BuchKult
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Wohlig wärmen Winterherde.

Wieder wackeln Weihnachtsglocken.

Wallend wirbeln Wolkenflocken –

weißlich werde Wiesenerde!

Arne Arotnow

 

Der alte deutsche Name des Dezembers ist Julmond. Der Name kommt vom Julfest, der germanischen Feier der Wintersonnenwende. Andere Namen für Dezember sind Christmonat, da Weihnachten – das Christfest – im Dezember gefeiert wird, oder auch Heilmond, da „Christus das Heil bringt“. Letztere Namen kamen erst nach der Umwidmung des Julfestes im Zuge der Christianisierung auf.

 

Das christliche Kirchenjahr beginnt abweichend von der normalen Kalenderzählung mit dem ersten Adventsonntag. Dieser kann Ende November oder Anfang Dezember sein, je nachdem, auf welchen Wochentag Weihnachten fällt.

aus: Wikipedia

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Grasset, Decembre
Eugène Samuel Grasset (1845-1917) war ein schweizerisch-französischer Bildhauer, Maler und Illustrator der Belle Époque und Wegbereiter des Jugendstils.

Erich Kästner 1899-1974

Dezember

 

Das Jahr ward alt. Hat dünnes Haar.

Ist gar nicht sehr gesund.

Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.

Kennt gar die letzte Stund.

 

Ist viel geschehn. Ward viel versäumt.

Ruht beides unterm Schnee.

Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt.

Und Wehmut tut halt weh.

 

Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.

Nichts bleibt. Und nichts vergeht.

Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.

Nützt nichts, dass man’s versteht.

 

Und wieder stapft der Nikolaus

durch jeden Kindertraum.

Und wieder blüht in jedem Haus

der goldengrüne Baum.

 

Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt,

wie hold Christbäume blühn.

Hast nun den Weihnachtsmann gespielt

und glaubst nicht mehr an ihn.

 

Bald trifft das Jahr der zwölfte Schlag.

Dann dröhnt das Erz und spricht:

„Das Jahr kennt seinen letzten Tag,

und du kennst deinen nicht."

 

Jacques Callot, December
Jacques Callot (1592-1635) war ein lothringischer Zeichner, Kupferstecher und Radierer.

Franz Grillparzer 1791-1872

Dezemberlied

 

Harter Winter, streng und rauch,

Winter, sei willkommen!

Nimmst du viel, so gibst du auch,

Das heißt nichts genommen!

 

Zwar am Äußern übst du Raub,

Zier scheint dir geringe,

Eis dein Schmuck, und fallend Laub

Deine Schmetterlinge,

 

Rabe deine Nachtigall,

Schnee dein Blütenstäuben,

Deine Blumen, traurig all

Auf gefrornen Scheiben.

 

Doch der Raub der Formenwelt

Kleidet das Gemüte,

Wenn die äußere zerfällt,

Treibt das Innere Blüte.

 

Die Gedanken, die der Mai

Locket in die Weite,

Flattern heimwärts kältescheu

Zu der Feuerseite.

 

Sammlung, jene Götterbraut,

Mutter alles Großen,

Steigt herab auf deinen Laut,

Segenübergossen.

 

Und der Busen fühlt ihr Wehn,

Hebt sich ihr entgegen,

Lässt in Keim und Knospen sehn,

Was sonst wüst gelegen.

 

Wer denn heißt dich Würger nur?

Du flichst Lebenskränze,

Und die Winter der Natur

Sind der Geister Lenze!

 

 

Très Riches Heures, Décembre
Die Brüder von Limburg (Paul, Johan und Herman) waren niederländische Miniaturmaler. Das Stundenbuch des Herzogs von Berry (französisch Les Très Riches Heures du Duc de Berry bzw. kurz Très Riches Heures) ist das berühmteste illustrierte Manuskript des 15. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein ausgesprochen reichhaltig verziertes Stundenbuch, das 208 Blätter mit 21,5 cm Breite und 30 cm Höhe enthält, von denen etwa die Hälfte ganzseitig bebildert sind.
 

Bettet doch alte Menschen weich und warm

und lasset sie recht genießen,

denn weiter vermögen sie nichts mehr;

und beschert ihnen gerade im Lebens-Dezember und in ihren längsten Nächten

Weihnachtsfeiertage und Christbäume:

sie sind ja auch Kinder, ja Zurückwachsende.

Jean Paul 1763-1825

 

Giuseppe Arcimboldo, Winter, 1563
Giuseppe Arcimboldo (um 1526-1593) war ein italienischer Maler der Spätrenaissance, speziell des Manierismus. Berühmt sind seine Tafelbilder, auf denen er Blumen, Früchte oder Gemüse, aber auch anorganische Objekte wie Bücher darstellte und daraus überraschende Porträts oder Stillleben komponierte.
 

