also du kennst se schon?

B. Ja, die kenn ick; die hat mir ja der - der - na wie heeßt er denn, erzählt. Der – da draußen - du weeßt ja!

A. Ja, ick weeß schon, det is die Jeschichte! Von den hab ick se ooch.

 

Adolf Glaßbrenner war ein deutscher Humorist und Satiriker, „Erfinder der querköpfig-verschmitzten Type, der Protokollant des biedermeierlichen Berlin, gar der Vater des Berliner Witzes“ (Heinrich-Jost: Adolf Glaßbrenner).

 

August Roeseler, Der Herr Lehrer in Gefahr
August Roeseler (auch Röseler, 1866-1934) war ein deutscher Maler, Zeichner, Radierer und Karikaturist, als „Dackelmaler“ bekannt.

Christian Morgenstern 1871-1914

Herr Meier hält sich für das Maß der Welt

 

Herr Meier hält sich für das Maß der Welt.

Verständlich ist allein, was ihm erhellt.

 

Herr Meier sagt, wozu doch eure Kunst,

wenn nicht für mich! Sonst ist sie eitel Dunst.

 

Noch mehr, bei weitem mehr: Herr Meier meint,

dass dann die Kunst im Grunde sträflich scheint.

 

Man muss sich eiligst von Herrn Meier wenden,

um nicht mit Mord und Raserei zu enden.

 

*

Gruselett

 

Der Flügelflagel gaustert

durchs Wiruwaruwolz,

die rote Fingur plaustert,

und grausig gutzt der Goltz.

 

 

David Teniers der Jüngere, The Cat Concert
David Teniers der Jüngere (1610-1690) war ein flämischer Maler, Zeichner und Kurator.

Friedrich Haug 1761-1829

Jüngst glaubt' ich einen Fremdling wohl zu kennen

 

Jüngst glaubt' ich einen Fremdling wohl zu kennen,

Und auch der Fremdling wähnt', er kenne mich.

Wir sprachen lang, doch mußten wir uns trennen,

Denn wirklich waren's weder Er noch ich.

*

Ein Mann, ein Wort

 

"Dein Nachbar will

Dein Unglück, Till!"

Sprach Theodat

Der Advokat,

"Ich aber will

Dein Bestes, Till!"

Er hielt sein Wort,

Tills Geld ist fort.

*

Trefflicher Rath

Claus

Mein Werkchen kommt im Druck heraus.

Doch meinen Namen lass' ich aus.

Arist

Laß deinen Namen drucken, Claus,

Und laß dein Werkchen aus.

*

Ich wäre voll Talent' und klug

Und schön und wie gedrechselt;

Doch leider! hat der Amme Trug

Als Kind mich ausgewechselt.

*

Man schwur: Ich wäre todt. Ich selbst vernah'ms sogar;

Allein ich wußte gleich, daß es gelogen war.

*

Sprich, fühltest du denn keine Hand,

Als nun der Taschendieb, der lose,

Dir Sacktuch, Beutel, Pfeif und Dose

Herauszuzieh'n sich unterwand?

»Ich fühlte was«, sprach der Beraubte;

»Allein ich war zerstreut, und glaubte:

Es wäre meine eigne Hand.«

*

Heda! Rheinwein!

Mosler! Steinwein!

Himmel, welche

Kleine Kelche!

Wirthsverweser!

Große Gläser

Oder Becher

Für uns Zecher!

Nicht doch! Römer

Sind bequemer.

Nein! Am klügsten

Und gefügsten

Wär's, aus Humpen

Wein zu pumpen!

 

Bosch follower, The battle between Carnival and Lent, Detail
Hieronymus Bosch (eigentlich Jheronimus van Aken, um 1450-1516) war ein niederländischer Maler der Renaissance.

Peter Hammerschlag 1902-1942

An mich selbst

 

Ich liebe zärtliche Blondinen

Und läge schrecklich gern auf ihnen.

Sie weigern sich. - Auch die Brünetten

Sind gern allein in ihren Betten.

Die Schwarzen gleichfalls, die ich möchte,

Versagen mir die kleinsten Rechte.

Und auf den Bettchen von die Roten

Steht "Eintritt Hammerschlag verboten".

Mensch, bleibe was Du bist.

Onanist!

 

Gaston La Touche, The Carnival
Gaston La Touche oder de La Touche (1854-1913) war ein französischer Maler, Illustrator, Graveur und Bildhauer.

Adolf Glaßbrenner 1810-1876

Zwei Wünsche

 

Ach, zwei Wünsche wünscht’ ich immer

Leider immer noch vergebens.

Und doch sind’s die innig-frommsten,

Schönsten meines ganzen Lebens!

 

Dass ich alle, alle Menschen

Könnt’ mit gleicher Lieb’ umfassen,

Und dass Ein’ge ich von ihnen

Morgen dürfte hängen lassen.

 

 

Judith Leyster, Merry Trio
Judith Leyster (1609-1660) war eine niederländische Malerin des 17. Jahrhunderts. Sie gilt als eine der wenigen Malerinnen des Goldenen Zeitalters, deren Werk bis heute erhalten ist. Ihre Arbeiten werden dem Barock zugeordnet.
 

