BuchKult
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Erich Kästner

Der April  

        

Der Regen klimpert mit einem Finger

die grüne Ostermelodie.

Das Jahr wird älter und täglich jünger.

O Widerspruch voll Harmonie!

 

Der Mond in seiner goldnen Jacke

versteckt sich hinter dem Wolken-Store.

Der Ärmste hat links eine dicke Backe

und kommt sich ein bisschen lächerlich vor.

Auch diesmal ist es dem März geglückt:

er hat ihn in den April geschickt.

 

Und schon hoppeln die Hasen,

mit Pinseln und Tuben

und schnuppernden Nasen,

aus Höhlen und Gruben

durch Gärten und Straßen

und über den Rasen

in Ställe und Stuben.

 

Dort legen sie Eier, als ob's gar nichts wäre,

aus Nougat, Krokant und Marzipan.

Der Tapferste legt eine Bonbonniere,

er blickt dabei entschlossen ins Leere -

Bonbonnieren sind leichter gesagt als getan!

 

Dann geht es ans Malen. Das dauert Stunden.

Dann werden noch seidene Schleifen gebunden.

Und Verstecke gesucht. Und Verstecke gefunden:

Hinterm Ofen, unterm Sofa,

in der Wanduhr, auf dem Gang,

hinterm Schuppen, unterm Birnbaum,

in der Standuhr, auf dem Schrank.

 

Da kräht der Hahn den Morgen an!

Schwupp sind die Hasen verschwunden.

Ein Giebelfenster erglänzt im Gemäuer.

Am Gartentor lehnt und gähnt ein Mann.

Über die Hänge läuft grünes Feuer

die Büsche entlang und die Pappeln hinan.

Der Frühling, denkt er, kommt also auch heuer.

Er spürt nicht Wunder noch Abenteuer,

weil er sich nicht mehr wundern kann.

 

Liegt dort nicht ein kleiner Pinsel im Grase?

Auch das kommt dem Manne nicht seltsam vor.

Er merkt gar nicht, dass ihn der Osterhase

auf dem Heimweg verlor.

 

 

Eugène Grasset, La Belle Jardinière, 1896, Avril
Eugène Samuel Grasset (1845-1917) war ein schweizerisch-französischer Bildhauer, Maler und Illustrator der Belle Époque und Wegbereiter des Jugendstils.
 

Christian Morgenstern 1871-1914

Der Leu

 

Auf einem Wandkalenderblatt

ein Leu sich abgebildet hat.

 

Er blickt dich an, bewegt und still,

den ganzen 17. April.

 

Wodurch er zu erinnern liebt,

daß es ihn immerhin noch gibt.

 

 

Très Riches Heures, Avril
Très Riches Heures - Die Brüder von Limburg (Paul, Johan und Herman) waren niederländische Miniaturmaler. Das Stundenbuch des Herzogs von Berry (französisch Les Très Riches Heures du Duc de Berry bzw. kurz Très Riches Heures) ist das berühmteste illustrierte Manuskript des 15. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein ausgesprochen reichhaltig verziertes Stundenbuch, das 208 Blätter mit 21,5 cm Breite und 30 cm Höhe enthält, von denen etwa die Hälfte ganzseitig bebildert sind.
 

Albert Ehrenstein 1886-1950

April

 

Der Himmel ist blau oder grau,

Die Rose weiß, gelb oder rot,

Das Zweibein ist entweder Mann oder Frau,

Die Sonne geht auf und unter,

Du lebst oder bist tot —

All dieser Lenzherbst

Ist mir zu traurig und munter.

 

 

Simon Benning, Hennessy hours, Labours of the months, April, Bruxelles, Bibliothèque Royale Albert
Simon Bening (1483-1561), auch Simon Bennik, war ein flämischer Miniaturenmaler und Illustrator. Er gilt als einer der bedeutenden Künstler seines Fachs.

Carmina Burana*

Omnia sol temperat

 

Alles macht die Sonne mild, sie, die Reine, Zarte.

Neues schließt das Angesicht des Aprils der Welt auf.

Wiederum zu Amor hin drängt die Brust des Mannes.

Über alles Liebliche herrscht der Gott, der Knabe.

 

Solche Allerneuerung in dem feierlichen Frühling,

und des Frühlings Machtgebot will, daß wir uns freuen.

Altvertraute Wege weist er, auch in deinem Frühling

fordert Treu und rechten Sinn: Halt ihn fest, der Dein ist!

 

Liebe mich mit treuem Sinn! Sieh auf meine Treue,

die von ganzem Herzen kommt und von ganzem Sinne.

Gegenwärtig bin ich dir auch in weiter Ferne.

Wer auf solche Weise liebt, ist aufs Rad geflochten.

 

*lateinisch »Lieder aus Benediktbeuren«, Sammlung mittellateinischer und mittelhochdeutscher Vagantenlieder in einer Handschrift des 13. Jahrhunderts aus der Abtei Benediktbeuern, vertont von Carl Orff

 

Omnia Sol temperat

 

 

Omnia Sol temperat

purus et subtilis,

novo mundo reserat

faciem Aprilis;

ad amorem properat

animus (h)erilis,

et iocundis imperat

deus puerilis

 

Rerum tanta novitas

in sollemni vere.

et veris auctoritas

iubet nos gaudere.