Theodor Fontane

Verse zum Advent

 

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,

Aber als Knecht Ruprecht schon

Kommt der Winter hergeschritten,

Und alsbald aus Schnee'es Mitten

Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

 

Und was jüngst noch, fern und nah,

Bunt auf uns herniedersah,

Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,

Und das Jahr geht auf die Neige,

Und das schönste Fest ist da.

 

Tag du der Geburt des Herrn,

Heute bist du uns noch fern,

Aber Tannen, Engel, Fahnen

Lassen uns den Tag schon ahnen,

Und wir sehen schon den Stern.

 

George Clausen, Winter Work, 1883
George Clausen (1852-1844) war ein britischer Künstler, der mit Öl und Aquarell, Radierung, Mezzotinta, Trockenpunkt und gelegentlich Lithografien arbeitete.

Martin Greif 1839-1911

Winteranfang

 

Kommet ihr wieder,

Spinnende Nebel,

Füllend mit trübem

Wehen die Luft?

 

Wo sich geöffnet

Blume an Blume,

Liegt nun, errötend,

Schauernder Duft.

 

Ach, und ihm wehret

Kaum mehr die Sonne,

Wie es noch gestern

Sichtbar geschah.

 

Abend und Morgen

Scheinen im Dämmer

Nahe verwoben –

Winter ist da.

 

 

Léon Frederic,

Four Seasons - Winter
Léon Frédéric (1856-1940) war ein belgischer Maler des Symbolismus.

Arno Holz 1863-1929

Einstweilen!

 

Die alte Welt ist ein altes Haus

und furchtbar ungemütlich,

der Nordwind pustet die Lichter aus –

ich wollte, wir lägen mehr südlich!

 

Ich wollte ... Puh Teufel, wie das zieht!

Der Hagel prallt an die Scheiben;

drum singt nur einstweilen das tröstliche Lied:

Es kann ja nicht immer so bleiben!

 

Claude Monet, The Plain of Colombes White Frost
Claude Monet (1840-1926) war ein bedeutender französischer Maler, dessen mittlere Schaffensperiode der Stilrichtung des Impressionismus zugeordnet wird.

Klabund 1890-1928

Winterlandschaft

 

Das Hügelland wogt wie ein weißes Meer im Schnee,

Vom Himmel nieder wuchten violette

Schneewolken, eine dichtverschlungne Kette,

Die in der Luft an roten Öfen hängt –

Die Sonne brannte sie –

 

Am Horizonte aber wölbt sich aus der weißen Flur ein Berg,

Mit Tann bestanden, schwarz gekappt,

Ein ungeheurer Igel, der den Schneefall

Von seinen Borsten schläfrig schüttelte.

 

Pieter Bruegel der Ältere, Winterliche Dorflandschaft mit Gasthaus zum Schwan
Pieter Bruegel der Ältere (um 1525/1530-1569) war ein Maler der Niederländischen Renaissance. Er ist landläufig bekannt für seine Darstellungen des bäuerlichen Lebens im Herzogtum Brabant (Niederlande und Flandern) des 16. Jahrhunderts.

Dr. Owlglass 1873-1945

Weihnachtlicher Wald

 

In der alten, alten Heimat,

da dämmert ein Wald.

Ich hör noch die Axt, die von fernher schallt.

Schlief nicht ein Weiher inmitten ...

zu jener Zeit,

da wir als Räuber durchs Unterholz glitten?

O, wie liegt alles so weit!

 

Und die Tannen von damals,

dahin, dahin!

Sind neue gewachsen mit altem Sinn:

leben und fallen und leben ...

ein ewiges JA!

Christbäume muss es in Ewigkeit geben,

Ewig sind Kinder da!

Dr. Owlglass  = Hans Erich Blaich

 

Vilhelm Hammershøi, Søndermarken Park in Winter
Vilhelm Hammershøi (1864-1916) war ein dänischer Maler und gilt als Vertreter des Symbolismus.
 

Ferdinand von Saar 1833-1906

Winterabend

 

Wie muß der Tag sich neigen

Im Winter, ach, so bald,

Ein tiefes, mildes Schweigen

Liegt über Flur und Wald.

 

Am Himmel noch ein Schimmern,

Ein letztes, doch kein Stern,

Trübrote Lichter flimmern

Aus Hütten still und fern.

 

Und trüb und immer trüber

Der Landschaft weiter Kreis,

Es zieht der Bach vorüber

Eintönig unter'm Eis.

 

Horch – welch ein leises Beben

Urplötzlich in der Luft?

Geheimnißvolles Weben,

Geheimnißvoller Duft!

 

Wie ferne, ferne Glocken

Erklingt's – so wohl – so weh' –:

Da fällt in dichten Flocken

Zur Erde sanft der Schnee.