Johann Ludwig Gericke 1752-1824

Wahrsagung der Zigeunerin

 

1.

Gib, blanker Bruder, gib uns Wein,

Und laß die Hand besehn,

So wollen wir dir prophezein,

Was sicher wird geschehn.

 

2.

Merk auf, es ist ein hohes Wort

Und liegt viel Wahrheit drin:

Sind vierundzwanzig Stunden fort,

So ist ein Tag dahin.

 

3.

Sobald es Nacht geworden ist,

Sind alle Katzen grau,

Und wenn der Mann sein' Gattin küßt,

So küßt er seine Frau.

 

4.

Ein jedes Paar, das taufen ließ,

Kennt sich neun Monden schon;

Und wen man nach dem Vater hieß,

Der war des Vaters Sohn.

 

5.

So oft man viele Trauben liest,

Gerät die Lese gut;

Und wer der Frau Pantoffel küßt,

Der hat nicht mehr den Hut.

 

6.

Der dich um eine Wohltat bat,

Der war ein armer Tropf;

Und wer den ganzen Ochsen hat,

Hat auch den Ochsenkopf.

 

7.

Darf man nicht hungern, so hat man

Zum wenigsten noch Brot;

Und wer noch fröhlich singen kann,

Ist diesmal noch nicht tot.

 

8.

Wenn in der Nuß das Kernchen fehlt,

Ist sie vermutlich hohl;

Der, den das kalte Fieber quält,

Befindet sich nicht wohl.

 

9.

Wo aus dem Hähnchen nichts mehr braust,

Ist oft ein leeres Faß,

Und wo ein Dieb was weggemaust,

Vermißt man meistens was.

 

10.

Von Schüsseln, wo die Speise fehlt,

Wird leichtlich keiner satt,

Und wer das Land zum Wohnsitz wählt,

Der wohnt nicht in der Stadt.

 

11.

Wer vor der Nadelspitze flieht,

Bleibt nicht vor Degen stehn,

Und wer dem Affen ähnlich sieht,

Ist nie besonders schön.

 

12.

Wer Heu genug im Stalle hat,

Dem wird die Kuh nicht mager,

Und wer 'ne schöne Schwester hat,

Der kriegt bald einen Schwager.

 

13.

Wenn du zum Spiegel dich bemühst,

Zeigt sich der erste Tor:

Der zweite, der nicht sichtbar ist,

Steht mehrenteils davor.

 

14.

Baust du von Brettern dir ein Haus,

So hast du keins von Stein,

Und ist des Sängers Liedchen aus,

Wird's wohl zu Ende sein.

 

 

 

Carl Spitzweg, Aschermittwoch
Franz Carl Spitzweg (veraltet auch: Karl Spitzweg; 1808-1885) war ein deutscher Maler und Zeichner der Spätromantik und des Biedermeiers.
 

Johann Michael Moscherosch 1601-1669

Grabschrift

 

Hie lig ich Hanß Schilckebrod

Und bitt dich lieber Herre Gott/

Das ewig Leben wolst geben mir:

Wie ich wolt haben geben dir /

Wann du wärest Hanß Schilckebrod

Und ich wär lieber Herre Gott.

 

Johann Michael Moscherosch, Pseudonym Philander (* 7. März 1601 in Willstätt; † 4. April 1669 in Worms), war ein deutscher Staatsmann, Satiriker und Pädagoge in der Zeit des Barock.

 

*

Hier ruhen meine Gebeine,

ich wollt es wären Deine!

(Grabinschrift aus: Dymocritos 12)

 

Hier ruh ich aus von meiner Erdenplag

Mich kann kein Hoffen mehr betrügen,

Und kommt dereinst der Auferstehungstag,

Ich rühr mich nicht, ich bleibe liegen.

(aus: Grabinschriften)

 

Hier liegt Hans Gottlieb Lamm,

Er starb durch'n Sturz vom Damm,

Eigentlich hieß er Leim,

Das paßt aber nicht in 'n Reim.

(aus: Grabinschriften)

 

Franz Gailliard, La Place Sainte Gudule à Bruxelles après le carnaval
Franz Gailliard, auch Frans Gailliard und François Gailliard (1861-1932) war ein belgischer Maler, Radierer und Illustrator.>

Jakob van Hoddis 1887-1942

Weltende

 

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,

In allen Lüften hallt es wie Geschrei.

Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei

Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.

 

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen

An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.

Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.

Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

 

Wer Trinken, Rauchen und Sex aufgibt,

lebt auch nicht länger.

Es kommt ihm nur so vor.
Sigmund Freud

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Was wir brauchen,

sind ein paar verrückte Leute;

seht euch an,

wohin uns die Normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw

Der Kluge lernt aus allem
und von jedem,
der Normale aus
seinen Erfahrungen und
der Dumme
weiß alles besser.
Sokrates
Es ist schon alles gesagt,
nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Um ernst zu sein,

genügt Dummheit,

während zur Heiterkeit

ein großer Verstand unerläßlich ist.
William Shakespeare

Blüte edelsten Gemütes

Ist die Rücksicht;

doch zuzeiten

Sind erfrischend wie Gewitter

Goldne Rücksichtslosigkeiten.

Theodor Storm

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