Vices praebet solitas;

sed in tuo vere

fides est et probitas

tuum retinere.

 

Ama me fideliter!

fidem meam nota:

de corde totaliter

et ex mente tota

sum praesentialiter

absens in remota.

Quidquis amat taliter,

volvitur in rota.

 

Book of Hours, use of Paris, April & Taurus, The Hague, Koninklijke Bibliotheek - National Library of the Netherlands

Johann Georg Jacobi 1740-1814

April

 

Was kümmerts dich in deinen Wolken droben,

Du launischer April,

Ob wir dich tadeln, oder loben?

Ein großer Herr tut meistens, was er will.

Auch halten wir geduldig still,

Und leiden, was wir leiden müssen.

Gib uns zuweilen nur ein wenig Sonnenschein,

Damit wir dessen uns erfreun:

Dann magst du wiederum mit Schnee und Regengüssen,

Mit Sturm und Blitz und Hagel dir

Bei Tag und Nacht die Zeit vertreiben!

In unsrer kleinen Wirtschaft hier

Soll dennoch gutes Wetter bleiben.

 

 

Theo van Hoytema, De maanden 1902 - April
Theo van Hoytema, Theodorus van Hoytema oder Hoijtema (1863-1917) war ein niederländischer Maler, Lithograph und Illustrator, der sich der Darstellung von Vögeln widmete.
 

Der April ist der rechte und gesegnete Monat des Gärtners. Die Verliebten sollen uns ungeschoren lassen mit ihrem vielgepriesenen Mai; im Mai blühen die Bäume und Blumen nur, aber im April schlagen sie aus; glaubt mir, dieses Keimen und Ausschlagen, diese Knospen, Knösplein und Keimlinge sind die größten Wunder der Natur.

Karel Capek

 

 

Master Wenceslas of Bohemia, April - Ploughing, harrowing and sowing
Meister der Wenzelswerkstatt - Mit Wenzelswerkstatt bezeichnen Kunsthistoriker die namentlich meist nicht oder nicht sicher bekannten sieben oder mehr Buchmaler, die zwischen 1390 und 1400 für König Wenzel IV. von Böhmen die Wenzelsbibel und weitere Bücher geschrieben und gemalt haben.

Jean Poyer, Hours of Henry VIII, April - Picking flowers and making wreaths, New York, Pierpont Morgan Library
Jean Poyer (1445-1503) war ein französischer Miniaturmaler und Manuskript-Illuminator des späten 15. Jahrhunderts.

 

Hat nicht jeder Tag seinen April?

Georg Christoph Lichtenberg

 

◊◊◊

 

Das Jahr geht weiter,

und ehe man sich's versieht,

ist für die Tulpen,

die man im Herbst nicht gesetzt hat,

die Zeit gekommen,

nicht zu blühen.

Deutsches Sprichwort

 

◊◊◊

 

 

Kommt im April die Sommerzeit,

bleibt's länger hell für Schwarzarbeit.

Graffito

 

 

 

Henry Summer Watson,

Outing - April
Henry Summer Watson (1866-1933) war ein US-amerikanischer Künstler.

Der 1. April ist der Tag,

an dem wir uns erinnern sollen,

was wir 364 Tage im Jahr sind:

nämlich Narren.

Mark Twain

 

◊◊◊

 

Die Sitte des In-den-April-Schickens ist bei uns lange nicht genug verbreitet und geübt. Der erste April müßte ein wahrer Festtag für die Nation werden, ein Dies Saturnalius – in jedem Falle ein liebenswürdigerer Feiertag als mancher offizielle.

Christian Morgenstern

 

◊◊◊

 

Gustav Wentzel, April
Gustav Wentzel (1859-1927) war ein norwegischer Maler.

Rainer Maria Rilke 1875-1926

Aus einem April

 

Wieder duftet der Wald.

Es heben die schwebenden Lerchen

mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern

schwer war;

zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er

leer war, –

aber nach langen, regnenden Nachmittagen

kommen die goldübersonnten

neueren Stunden,

vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten

alle die wunden

Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen.

 

Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser

über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.

Alle Geräusche ducken sich ganz

in die glänzenden Knospen der Reiser.

 

Tom Thomson, April in Algonquin Park
Tom (Thomas John) Thomson (1877-1917) war ein kanadischer Künstler.

Wilhelm Müller 1794-1827

April

 

Leichtsinnig, launig, neckisch, ausgelassen,

Wandl' ich in jeder Stunde Leib und Sinn:

Kaum weiß ich selbst, wie ich beschaffen bin,

Wie sollen mich die fremden Leute fassen?

 

Hier werf' ich einen Schneeball durch die Gassen,

Dort schweb' ich blau in jungen Düften hin,

Bald streich' ich sanft der Schönen weiches Kinn,

Bald sagen sie, ich wäre grob im Spaßen.