 

Jacob van Ruisdael, Winter Landscape, ca 1665-1670, Rijksmuseum
Jacob Isaackszoon van Ruisdael (um 1628/29-1682) war ein niederländischer Landschaftsmaler und Radierer des Barock.

Nikolaus Lenau 1802-1850

Winternacht

 

1.

 

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,

Es kracht der Schnee von meinen Tritten,

Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;

Nur fort, nur immer fortgeschritten!

 

Wie feierlich die Gegend schweigt!

Der Mond bescheint die alten Fichten,

Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,

Den Zweig zurück zur Erde richten.

 

Frost! friere mir ins Herz hinein,

Tief in das heißbewegte, wilde!

Daß einmal Ruh mag drinnen seyn,

Wie hier im nächtlichen Gefilde!

Fortsetzung unten

James McNeill Whistler, Grau und Gold, Schnee in Chelsea, 1876
James Abbott McNeill Whistler (1834-1903) war ein US-amerikanischer Maler.

Fortsetzung

2.

 

Dort heult im tiefen Waldesraum

Ein Wolf; – wie’s Kind aufweckt die Mutter,

Schreit er die Nacht aus ihrem Traum

Und heischt von ihr sein blutig Futter.

 

Nun brausen über Schnee und Eis

Die Winde fort mit tollem Jagen,

Als wollten sie sich rennen heiß:

Wach auf, o Herz, zu wildem Klagen!

 

Laß deine Todten auferstehn,

Und deiner Qualen dunkle Horden!

Und laß sie mit den Stürmen gehn,

Dem rauhen Spielgesind aus Norden!

 

Alfred von Wierusz-Kowalski, The Lone Wolf
Alfred von Wierusz-Kowalski (1849-1915) war ein polnischer Maler der Münchner Schule.

Christian Morgenstern 1871-1914

Winternacht

 

Es war einmal eine Glocke,

die machte baum, baum ...

Und es war einmal eine Flocke,

die fiel dazu wie im Traum ...

 

Die fiel dazu wie im Traum ...

Die sank so leis hernieder

wie ein Stück Engleingefieder

aus dem silbernen Sternenraum.

 

Es war einmal eine Glocke,

die machte baum, baum ...

Und es war einmal eine Flocke,

so leis als wie im Traum ...

 

So leis als wie im Traum ...

Und als vieltausend gefallen leis,

da war die ganze Erde weiß

als wie vom Engleinflaum.

 

Da war die ganze Erde weiß

als wie vom Engleinflaum.

 

Alexei Sawrassow, Winter landscape 1871
Alexei Kondratjewitsch Sawrassow (1830-1897) war ein russischer Landschaftsmaler.

Klabund 1890-1928

Winterschlaf

 

Indem man sich zum Winter wendet,

Hat es der Dichter schwer,

Der Sommer ist geendet,

Und eine Blume wächst nicht mehr.

 

Was soll man da besingen?

Die meisten Requisiten sind vereist.

Man muß schon in die eigene Seele dringen

– Jedoch, da hapert's meist.

 

Man sitzt besorgt auf seinem Hintern.

Man sinnt und sitzt sich seine Hose durch,

– Da hilft das eben nichts, da muß man eben überwintern

Wie Frosch und Lurch.

 

Jakub Schikaneder, Evening in Hradcany, 1909-1913
Jakub Schikaneder (1855-1924) war ein böhmischer Maler.

Gottfried Keller 1819-1890

Winternacht

 

Nicht ein Flügelschlag ging durch die Welt,

Still und blendend lag der weisse Schnee.

Nicht ein Wölklein hing am Sternenzelt,

Keine Welle schlug im starren See.

 

Aus der Tiefe stieg der Seebaum auf,

Bis sein Wipfel in dem Eis gefror.

An den Ästen klomm die Nix herauf,

Schaute durch das grüne Eis empor.

 

Auf dem dünnen Glase stand ich da,

Das die schwarze Tiefe von mir schied;

Dicht ich unter meinen Füßen sah

Ihre weiße Schönheit Glied um Glied.

 

Mit ersticktem Jammer tastet sie

An der harten Decke her und hin,

Ich vergeß das dunkle Antlitz nie,

Immer, immer liegt es mir im Sinn!

 

Walter Moras, Winteridyll
Walter Moras (1856-1925) war ein deutscher Maler.

Christian Morgenstern 1871-1914

Die drei Spatzen

 

In einem leeren Haselstrauch,

da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz

und mittendrin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,

und obendrüber, da schneit es, hu!

Sie rücken zusammen dicht an dicht,

so warm wie Hans hat's niemand nicht.

Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.

Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

 

Willem Koekkoek, Dutch City View in Winter
Willem Koekkoek (1839-1895) war ein niederländischer Landschafts- und Marinemaler.

Börries Freiherr von Münchhausen 1874-1945

Erster Schnee

 

Als ich schläfrig heut erwachte,

und es war die Kirchenzeit,

hörte ich's am Glockenklange,

dass es über Nacht geschneit.