 

Gern wollt' ich dir noch Vieles von mir sagen,

Doch drückt mich des Sonettes enges Band,

Das mir die Muse um den Mund geschlagen.

 

Sie sprach: Ich kenne dich als ungezogen,

Und jener Herr hat in dem welschen Land

Der besten Sitt' als Kavalier gepflogen.

 

Gustav Wentzel, Aprilkveld
Gustav Wentzel (1859-1927) war ein norwegischer Maler.

Martin Greif 1839-1911

Aprilwetter

 

Sprühregen, drein die Sonne scheint,

Jetzt da und jetzt auch schon vorüber,

So kurz, wie wach der Säugling weint,

Er wendet sich und schlummert lieber.

 

Sprühregen! Jetzt der Himmel blau,

Und jetzt von Wolken überzogen,

Nun lachend über allem Grau

Im Wunderschein der Regenbogen.

 

Mathias Joseph Alten, April
Mathias Joseph Alten (1871-1938) war ein deutsch-amerikanischer impressionistischer Maler.

Georg Britting 1891-1964

Der wilde April

 

Weh, der Narr, der wilde April! Aufs neue

Regen, Schnee und wirbelndes Eis und Windstoß

Bringt er. Veilchenäugig dazwischen leuchtet

Himmlische Bläue.

 

Einen Tag lang tut er wie Sommer. Kinder

Singen, und am Waldrand die Steine glänzen

Goldhell. Aber schmächtigen Glauben höhnend

Krächzt er schnell: Winter !

 

Unbeständig spielt der Gesell und seine

Laune. Warte ! Sei wie ein Kind nicht ! Bald sind

Mai und Juni. Wochenlang glühn dann Wälder,

Wiesen und Steine.

 

 

Lidia Brodskaya, April
Lidia Isaakovna Brodskaya (1910-1984) war eine russische Landschaftsmalerin.

Eduard Mörike 1804-1875

Zitronenfalter im April

 

Grausame Frühlingssonne,

Du weckst mich vor der Zeit,

Dem nur in Maienwonne

Die zarte Kost gedeiht!

Ist nicht ein liebes Mädchen hier,

Das auf der Rosenlippe mir

Ein Tröpfchen Honig beut,

So muß ich jämmerlich vergehn

Und wird der Mai mich nimmer sehn

In meinem gelben Kleid.

 

 

Olga Wisinger-Florian, April, 1890, Wien, Musée Léopold, Collection privée
Olga Wisinger-Florian (1844-1926) war eine österreichische Malerin des Impressionismus.

Georg Heym 1887-1912

April

 

Das erste Grün der Saat, von Regen feucht,

Zieht weit sich hin an niedrer Hügel Flucht.

Zwei große Krähen flattern aufgescheucht

Zu braunem Dorngebüsch in grüner Schlucht.

 

Wie auf der stillen See ein Wölkchen steht,

So ruhn die Berge hinten in dem Blau,

Auf die ein feiner Regen niedergeht,

Wie Silberschleier, dünn und zitternd grau.

 

Karl Fredrik Nordström, Spring in April by the River Loing
Karl Fredrik Nordström (1855-1923) war ein schwedischer Maler.

Theodor Kirchhoff 1828-1899

April in Californien

 

Es erweckt der April im deutschen Land

In Jedem des Ärgers Gewalten.

Ein falscher Geselle wird er genannt

Von den Jungen sowohl wie den Alten;

Und lächeln die Falten seines Gesichts,

Falsch ist er und bleibt er – es hilft ihm nichts!

 

Gewiß verdroß ihn das ew’ge Geschelt,

Als wär’ er voll Laster und Sünden.

Drum kam er herüber zur Neuen Welt,

Eine bessere Heimath zu finden,

Und eilte durch Berge, Wüsten und Plan,

Bis er schaute den westlichen Ocean.

 

Mir schien’s, als wär’ er der wonnige Mai,

Der Juni, mit leuchtenden Blicken,

Als jüngst ich ihn sah an Pablos Bai

Bunt schimmernde Blumen pflücken,

Als er lächelnd grüßte Sonómas Thal

Und Napa mit goldigem Sonnenstrahl.

 

Die Fluren kleidet’ er all’ in Smaragd

Und schmückte in zaubrischem Bilde

Mit orangenglühender Blumenpracht

Die von Eichen umsäumten Gefilde.

Auf die Berge legt’ er mit Künstlerhand

Von Ultramarin ein festlich Gewand.

 

In den Gärten streute der Pfirsich schon

Von den Zweigen die rosigen Blüthen,

Und Fuchsien prangten und bunter Mohn;

Aus den Büschen am Boden glühten,

Als wären’s Karfunkeln mit rothem Strahl,

Die Erdbeeren, reif zum würzigen Mahl.

 

Auf den Feldern standen in endlosen Reih’n

Die Rebenstöcke und tranken

Mit Lust den strahlenden Sonnenschein.

Es schwoll der Saft in den Ranken

Und drängte zum Licht sich, mit heißem Blut

Auf’s neu’ uns zu spenden der Sonne Gluth.

 

Die Lerchen sangen aus blauer Luft

Ihr Lied in die blühenden Lande,

Die Sträucher athmeten wonnigen Duft

Im festlichen Frühlingsgewande,

und deutsche Männer, mit frohem Gesang,

Die zechten beim tönenden Gläserklang.

 

Diesen Becher mit feurigem Napawein,

Ihn will ich heute zu Ehren

Des heitern April auf blumigem Nain

In durstigen Zügen leeren.

Hoch sei er gepriesen, der lachende Fant,

Der Liebling vom Californialand!

 

Erschienen in: (Die Gartenlaube Nr. 29 S. 480)

 

Martin Johnson Heade, April Showers, 1868
Martin Johnson Heade (1819-1904) war ein US-amerikanischer Maler.

Martin Greif 1839-1911

April

 

Sonnengrüße, Wolkenschauer

Und, noch eh' sich's klären will,

Wiederum verhangne Trauer –

Herz, wie stimmst du zum April!

 

Knud Erik Larsen, April Shower
Knud Erik Larsen (1865-1922) war ein dänischer Maler.

Arno Holz 1863-1929

Abklingendes Aprilgewitter

 

Aus grauem Himmel

sticht die Sonne.

 

Jagende Wolken, blendendes Blau!

 

Ins grüne Gras greift der Wind, die Silberweiden sträuben sich.

 

Plötzlich - still.

 

Auf einem jungen Erlenbaum

wiegen sich blinkende Tropfen!

 

Gabriel Rogier, La Seine à Vernon un matin d'avril, Vernon, Musée Poulain
Gabriel Rogier (1861-1940) war ein französischer Maler.

Julius Rodenberg 1831-1914

April

 

Bald ein raues kaltes Rauschen,

Dass der dunkle Forst erkracht;

Bald ein Flüstern, Kosen, Lauschen,

Wie die stillste Frühlingsnacht.

 

Bald der Himmel, bald die Sonne,

Bald die Wolken, bald der Schnee –

Wie der Liebe erste Wonne,

Wie der Liebe erstes Weh.

 

Bald das Jauchzen, bald die Trauer

In der aufgeregten Brust –

Und noch halb in Winterschauer,

Und schon halb in Frühlingslust.

 

Bald ein ungestümes Ringen,

Bald ein Frieden sonntagsstill –

O, was wirst du mir noch bringen

Schöner, stürmischer April?

 

Alfred Sisley, Le pont de Moret, matin d'avril, 1888
Alfred Arthur Sisley (1839-1899) war ein englischer Maler des Impressionismus, der in Frankreich lebte und wirkte.

Friedrich Wilhelm August Schmidt 1764-1838

Bitte an die Hausschwalben

 

(Im April 1800)

 

Schon strahlet durch die Lindenäste

Der Morgen rot und sommerlich.

Mit Halmen trägt zum stillen Neste

Im Schnabel schon die Taube sich.

 

Das Eis am Dachgesimse schlich

Schon gestern mit dem letzten Reste

Von Schnee davon: besucht ihr mich

Nun wieder, liebe Giebelgäste?

 

Wenn bald wir nun, bei Froschgesang,

An unsrer Hüttentür die Bank

Zum Plauderstündchen niederklappen,

 

Und dürstend dann nach unserm Blut,

Uns Mücken quälen: seid so gut,

Sie ohn' Erbarmen wegzuschnappen.

 

Léon Augustin Lhermitte, Avril
Léon Augustin Lhermitte (1844-1925) war ein französischer Künstler.

 

William Adolphe Bouguereau,

Sourire d'avril
William Adolphe Bouguereau (1825-1905) war ein französischer Maler.>

Theodor Storm 1817-1888

April

 

Das ist die Drossel, die da schlägt,

Der Frühling, der mein Herz bewegt;

Ich fühle, die sich hold bezeigen,

Die Geister aus der Erde steigen.

Das Leben fließet wie ein Traum –

Mir ist wie Blume, Blatt und Baum.

 

Elizabeth Adela Forbes, April
Elizabeth Adela Forbes (1859-1912) war eine kanadische Malerin des Spätimpressionismus und wichtige Vertreterin der Newlyn School, einer Künstlerkolonie des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Detlev von Liliencron 1844-1909

April

 

Wie der Südwind pfeift,

In den Dornbusch greift,

Der vor unserm Fenster sprießt.

Wie der Regen stürzt

Und den Garten würzt

Und den ersten Frühling gießt!

 

Plötzlich säumt der Wind,

Und der Regen rinnt

Spärlich aus dem Wolkensieb.

Und die Mühle dreht

Langsam sich und steht,

Die noch eben mächtig trieb.

 

Schießt ein Sonnenblick

Über Feld und Knick,

Wie der Blitz vom Goldhelm huscht,

Und auf Baum und Gras

Schnell im Tropfennass

Tausend Silbertüpfel tuscht.