 

Denn vor meinem hellen Fenster

klang so hell der Glockenschlag,

dass ich schon im Traume wusste:

heute wird ein heller Tag.

 

Und ich ging und stand am Fenster:

trug die Welt ein weisses Kleid,

und mir ward die ganze Seele

glänzend weiß und hell und weit.

 

Fritz von Wille, Winter in der Eifel
Friedrich (Fritz) Gustav August Julius Philipp Rudolf von Wille (1860-1941) war ein deutscher Landschaftsmaler.

Heinrich Heine 1797-1856

Winter

 

     Die Kälte kann wahrlich brennen

Wie Feuer. Die Menschenkinder

Im Schneegestöber rennen

Und laufen immer geschwinder.

 

     O, bittre Winterhärte!

Die Nasen sind erfroren,

Und die Clavierconzerte

Zerreißen uns die Ohren.

 

     Weit besser ist es im Summer,

Da kann ich im Walde spazieren

Allein mit meinem Kummer

Und Liebeslieder scandiren.

 

 

George Henry Boughton, Girl with a Muff, Winter Scene
George Henry Boughton (1833-1905) war ein englisch-US-amerikanischer Landschafts- und Genremaler sowie Illustrator.

Martin Greif 1839-1911

Winterbild

 

     Damm und Graben überschneit,

Glatt der Strom gefroren,

Seine Ufer ziehen weit

In den Duft verloren.

 

     Wiese und der Murmelbach

Such' ich heut' vergeblich,

Statt der Farben mannigfach

Alles weiß und neblich.

 

     Gleich als käm' ich auf Besuch

Einem Freunde wieder,

Doch es deckt ein Leichentuch

Seine starren Glieder.

 

 

Peder Mønsted, A Wooded Winter Landscape with Deer, 1912    
Peder Mørk Mønsted (1859-1941) war ein dänischer Landschaftsmaler.

Joachim Ringelnatz 1883-1934

Stille Winterstraße

 

Es heben sich vernebelt braun

Die Berge aus dem klaren Weiß,

Und aus dem Weiß ragt braun ein Zaun,

Steht eine Stange wie ein Steiß.

 

Ein Rabe fliegt, so schwarz und scharf,

Wie ihn kein Maler malen darf,

Wenn er's nicht etwas kann.

Ich stapfe einsam durch den Schnee.

Vielleicht steht links im Busch ein Reh

Und denkt: Dort geht ein Mann.

 

 

Ivan Pokhitonov, In der Pariser Vorstadt, 1883
Ivan Pavlovich Pokhitonov (1850-1923) war ein ukrainischer Landschaftsmaler, der Teil der Ambulants-Bewegung war und den größten Teil seines Lebens in Frankreich und Belgien verbracht hat.
 

Friedrich Hebbel 1813-1863

Winterreise

 

Wie durch so manchen Ort

Bin ich nun schon gekommen,

Und hab' aus keinem fort

Ein freundlich Bild genommen.

 

Man prüft am fremden Gast

Den Mantel und den Kragen,

Mit Blicken, welche fast

Die Liebe untersagen.

 

Der Gruß trägt so die Spur

Gleichgültig-offner Kälte,

Daß ich ihn ungern nur

Mit meinem Dank vergelte.

 

Und weil sie in der Brust

Mir nicht die Flamme nähren,

So muß sie ohne Lust

Sich in sich selbst verzehren.

 

Da ruf' ich aus mit Schmerz,

Indem ich fürbaß wandre:

Man hat nur dann ein Herz,

Wenn man es hat für andre.

 

Gijsbrecht Leytens, A winter landscape with figures sleighing and skating
Gijsbrecht Leytens (1586-1643 oder 1656) war ein flämischer Maler, der fast ausschließlich Winterlandschaften malte.

Martin Greif 1839-1911

Wintertrost

 

Welche Wandlung über Nacht

Hat den Wald beschlichen,

Braun noch gestern, sieht erwacht

Er sein Haar verblichen.

 

Eis mit langen Zapfen hängt

Rings von allen Ästen,

Weiss der Silberbart sich mengt

Mit des Laubes Resten.

 

Wohl, Natur in solchem Bild

Mahnt sie an das Alter,

Wäre nicht der Winter mild

Auch ein Welterhalter.

 

Lasse dort die Eiche, grau,

Näher dich belehren:

Rieselt erst des Frühlings Tau,

Wird das Grün ihr kehren.

 

Claude Monet, Le Givre
Claude Monet (1840-1926) war ein bedeutender französischer Maler, dessen mittlere Schaffensperiode der Stilrichtung des Impressionismus zugeordnet wird.

Johannes Schlaf 1862-1941

Winter

 

Der schönste Cherub kommt.