 

Wieder dann der Süd,

Immer noch nicht müd,

Zornt die Welt gewaltig an.

Und der Regen rauscht,

Und der Garten lauscht

Demütig dem wilden Mann.

 

Meiner Schulter dicht

Lehnt dein hold Gesicht,

Schaut ins Wetter still hinein.

Kennst das alte Wort,

Ewig treibt es fort:

Regen tauscht und Sonnenschein.

 

 

Théophile Deyrolle,

Avril en Bretagne
Théophile-Louis Deyrolle (1844-1923) war ein französischer Maler, Illustrator und Keramiker.

Max Dauthendey 1867- 1918

April spricht Geistersprache

 

April spricht Geistersprache.

Wie ein Vergoldermeister

Sitzt er am Nachbardache,

Spritzt Goldschaum auf Taube und Tauber,

Beklebt die Zimmer lichtsauber,

Belebt die Fenstergardinen,

Den Staub auf alten Tischen,

Vergoldet Falten und Mienen,

Sein Zauber will nie mehr verwischen.

Auf meinen Stühlen sitzt still,

Ich seh' ihn mit blumigen Gliedern,

Ein Geist von Liebesliedern,

Der dreist erlöst sein will.

 

Charles Henry Sims, Im April
Charles Henry Sims (1873-1928) war ein britischer Maler.

Kurt Schwitters 1887-1948

Aprilwetter

 

Ich saß am Fenster, hoch in Sturmes Meer,

Der Regen fiel an meine Scheiben schwer,

Die Wolkenriesen stürmten wild daher,

Die blanken Straßen waren öd und leer.

 

Im Elbstrom überschlugen sich die Wogen,

Mit Heulen kam der Sturm dahergezogen,

 Die Pappeln ächzten, tief herausgebogen,

Da keucht ein altes Weib zum Brückenbogen.

 

Am Horizonte flackert fahles Licht,

Als die Sonne durch die Wolken bricht.

Es peitscht der Sturm die schwarzen Wolken fort.

 

Allsichtig strahlt das Licht, es flieht das Dunkel,

Auf Brücke, Ufer und an jedem Ort

erstrahlt das Licht in blendendem Gefunkel.

 

Maurice Denis, April, 1892, Musée Kröller Muller, Pays Bas
Maurice Denis (1870-1943) war ein französischer Maler des Symbolismus und Mitbegründer der Künstlergruppe Les Nabis.

Otto Reutter 1870-1931

Der Blusenkauf

 

Wenn Frau'n was kaufen, das geht flink.

Ich weiß, wie's meinem Freund erging.

Der, jungvermählt, wollt' in der Früh'

mal ins Büro, das sagte sie:

"Laß mich ein Stückchen mit dir gehn."

Dann blieb sie vor 'nem Laden stehn.

"Dein Port'monnaie! Bin gleich zurück,

es dauert nur 'nen Augenblick.

Bleib draußen", sprach Frau Suse,

"ich kauf mir bloß 'ne Bluse."

 

Nun geht sie rein, "nen Augenblick."

Ihr Mann, sehr heiter, bleibt zurück.

Er freut sich, 's Wetter ist sehr schön,

sieht Kinder, die zur Schule gehn,

und sie sagt drinnen zur Mamsell:

" 'ne blaue Bluse, aber schnell!"

Nun schleppt man alle blauen rein,

und nach 'ner Stunde sagt sie: "Nein,

ich finde keine nette,

ich möcht' 'ne violette."

 

Nun packt man violette aus.

Ihr Mann, geduldig, steht vorm Haus,

denkt: "Ziemlich lange währt so'n Kauf",

geht auf und ab und ab und auf,

und sie sagt drinnen: "Das ist nett!

Wie kam ich nur auf violett?

Da fällt mir ein, Frau Doktor Schmidt

geht immer mit der Mode mit,

und sie trägt jetzt 'ne gelbe.

Ach, geb'n Sie mir dieselbe.

 

Nun packt man alle gelben aus.

Ihr Mann wird hungrig vor dem Haus.

Der Mittag naht, die Sonne sticht,

die Kinder komm'n vom Unterricht.

Und sie sucht drin und sagt alsdann:

"Was geht Frau Doktor Schmidt mich an?

Wie kam ich auf 'ne gelbe nur?

Es wird ja Frühling, die Natur

zeigt frohe Hoffnungsmiene,

ach, geb'n Sie mir 'ne grüne."

 

Nun packt man alle grünen aus.

Ihr Mann ist matt und seufzt vorm Haus:

"Gern kauf't ich 'ne Zigarre mir,

doch's Port'monnaie, das ist bei ihr."

Und sie sagt drin: "Beim Sonnenschein,

da wird das Grün zu dunkel sein."

Da schaut er rein. Mein Port'monnaie",

sie sagt: " 'nen Augenblick noch. Geh!

Ich bin ja gleich zur Stelle.

Ach, geb'n Sie mir 'ne helle."

 

Nun packt man alle hellen aus.

Da gibt's ein Ungewitter drauß'.

Es regnet bis zum Abendrot.

Ihm fehlt ein Schirm und's Abendbrot.

Und sie sagt drinnen zur Mamsell:

"So'n Wetter heut, und dazu hell?

Und überhaupt, wir haben bald

April, da wird's oft naß und kalt,

dann bin ich die Blamierte.

Ach, geb'n Sie 'ne karierte."

 

Nun packt man die karierten aus,

und er stöhnt, frei nach Goethe, drauß´:

"Was ewig weiblich, zieht uns an.

Das Weib, das zieht sich ewig an."

Und sie probt drin und sagt entsetzt:

"Was, Nummer vierundvierzig jetzt?

Nicht zweiundvierzig, schlank und schick?

Dann nichts Kariertes, das macht dick."

Ihr Blick zur Taille schweifte.

"Dann geb'n Sie 'ne gestreifte."

 

Nun packt man die gestreiften aus.

Ihr Mann, der wankt und röchelt drauß':

"Ein'n Augenblick!" Das war ihr Wort!

Dann fällt er um, man trägt ihn fort.

Dann kommt sie mit ner roten raus.

"Hier bin ich schon!" ruft sie froh aus

und schreit: "Mein Mann! Mein Glück!

Gott, ist er tot? Ein'n Augenblick!"

Und in den Laden starrt se:

"Dann geb'n Sie mir 'ne schwarze."

 

Frederick Childe Hassam, April - The Green Gown, 1920, Charleston, South Carolina, Gibbes Museum of Art
Frederick Childe Hassam (1859-1935) war ein amerikanischer Maler des Impressionismus.

Emanuel Geibel 1815-1884

 

Die Liebe gleichet dem April

Bald Frost, bald fröhliche Strahlen,

Bald Blüten im Herzen, und Thalen,

Bald stürmisch und bald still;

Bald heimliches Ringen und Sehnen,

Bald Wolken, Regen und Thränen, –

Im ewigen Schwanken und Wähnen,

Wer weiß, was werden will.

 

 

Arthur Hughes, April Love, Londres, Tate Britain
Arthur Hughes (1832-1915) war ein britischer Illustrator und Maler aus der Gruppe der Präraffaeliten.
 

Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

April

 

Augen, sagt mir, sagt, was sagt ihr?

Denn ihr sagt was gar zu Schönes,

Gar des lieblichsten Getönes;

Und in gleichem Sinne fragt ihr.

 

Doch ich glaub euch zu erfassen:

Hinter dieser Augen Klarheit

Ruht ein Herz in Lieb und Wahrheit

Jetzt sich selber überlassen,

 

Dem es wohl behagen müßte,

Unter so viel stumpfen, blinden

Endlich einen Blick zu finden,

Der es auch zu schätzen wüßte.

 

Und indem ich diese Chiffern

Mich versenke zu studieren,

Laßt euch ebenfalls verführen,

Meine Blicke zu entziffern!

 

 

Marianne Stokes, April, 1900
Marianne Stokes auch Mrs. Adrian Stokes, geborene Preindlsberger (1855-1927) war eine österreichisch-britische Malerin.
 

Heinrich Seidel 1842-1906

April

 

April! April!

Der weiß nicht, was er will.

Bald lacht der Himmel klar und rein,

Bald schaun die Wolken düster drein,

Bald Regen und bald Sonnenschein!

Was sind mir das für Sachen,

Mit Weinen und mit Lachen

Ein solch Gesaus zu machen!

April! April!

Der weiß nicht, was er will.

 

O weh! O weh!

Nun kommt er gar mit Schnee!

Und schneit mir in den Blütenbaum,

In all den Frühlingswiegentraum!

Ganz greulich ist's, man glaubt es kaum:

Heut Frost und gestern Hitze,

Heut Reif und morgen Blitze;

Das sind so seine Witze.

O weh! O weh!

Nun kommt er gar mit Schnee!

 

Hurra! Hurra!

Der Frühling ist doch da!

Und kriegt der raue Wintersmann

Auch seinen Freund, den Nordwind, an

Und wehrt er sich, so gut er kann,

Es soll ihm nicht gelingen;

Denn alle Knospen springen,

Und alle Vöglein singen.

Hurra! Hurra!

Der Frühling ist doch da!

 

Witold Pruszkowski, Kräutersonntag (Aprilsonntag, Prozession Unserer Lieben Frau von den Kräutern)
Witold Pruszkowski (1846-1896) war ein polnischer Maler.

Franz Werfel 1890-1945

April

 

Hör ich nicht das Herz der Birke,

Das ihr bis zum Halse pocht?

Welche Lieb im Lichtbezirke

Hat sie plötzlich übermocht?

 

Gestern starrte öd gegittert

Ihr Geäst als toter Strauch.

Heute wölkt sie sich und zittert

Geistig grün empor wie Rauch.