Mit weitweißen,

Sanften Schwingen

Schimmert er durchs Dunkel;

Kalt, starr und grausig

Und süß wie der Wille Gottes,

Heimatliederumraunt.

 

 

Wolodymyr Orlowskyj, Sunset, 1896
Wolodymyr Donatowytsch Orlowskyj (1842-1914) war ein ukrainischer Landschafts- und Genremaler des Realismus.

Hans Leifhelm 1891-1947

Winterwald

 

Ich geh' in einen Winterwald hinein,

der Winterwald muss voller Wunder sein.

 

Die Tannen stehen enge angeschmiegt,

soweit das Land in tiefer Schneelast liegt.

 

Und keine Spuren gehen durch den Wald

als vom Getier – und die verwehen bald.

 

Und manchmal ist ein Seufzen in den Bäumen,

wie Kinder seufzen unter tiefen Träumen.

 

Der Schnee liegt weiß, so weit ich wandern will;

Da werden alle Menschenwünsche still.

 

László Mednyánszky, Winter Landscape
László Mednyánszky, Baron von Mednyánszky, eigentlich Ladislaus Josephus Balthasar Eustachius Mednyánszky, (1852-1919) war ein ungarischer Landschaftsmaler.

Rainer Maria Rilke 1875-1926

 

Die hohen Tannen atmen heiser

im Winterschnee, und bauschiger

schmiegt sich sein Glanz um alle Reiser.

Die weißen Wege werden leiser,

die trauten Stuben lauschiger.

 

Da singt die Uhr, die Kinder zittern:

Im grünen Ofen kracht ein Scheit

und stürzt in lichten Lohgewittern, –

und draußen wächst im Flockenflittern

der weiße Tag zur Ewigkeit.

 

Henri Le Sidaner, L'Escalier, Gerberoy, 1902
Henri Le Sidaner (1862-1939) war ein französischer Maler.

Georg Trakl 1887-1914

Winterdämmerung

 

An Max von Esterle

 

Schwarze Himmel von Metall.

Kreuz in roten Stürmen wehen

Abends hungertolle Krähen

Über Parken gram und fahl.

 

Im Gewölk erfriert ein Strahl;

Und vor Satans Flüchen drehen

Jene sich im Kreis und gehen

Nieder siebenfach an Zahl.

 

In Verfaultem süß und schal

Lautlos ihre Schnäbel mähen.

Häuser dräu’n aus stummen Nähen;

Helle im Theatersaal.

 

Kirchen, Brücken und Spital

Grauenvoll im Zwielicht stehen.

Blutbefleckte Linnen blähen

Segel sich auf dem Kanal.

 

 

Illustration aus: Die Gartenlaube, 1881

Ferdinand von Saar 1833-1906

Gesang der Armen im Winter

 

Hör', wie uns're Klagen schallen,

Lind're Himmel, unser Weh:

Laß herab dein Manna fallen –

Laß ihn fallen den weißen Schnee!

 

Starrer Frost stellt uns seit Wochen

Schon beim Bau die Arbeit ein –

Uns're Kraft, sie ist gebrochen,

Denn wir müssen müßig sein.

 

Sieh', dort hinter Spiegelscheiben

Freu'n auch Reiche sich schon lang

Auf der Flocken lust'ges Treiben,

Auf der Schlittenschelle Klang.

 

Ihren Tritten, ihren Wagen

Schaufeln dann die Bahn wir frei –

Und empor zu dir getragen,

Tönt der Armen Jubelschrei!

 

Doch geschlossen bleibt der Speicher,

Der uns gibt des Winters Brot,

Und es färbt stets bleich und bleicher

Unsere Kinder schon die Not ...

 

Hör', wie uns're Klagen schallen,

Lind're Himmel, unser Weh:

Laß herab dein Manna fallen –

Laß ihn fallen den weißen Schnee!

 

Fritz von Uhde, Winterlandschaft, der Heilige Abend, 1890
Fritz von Uhde (1848-1911) war ein sächsischer Kavallerieoffizier und Maler. Sein Stil lag zwischen Realismus und Impressionismus.

Joachim Ringelnatz 1883-1934

Vorfreude auf Weihnachten

 

Ein Kind – von einem Schiefertafel-Schwämmchen

Umhüpft – rennt froh durch mein Gemüt.

 

Bald ist es Weihnacht! – Wenn der Christbaum blüht,

Dann blüht er Flämmchen.

Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt

Uns mild. – Es werden Lieder, Düfte fächeln. –

 

Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch Fünkchen glimmt,

Wird dann doch gütig lächeln.

 

Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes

Alle unfeindlich sind – einmal im Jahr! –

Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.

 

Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.

 

 

Peter Becker, Der Römerberg während des Christmarkts, 1876
Peter Becker (1828-1904) deutscher Landschaftsmaler, Genremaler, Radierer und Lithograf
 

Heinrich Seidel 1842-1906

Ich wünsche mir ein Schaukelpferd

 

Ich wünsche mir ein Schaukelpferd,

'ne Festung und Soldaten

Und eine Rüstung und ein Schwert,

Wie sie die Ritter hatten.