 

Louise Abbéma, Matin d’avril, Place de la Concorde, Paris - Portrait de Jeanne Samary, 1894
Louise Abbéma (1853-1927) war eine französische Malerin des Impressionismus und der Belle Époque

Kurt Tucholsky 1890-1935

Nicht! noch nicht!

 

Ein leichter Suff umnebelt die Gedanken.

Verdammt! Der Frühling kommt zu früh.

Der Parapluie

steht tief im Schrank – die Zeitbegriffe schwanken.

 

Was wehen jetzt die warmen Frühlingslüfte?

Ein lauer Wind umsäuselt still

mich im April –

die Nase schnuppert ungewohnte Düfte.

 

Du lieber Gott, da ist doch nichts dahinter!

Und wie ein dicker Bär sich murrend schleckt,

zu früh geweckt,

so zieh ich mich zurück und träume Winter.

 

Ich bin zu schwach. Ich will am Ofen hocken –

die Animalität ist noch nicht wach.

Ich bin zu schwach.

Laternenschimmer will ich, trübe Dämmerung und dichte

Flocken.

 

Paul Gustav Fischer, Hojbroplads an einem Tag im April, 1890
Paul Gustav Fischer (1860-1934) war ein dänischer Maler.

Zum ersten April

 

Es ist eine uralte, weitverbreitete Sitte, einander am ersten April, wie es heißt, „in den April zu schicken“. In Deutschland erschallt am ersten April der Ruf:

„April, April, April!

Heut’ kann man den Narren schicken,

Wohin man will.“

 

In Frankreich heißt es: „Donner un poisson d’avril“ („einen Aprilfisch geben“), und in England sagt man:

„On the first day of April

Hunt the gawk another mile.“

was zu deutsch etwa heißt:

„Im Monat April, am ersten Tage,

Den Geck eine Meile weiter jage!“

 

Natürlich ist es vorzüglich die Jugend, die sich diesem Genusse des „In den April Schickens“ hingiebt, aber auch die Erwachsenen verschmähen wohl einen kleinen Scherz am ersten April nicht.

 

„Der Brauch wird auf die verschiedenste Art und Weise in Ausführung gebracht. In Deutschland, Holland und England schickt man am ersten April Kinder und Dienstboten in die Apotheken, um Mückenfett, Krebsblut und andere Ungeheuerlichkeiten zu holen, und bindet den auf diese Weise „in den April Geschickten“ Zöpfe mit Papier etc. zur Erhöhung des Gaudiums an. Vornehmlich in England sind diese Aprilscherze noch recht im Brauch, ja, sie sind dort heutzutage noch am meisten beliebt. Heißt doch der erste April in England geradezu „all fools day“, aller Narren Tag. Das in dem englischen Vers enthaltene Wort „gawk“ – sagt man gewöhnlich – bedeutet ursprünglich „Kukuk“, der in der Regel in den ersten Tagen des April erscheint und auf den dann von Baum zu Baum eine Meile weit Jagd gemacht zu werden pflegt. Später jedoch nahm der Ausdruck „gawk“ auch die Bedeutung „Geck“ an. In Schottland hat sich dieses Kukuksjagen bis auf den heutigen Tag erhalten; nur wird öfters – nach der üblichen Auffassung „in Ermangelung eines wirklichen Kukuks“ – ein Mann dazu erkoren und gejagt.

 

In Frankreich schickt man gleichfalls noch heute den Narren in den April, was der Franzose, wie bemerkt, „donner un poisson d’avril“ nennt. Dieser Aprilfisch ist freilich kein anderer als der im Kanal so häufig vorkommende Maifisch. Bekanntlich aber waren die Fische der Liebesgöttin Venus geweiht, die zugleich auch Göttin des Monats April war, in welchem ja Alles in der Natur zu neuem Leben keimt und sprießt.

 

Über den Ursprung dieser Sitte ist viel gestritten worden. Unzulässig ist ihre späte Ableitung aus der kirchlichen Überlieferung der Leidensgeschichte Christi, wonach sie das Herumschicken des Letzteren „von Pontius zu Pilatus“ abbilden solle, unwahrscheinlich der Einfall, dass sie der Unbeständigkeit des sprichwörtlichen „Aprilwetters“ ihren Ursprung verdanke. Nach Jacob Grimm kennt das germanische Altertum die Sitte gar nicht; dieselbe wäre vielmehr aus Frankreich in Deutschland eingewandert, und es steht zu vermuten, dass sie keltischen Ursprungs, wohl der Rest einer keltischen Frühlingsfeier ist, welche, wie alle heidnischen Frühlingsfeste, der Ausdruck überschäumender Lustigkeit war. Vielleicht kommt man der Sache noch genauer auf den Grund, wenn man einen Zug in Erwägung zieht, der für alle Frühlingsfeste vorzugsweise charakteristisch ist: die Symbolisierung des Winters durch irgend eine bestimmte Figur, welcher sehr übel mitgespielt, welche im Kampfe besiegt, verspottet, vernichtet, oder aber verstoßen und verjagt wird. Es liegt nahe zu vermuten, dass jener verjagte „Geck“, welchen man am ersten April „schicken kann wohin man will“, mit dem Winter zusammenhängt. Nebenbei bemerkt, dürfte auch unserer Redensart „Jemanden zum (das heißt als) Kukuk schicken“ die oben von Schottland berichtete Form des Wintervertreibens zu Grunde liegen und das Wort „gawk“ in Bezug auf seine Herkunft noch genauerer Erwägung werth sein.

aus: Die Gartenlaube 1880, zitiert nach WIKISOURCE

 

 

Charles Hunt Jr., O You April Fool
Charles Hunt Jr. (1829-1900) war ein britischer Maler.