 

 

Drei Märchenbücher wünsch' ich mir

Und Farben auch zum Malen

Und Bilderbogen und Papier

Und Gold- und Silberschalen.

 

Um weiße Tiere auch von Holz

Und farbige von Pappe,

Um einen Helm mit Federn stolz

Und eine Flechtemappe.

 

Ein Domino, ein Lottospiel,

Ein Kasperletheater ,

Auch einen neuen Pinselstiel

Vergiss nicht, lieber Vater!

 

Franz Skarbina, Weihnachtsmarkt Berlin
Franz Skarbina (1849-1910) war ein Maler des deutschen Impressionismus, Zeichner, Radierer und Illustrator.

Gottfried Keller 1819-1890

Christmarkt vor dem Berliner Schloss

 

Welch lustiger Wald um das hohe Schloss

hat sich zusammengefunden,

ein grünes, bewegliches Nadelgehölz,

von keiner Wurzel gebunden!

 

Anstatt der warmen Sonne scheint

das Rauschgold durch die Wipfel;

hier backt man Kuchen, dort brät man Wurst,

das Räuchlein zieht um die Gipfel.

 

Der eine kauft ein bescheidnes Gewächs

zu überreichen Geschenken,

der andere einen gewaltigen Strauch,

drei Nüsse daran zu henken.

 

Und kommt die Nacht, so singt der Wald

und wiegt sich im Gaslichterscheine;

da führt die ärmste Mutter ihr Kind

vorüber dem Zauberhaine.

 

 

Anton Velim, Wintermarkt
Anton Velim (1892-1954) war ein österreichischer Maler und Grafiker.
 

4. Dezember, Barbaratag

 

Parmigianino, Saint Barbara, ca. 1522
Parmigianino (1503-1540), eigentlich Girolamo Francesco Maria Mazzola, war ein italienischer Maler und Radierer des Manierismus.

Die Heilige Barbara

 

Barbara von Nikomedien war eine christliche Märtyrin des 3. Jahrhunderts. Der Überlieferung zufolge wurde sie von ihrem Vater erst in einen Turm (daher rührt der Turm als Attribut der Heiligen auf Darstellungen) eingesperrt, später enthauptet, weil sie sich weigerte, ihren christlichen Glauben und ihre jungfräuliche Hingabe an Gott aufzugeben.

 

Wegen des plötzlichen Todes und da die Heilige der Legende nach auf der Flucht vor ihrem Vater in einen Felsspalt fliehen konnt, der sich wie durch ein Wunder vor ihr öffnete und sie verbarg, wählten die Bergleute sie zu ihrer Patronin, ebenso die Hüttenarbeiter, Steinhauer und Geologen. Naheliegend ist daher die Darstellung mit Bergbauwerkzeugen.

 

Nach einer alten Tradition werden am Barbaratag Zweige von einem Obstbaum (meist von einem Kirschbaum, einem Apfelbaum) oder einer Forsythie geschnitten und ins Wasser gestellt. Diese Barbarazweige sollen bis zum Heiligen Abend blühen und in der kalten und düsteren Winterzeit ein wenig Licht in die Wohnung bringen. Dies geht zurück auf einen Einzelzug der Legende: Auf dem Weg in das Gefängnis blieb Barbara mit ihrem Gewand an einem Zweig hängen. Sie stellte den abgebrochenen Zweig in ein Gefäß mit Wasser, und er blühte genau an dem Tag, an dem sie zum Tode verurteilt wurde.

 

 

Lucas Cranach, Das Martyrium der heiligen Barbara
Lucas Cranach der Ältere (1472-1553) war einer der bedeutendsten deutschen Maler, Grafiker und Buchdrucker der Renaissance.
 

Martin Greif 1839-1911

Barbarazweige

 

Am Barbaratage holt ich

Drei Zweiglein vom Kirschenbaum,

Die setzt ich in eine Schale,

Drei Wünsche sprach ich im Traum:

 

Der erste, daß einer mich werbe,

Der zweite, daß er noch jung,

Der dritte, daß er auch habe

Des Geldes wohl genung.

 

Weihnachten vor der Mette

Zwei Stöcklein nur blühten zur Frist: -

Ich weiß einen armen Gesellen,

Den nähm ich, wie er ist.

 

St. Barbara und St. Katherina, National Art Museum of Ukraine, Kiev (Künstler unbekannt)
 

6. Dezember, Nikolaustag

 

Fra Angelico, St. Nicholas of Bari
Fra Angelico (zw. 1386 und 1400-1455) – geboren als Guido di Pietro – war ein Maler der italienischen Frührenaissance.
 