Erich Kästner 1899-1974

April, April!

 

Dies ist der Tag der faulen Witze.

Die Redakteure sind fidel.

Die Zeitung lacht aus jeder Ritze.

Sie stopft Bonbons in die Geschütze,

zeigt auf dem Zweirad ein Kamel

und Hermann Müller ganz in Tüll.

Der Leser soll vor Lachen bersten.

Einmal pro Jahr. Und zwar am ersten

April.

 

Da läßt sich nichts dagegen machen.

Von vorn und hinten — nichts als Spaß!

In Wort und Bild — die tollsten Sachen!

Ich mußte selber mächtig lachen,

als ich die Zeitung sah und las.

Doch plötzlich wurde ich sehr still ...

Das, was ich las, war gar kein Scherz!

Die Zeitung war von Ende März,

nicht vom April.

 

Und was ich las: von den Parteien,

von der Zensur, vom Zeppelin,

von Börsensturz und Schweinereien —

war ernst gemeint und nicht zum Schreien.

Obwohl es nur erfunden schien.

Ja, Witze fallen dem am schwersten,

der sie freiwillig machen will ...

Lacht jeden Tag! (Nur nicht am ersten April.)

2. April 1929

 

 

Umberto Boccioni,

April Evening, 1908
Umberto Boccioni (1882-1916) war ein italienischer Maler und Bildhauer des Futurismus.

Nils Edvard Kreuger, Aprilafton, Varberg, 1892
Nils Edvard Kreuger (1858-1930) war ein schwedischer Maler, Zeichner, Illustrator und Werbegrafiker.
 

Else Lasker-Schüler 1869-1945

An Apollon

 

Es ist am Abend im April.

Der Käfer kriecht ins dichte Moos.

Er hat so Angst – die Welt so groß!

 

Die Wirbelwinde hadern mit dem Leben,

Ich halte meine Hände still ergeben

Auf meinem frommbezwungenen Schoß.

 

Ein Engel spielte sanft auf blauen Tasten,

Langher verklungene Phantasie.

Und alle Bürde meiner Lasten,

Verklärte und entschwerte sie.

 

Jäh tut mein sehr verwaistes Herz mir weh –

Blutige Fäden spalten seine Stille.

Zwei Augen blicken wund durch ihre Marmorhülle

In meines pochenden Granates See.

 

Er legte Brand an meines Herzens Lande –

Nicht mal sein Götterlächeln

Ließ er mir zum Pfande.

 

Antonio Fontanesi, April, 1873, Turin, Galleria d'Arte Moderna e Contemporanea
Antonio Fontanesi (1818-1882) war ein italienischer Maler.

Emanuel Geibel 1815-1884

Im April

 

Du feuchter Frühlingsabend,

Wie hab’ ich dich so gern!

Der Himmel wolkenverhangen,

Nur hie und da ein Stern.

 

Wie leiser Liebesodem

Hauchet so lau die Luft,

Es steigt aus allen Talen

Ein warmer Veilchenduft.

 

Ich möcht’ ein Lied ersinnen,

Das diesem Abend gleich,

Und kann den Klang nicht finden,

So dunkel, mild und weich.

 

Glauco Cambon, Trieste de nuit - nuit d'avril
Glauco Cambon (1875-1930) war ein italienischer Maler.

Eduard Mörike 1804-1875

 

Es ist doch im April fürwahr,

der Frühling weder halb noch gar!

Komm Rosenbringer, süßer Mai,

komm du herbei!

So weiß ich, daß es Frühling sei.

 

 

 

Wer Trinken, Rauchen und Sex aufgibt,

lebt auch nicht länger.

Es kommt ihm nur so vor.
Sigmund Freud

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Was wir brauchen,

sind ein paar verrückte Leute;

seht euch an,

wohin uns die Normalen gebracht haben.
George Bernard Shaw

Der Kluge lernt aus allem
und von jedem,
der Normale aus
seinen Erfahrungen und
der Dumme
weiß alles besser.
Sokrates
Es ist schon alles gesagt,
nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

Um ernst zu sein,

genügt Dummheit,

während zur Heiterkeit

ein großer Verstand unerläßlich ist.
William Shakespeare

Blüte edelsten Gemütes

Ist die Rücksicht;

doch zuzeiten

Sind erfrischend wie Gewitter

Goldne Rücksichtslosigkeiten.

Theodor Storm

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Franz Dewes

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