Der Heilige Nikolaus von Myra

 

Nikolaus von Myra (* zwischen 270 und 286; † 6. Dezember 326, 345, 351 oder 365) ist einer der bekanntesten Heiligen der Ostkirchen und der lateinischen Kirche. Sein Gedenktag, der 6. Dezember, wird im gesamten Christentum begangen und ist mit zahlreichen Bräuchen verbunden.

 

Nikolaus wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra in der kleinasiatischen Region Lykien, damals Teil des römischen, später des byzantinischen Reichs, mittlerweile der Türkei.

 

Der Einlegebrauch, das nächtliche Füllen der Schuhe oder Ähnliches, basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die nachts vom heiligen Nikolaus beschenkt wurden. Ursprünglich war der Nikolaustag auch der Tag der Weihnachtsbescherung. In einigen Ländern ist er dies auch heute noch. Erst infolge der Ablehnung der Heiligenverehrung durch die Reformation wurde die Bescherung in vielen Ländern auf Weihnachten verlegt, und infolgedessen wurde Nikolaus als Gabenbringer mancherorts vom Christkind abgelöst. Durch dieses wechselseitige Verhältnis hat sich im 19. Jahrhundert das US-amerikanische Brauchtum um den Weihnachtsmann Santa Claus entwickelt, die heute weltweit dominierende, merkantil bestimmte Rezeption des heiligen Nikolaus.

 

 

Fritz Tüshaus, Sankt Nikolaus, Stadtmuseum Münster
Friedrich (Fritz) Tüshaus (1832-1885) war ein deutscher Genre- und Historienmaler sowie Holzstecher und Illustrator.

Detlev von Liliencron 1844-1909

Die Legende vom heiligen Nikolaus

 

Nach dem französischen Urtext

 

Es waren einmal drei Kinder auf der Welt,

Die gingen zum Ährenlesen ins Feld.

Sie kamen abends an eines Schlachters Bank:

Wir sind hungrig und müd, gib uns Speis und Trank.

Nur herein, lieben Kinder, herein zu mir,

Hier findet ihr alles, auch Nachtquartier.

 

Kaum sind sie bei ihm und warten auf Brot,

Da schlägt sie der Schlachter mausetot

Und zerhackt sie in viele Stücke klein

Und pökelt sie wie Ferkelfleisch ein.

Es waren einmal drei Kinder auf der Welt,

Die gingen zum Ährenlesen ins Feld.

 

Nach sieben Jahren ging Sankt Nikolaus

In diese selbe Gegend hinaus.

Er kam vorbei an des Schlachters Bank:

Ich bin hungrig und müd, gib mir Speis und Trank.

Es waren einmal drei Kinder auf der Welt,

Die gingen zum Ährenlesen ins Feld.

 

Tritt ein, heiliger Nikolaus, tritt ein,

Hier findest du alles, auch Brot und Wein.

Der heilige Nikolaus hat sich kaum gesetzt,

Da hat er am Brot sein Messer gewetzt.

Es waren einmal drei Kinder auf der Welt,

Die gingen zum Ährenlesen ins Feld.

 

Gib mir von deinem Pökelfleisch zart,

Das dort sieben Jahre schon liegt verwahrt.

Kaum hat der Schlachter gehört dies Wort,

Läuft er stracks aus seiner Ladentür fort.

Es waren einmal drei Kinder auf der Welt,

Die gingen zum Ährenlesen ins Feld.

 

Aber Schlachter, Schlachter, lauf doch nicht,

Gott verzeiht ja dem reuigen Bösewicht

Sankt Nikolaus setzt an das Faß sich hin,

Wo rosig das Pökelfleisch lagerte drin.

Es waren einmal drei Kinder auf der Welt,

Die gingen zum Ährenlesen ins Feld.

 

Hört, ihr Knaben, ihr schlieft nun aus,

Ich bin der große Sankt Nikolaus.

Und der Heilige hob drei Finger baß,

Da sprangen die Drei heraus aus dem Faß.

Es waren einmal drei Kinder auf der Welt,

Die gingen zum Ährenlesen ins Feld.

 

Der erste spricht: Wie schlief ich gut.

Der zweite: Auch ich hab sanft geruht.

Und der dritte Dreikäsehoch gähnt und sagt dies:

Mir träumte, ich war im Paradies.

Es waren einmal drei Kinder auf der Welt,

Die gingen zum Ährenlesen ins Feld.

 

 

Jan Steen,

Het Sint Nicolaasfeest
Jan Havickszoon Steen (1626-1679) war ein niederländischer Maler, ein Meister des holländischen Genrebildes im Goldenen Zeitalter der Niederlande.

Paula Dehmel 1862-1918

Bescheidene Frage

 

Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,

bringst du der flinken Grete was?

Sie ist fast immer artig gewesen,

hat fleißig in ihrer Fibel gelesen,

kann das große H schon ganz richtig schreiben,

wird Ostern gewiss nicht sitzen bleiben;

Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,

schenkst du ihr was?

 

Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,

bringst du dem dicken Peterle was?

Er ist noch zu klein, um zur Schule zu gehn,

aber beten kann er schon wunderschön:

»Lieber Dott, mach alle Menßen dut,

nimm alle unter deinen Hut!«

Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,

schenkst du ihm was?

 

Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,

bringst du der kleinen Lene was?

Sie gehört der armen Flick-Marie

und hat schon lange ein schlimmes Knie;

zum Spielen kommt sie gar nicht mehr raus,

sieht immer so blass und ängstlich aus.

Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,

schenkst du ihr was?

 

Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,

ich wünsch mir selber auch noch was:

möch in der Weihnacht mit dir gehn,

mir all die fröhlichen Kinder besehn,

wie sie tanzen und tuten, knabbern und schlucken

und am strahlenden Christbaum die Wunder angucken.

Sankt Nikolas, Sankt Nikolas,

schenkst du mir das?

 

 

Besuch von Nikolaus und Krampus in der Stube, Zeitungsillustration aus dem Jahr 1896
 

Nikolaus und Begleitung

 

Als furchteinflößende Gehilfen bekam der heilige Nikolaus in verschiedenen Ländern Begleiter zur Seite gestellt: Knecht Rupprecht, Krampuss, Bartl lautet u.a. ihr Name. So unterschiedlich wie der Name ist auch das Ausmaß des Schreckens, das der Nikolaus-Adlatus  verbreitet. Teilweise fand auch eine Aufgabenübertragung statt, so ist in dem Gedicht von Theodor Storm der Begleiter der Gabenbringer.

 

Diese Figuren gehen vermutlich auf den Satansmythos, vorchristliche römische Saturnalien und Panverehrung, germanisches oder vielleicht im Alpenraum auch vorbairisches Brauchtum zurück und stellen „das gezähmte“ und auch „das projizierte Böse schlechthin“ dar.

 

 

Gruss vom Krampus,

Postkarte um 1900

Theodor Storm 1817-1888

Knecht Rupprecht

 

Von drauß vom Walde komm ich her.

ich muß Euch sagen es weihnachtet sehr!

Allüberall auf den Tannenspitzen

sah ich goldene Lichtlein blitzen.

Und droben aus dem Himmelstor

sah mit großen Augen das Christkind hervor.

Und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,

da rief's mich mit heller Stimme an:

Knecht Rupprecht, rief es alter Gesell,

hebe die Beine und spute dich schnell

 

Die Kerzen fangen zu brennen an,

das Himmelstor ist aufgetan.

Alt und Junge sollen nun

von der Jagd des Lebens einmal ruhn.

und morgen flieg ich hinab zur Erden,

denn es soll wieder Weihnachten werden!

 

Ich sprach: O lieber Herre Christ,

Meine Reise fast zu Ende ist.

Ich soll nur noch in diese Stadt,

Wo's eitel gute Kinder hat.

Hast denn das Säcklein auch bei dir?

Ich sprach: Das Säcklein, das ist hier,

Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern

essen fromme Kinder gern.

Hast denn die Rute auch bei dir?

Ich sprach: die Rute die ist hier.

Doch für die Kinder, nur die schlechten,

die trifft sie auf den Teil, den rechten.

 

Christkindlein sprach: So ist es recht.

So geh mit Gott, mein treuer Knecht!

 

Von drauß, vom Walde komm ich her,

Ich muß euch sagen es weihnachtet sehr!

Nun sprecht wie ich's herinnen find:

sind's gute Kind?, sind's böse Kind?

 

 

Krampus mit Kind,
anonymer Künstler, Wiener Werkstätte Postkarte No. 542, ca. 1911

 

LUSTIG

LUSTIG

TRALA

LALA

LAAA!

 

Lieber guter Nikolaus,
lösche unsre Vieren aus,
mache lauter Einser draus.
Bist ein guter Nikolaus.

Unbekannt

 

 

Nikolaus, sei unser Gast,
wenn du was im Sacke hast.
Hast du was, so lass dich nieder,
hast du nichts, so pack dich wieder!

Unbekannt

Um ernst zu sein,

genügt Dummheit,

während zur Heiterkeit

ein großer Verstand unerläßlich ist.
William Shakespeare

Wer Trinken, Rauchen und Sex aufgibt,

lebt auch nicht länger.

Es kommt ihm nur so vor.
Sigmund Freud

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Was wir brauchen,

sind ein paar verrückte Leute;

seht euch an,

wohin uns die Normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw

Der Kluge lernt aus allem
und von jedem,
der Normale aus
seinen Erfahrungen und
der Dumme
weiß alles besser.
Sokrates
Es ist schon alles gesagt,
nur noch nicht von allen.
Karl Valentin
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